RN-Wahlarena

Bundestagskandidaten streiten über richtigen Weg beim Klimaschutz

Noch längst nicht verloren ist für die Kandidaten von CDU und Grünen im Wahlkreises 127 Coesfeld/Steinfurt II der Kampf um die künftige Kanzlerschaft. Die SPD wirbt um ein „großes Mandat“.

Große Unterschiede bei den Lösungsansätzen in zentralen Bereichen wie Bildung oder Klimaschutz wurden bei der RN-Wahlarena für den Wahlkreis 127 mit Ascheberg, Nordkirchen und Olfen am Montagabend, 13. September, im Lensing-Carrée Conference Center (LCC) deutlich. Marc Henrichmann (CDU), der bei der Bundestagswahl 2017 das Direktmandat gewann, war ebenso in das Pressehaus Dortmund gekommen wie Johannes Waldmann (SPD), Dr. Anne-Monika Spallek (Grüne), René Arning (FDP) und Klaus Stegemann (Die Linke). AfD-Kandidat Dr. Leonhard Martin hatte sich abgemeldet.

Aber auch ohne die Position der AfD wurden die teilweise großen Unterschiede bei der Bewertung der vergangenen 16 Jahre und bei den Lösungsansätzen für die großen Zukunftsprobleme in der engagiert geführten Diskussion deutlich. Marc Henrichmann, der bei der vergangenen Wahl mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten hatte, räumte Versäumnisse beim Thema Klima/Umweltschutz ein. „Wir haben die Aufgaben in der Vergangenheit vernachlässigt.“ Das habe sich allerdings längst geändert. „Wir sind ambitioniert unterwegs.“

Grüne fordern deutlich früheren Ausstieg aus Kohleverstromung

Eine Aussage, die vor allem Dr. Anne-Monika Spallek (Grüne) und Klaus Stegemann (Die Linke) heftig kritisierten. Sie beklagten, dass insbesondere in NRW in den vergangenen Jahren viel zu wenig Windräder gebaut worden seien. Zudem machten sich beide für eine deutlich stärkere Nutzung der Sonnenenergie stark. Anne-Monika Spallek hat keinen Zweifel daran, dass Deutschland spätestens 2030 – und damit acht Jahre früher als geplant – aus der Kohleverstromung aussteigen muss.

Einen „rasanten Anstieg beim Strombedarf“ erwartet Johannes Waldmann. Er forderte deshalb in der Runde, „deutlich stärkere Investitionen in erneuerbare Energien.“ Konkret machte sich Waldmann für jährlich 200 neue Windräder in NRW stark. Dabei sollten in möglichst vielen Fällen die Bürger beteiligt werden. Auf vornehmlich technische Innovationen setzt in der Klimakrise Marc Henrichmann von der CDU. An dem von vielen Gruppen einvernehmlich geschlossenen Kohlekompromiss dürfe auch mit Rücksicht auf die Arbeitsplätze nicht gerüttelt werden. Henrichmann warnte zudem vor deutschen Alleingängen in einer Zeit, in der „weltweit aktuell 1000 Kohlekraftwerke im Bau sind“.

Auch für René Arning (FDP) sind weitere Vorgaben für Häuslebauer kein Lösungsweg. „Wir sind als Solidargemeinschaft gefragt.“ Arning wünscht sich, dass der Staat mit Anreizen die Bürger für entsprechende Anlagen gewinnt. Er verwies auf seinen eigenen Hausbau. Zunächst sei kein Geld für eine Anlage vorhanden gewesen, mittlerweile habe er sie nachrüsten können.

Emotionale Diskussion über das zweite Bahngleis

Sehr emotional diskutierte die Runde auch über den öffentlichen Personennahverkehr. Während Johannes Waldmann deutliche Kritik am CSU-Verkehrsminister übte, sah Marc Henrichmann die anderen Parteien in der Pflicht. „Es wäre schön, wenn wir gemeinsam für das zweite Gleis kämpfen könnten.“ Am Ende einigte sich die Runde darauf, dass das Projekt 2. Gleis zwischen Münster und Dortmund noch nicht final gescheitert ist. Nach der Bundestagswahl wollen die Politiker einen neuen Anlauf starten. Die Hoffnung auf eine schnelle Verwirklichung vermittelten sie allerdings nicht.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer