Erfreulich viele Menschen gingen in Nordkirchen wählen. Mit den Ergebnissen der Wahl war nicht jeder Nordkirchener Politiker zufrieden. © Irina Höfken
Bundestagswahl

Bundestagswahl in Nordkirchen: Viel Freude und auch ein bisschen Frust

Aus Sicht des demokratischen Wählers hat die Bundestagswahl in Nordkirchen Erfreuliches gebracht: eine hohe Wahlbeteiligung. So mancher Lokalpolitiker findet aber einen Wermutstropfen.

Mehr als 84 Prozent der wahlberechtigten Nordkirchenerinnen und Nordkirchener sind am Wahlsonntag zur Wahlurne gegangen oder haben im Vorfeld per Briefwahl abgestimmt. 3278 nämlich. Das alles ist ein Grund zur Freude. Dass Menschen von ihrem Recht auf demokratisches Handeln Gebrauch machen, macht Hoffnung.

Lokalpolitiker hoffen bei einer hohen Wahlbeteiligung auf hohe Stimmanteile. Ob im Gesamtergebnis im Bund oder im Ergebnis im Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II: Nordkirchener Politiker blickten gespannt nach Berlin und Coesfeld. Manche freuten sich über das, was sie sahen und hörten. Andere eher nicht, wie eine kleine Umfrage der Redaktion bei Nordkirchener Politikern zeigt.

„Im Endeffekt ein klein wenig glücklich“

„Im Endeffekt sind wir doch ein klein wenig glücklich darüber nach den schrecklichen Prognosen der letzten Wochen“, kommentiert Rainer Bolte das Gesamtergebnis der CDU bei der Bundestagswahl. Zufrieden sei in dem Zusammenhang nicht das richtige Wort, sagt der Chef der Nordkirchener CDU.

Beim Blick in den Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II mit dem erneuten Einzug von Marc Henrichmann trotz hoher Verluste sagt Bolte: „Gewonnen ist gewonnen, mit einem doch recht ordentlichen Ergebnis. Das freut mich sehr für Marc.“

Nordkirchens FDP-Chef Adi Scheuer hält das Ergebnis der FDP sowohl im Bund als auch im Wahlkreis „für ein gutes Ergebnis“. René Arning, der FDP-Kandidat im Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II, werde mit 7,76 Prozent der Stimmen gestärkt aus der Wahl hervor gehen.

„Ein bisschen niedergeschlagen“

„Ich bin ein bisschen niedergeschlagen“, gibt Nordkirchens Grünen-Sprecherin Tanja Werner zu. Genau wie die anderen Grünen in Nordkirchen hätte sie ein besseres Ergebnis im Bund für die Grünen erwartet. „Wir haben ja den Slogan gehabt ,Bereit, weil ihr es seid‘. Anscheinend ist Deutschland nicht bereit für eine andere Politik.“ Dagegen sei sie über das Ergebnis, das die Grünen-Kandidatin im Wahlkreis, Dr. Anne-Monika Spallek, erzielt habe, erfreut.

„Beherzter Wahlkampf“

Für die SPD Nordkirchen erklärt Vorsitzender Carsten Sprung: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis im Bund. Ich glaube, das hätte vor einem halben Jahr keiner für möglich gehalten. Es ist das Ergebnis einer klaren Kampagne, hinter der die Partei auch geschlossen stand.“ Das habe bei anderen Parteien anders ausgesehen. Zum Abschneiden des Wahlkreis-Kandidaten der SPD, Johannes Waldmann, sagt Sprung: „Er hat einen beherzten Wahlkampf gemacht. Zu seinem Ergebnis kann man ihm nur gratulieren. Es tut mir für ihn leid, dass es nicht über die Landesliste für ihn gereicht hat.“

Es waren nicht viele Kommunalpolitiker, die nach Schließung der Wahllokale bei der Wahlpräsentation in der Nordkirchener Gesamtschule waren. Die, die da waren, verfolgten das Geschehen auf der Leinwand gespannt.
Es waren nicht viele Kommunalpolitiker, die nach Schließung der Wahllokale bei der Wahlpräsentation in der Nordkirchener Gesamtschule waren. Die, die da waren, verfolgten das Geschehen auf der Leinwand gespannt. © Arndt Brede © Arndt Brede

Die Auszählung der Nordkirchener Wahlergebnisse ist laut Dietmar Bergmann übrigens reibungslos verlaufen. Allerdings habe es einen Vorfall beider Stimmabgabe in einem der Wahllokale gegeben. Im Bürgerhaus habe es mittags eine medizinischen Notfall bei einer Wahlhelferin gegeben. Eine andere Helferin und eine Bürgerin hätten sich sehr um die Frau bemüht, ehe sie dann medizinisch versorgt und in eine Klinik in Münster gebracht worden sei. Während der Versorgung sei das Wahllokal kurzfristig in die Gesamtschule verlegt worden.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede