Capeller ärgern sich über Dreck im Neubaugebiet

Beschwerden

Dreckig und matschig: So sehen die Straßen im Neubaugebiet Kolpingstraße Nord in Capelle aktuell aus. Das ärgert viele Anwohner mächtig - sie haben sich bei der Gemeinde beschwert und gebeten, die verschmutzen Straßen zu reinigen. Die sieht sich dafür jedoch nicht zuständig.

CAPELLE

, 08.02.2017, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Capeller ärgern sich über Dreck im Neubaugebiet

Anwohner im Neubaugebiet Kolpingstraße Nord ärgern sich über verschmutzte Straßen. Den Dreck müssen die Verursacher, sprich, die Bauherren beseitigen.

Im Grunde sei es in allen Neubaugebieten das Gleiche, erklärt Josef Klaas, Bauamtsleiter der Gemeinde Nordkirchen. Sobald die ersten Bauherren in ihre Häuser eingezogen seien, wachse der Unmut über Matsch und Dreck auf den Straßen. Aktuell seien bei der Gemeinde wieder Beschwerden eingegangen, dazu die Bitte der Anwohner an die Gemeinde, die verschmutzten Straßen zu reinigen. Vor Ort in Capelle wird es deutlich: An mehreren Stellen sind die Straßen schlammig, LKW haben dort Matsch und Erde hinterlassen, die teilweise auch schon festgefahren sind. Auch wenn Josef Klaas den Ärger der Betroffenen verstehen kann, macht er deutlich: „Das ist kein Gemeindeproblem. Wer den Dreck verursacht, muss ihn auch wieder wegmachen.“ Das gelte für Bauherren genauso, wie beispielsweise für Landwirte, die mit Güllewagen frisch vom Feld kommen und die Straßen verschmutzen. Auf Landstraßen seien Klumpen aus Erde stärker noch als in Wohngebieten ein Sicherheitsrisiko, macht Klaas deutlich. Landwirte seien sich dieser Reinigungspflicht in der Regel bewusst.

Reinigung mit Unternehmen vertraglich regeln

Geregelt ist diese Pflicht in der Straßenverkehrsordnung, §32. Dort heißt es im Auszug: „Es ist verboten, die Straße zu beschmutzen oder zu benetzen oder Gegenstände auf Straßen zu bringen oder dort liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann. Der für solche verkehrswidrigen Zustände Verantwortliche hat sie unverzüglich zu beseitigen und sie bis dahin ausreichend kenntlich zu machen.“

Im Zweifelsfall müssten die Bauherren also selbst zum Besen greifen und die Straßen wieder reinigen. In der Regel sei das aber gar nicht nötig, sagt der Bauamtsleiter, sofern die Bauherren mit den Unternehmen, die auf ihrer Baustelle beschäftigt sind, die Reinigung direkt im Vertrag regeln. Die Gemeinde könne, wenn der Verursacher die Straße nicht reinigt, ordnungsrechtlich dagegen vorgehen, „das wollen wir aber gar nicht“, macht Josef Klaas deutlich. Lieber wolle er die Bauherren für das Problem sensibilisieren.

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