Capeller protestieren gegen Funkturm

CAPELLE Ein riesiges Plakat hängt am Ortseingang. Mit ihm macht die Interessengemeinschaft "Kein Funkturm in Capelle" auf ihre Forderung aufmerksam. Außerdem hat die Bürgerinitiative weitere Aktionen unternommen.

von Von Matthias Münch

, 14.01.2009, 14:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sie hat schon weit über 500 Unterschriften gegen den Funkmast gesammelt.  Und sie hat Briefe geschrieben: an alle Fraktionen im Nordkirchener Gemeinderat, an Landrat Konrad Püning, an den Regierungspräsidenten in Münster sowie an die heimischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten.Zur Standortwahl

Nachdem der Plan des Mobilfunkbetreibers O2 zur Errichtung eines Funkturms am Capeller Sportplatz gescheitert war, ging der Gemeinde am 3. Dezember 2008 ein neuer Bauantrag für einen 43 Meter hohen Stahlgittermast direkt am Rand des Wohngebietes Kolpingstraße Nord zu. Am 18. Dezember lehnte der Rat gegen die Empfehlung der Verwaltung das gemeindliche Einvernahmen zu dem Antrag ab und forderte den Bürgermeister zu weiteren Verhandlungen mit O2 auf. Allerdings ist nicht die Gemeinde, sondern der Kreis Coesfeld die zuständige Genehmigungsbehörde. Deshalb ist der Kreis nun auch die erste Adresse für das Anliegen der Bürger. Argumente der Interessengemeinschaft Die Interessengemeinschaft trägt eine ganze Reihe von Argumenten vor:

  • Die gesundheitlichen Gefahren einer solch großen Sendeanlage nur 50 Meter von der Wohnbebauung seien unabsehbar.
  • Der geplante Standort liegt direkt am Naturschutzgebiet Ichterloh und in der Nähe des von der EU ausgewiesenen Naherholungsgebiets "Nordkirchener Wälder" und habe auf beide negative Auswirkungen.
  • Der Turm verschandele die Landschaft, zumal er genau auf der kulturell wichtigen und vom Land geförderten Schlösserachse Nordkirchen-Westerwinkel liegt.
  • Die Gemeinde könne ihre freien Grundstücke im Baugebiet Kolpingstraße Nord nicht mehr verkaufen, sollte der Turm gebaut werden. Das zeige sich schon jetzt. Für die bereits vorhandenen Häuser bedeute der Turm einen immensen Wertverlust.

Die Bürgerinitiative lehnt auch eine Alternative in der Nähe des jetzt geplanten Standorts für den Funkmast ab. "Wir wollen ihn überhaupt nicht in Capelle", sagt Marita Sowka, eine der Sprecherinnen der Interessegemeinschaft.

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