Carsten Sprung (43) ist der neue Vorsitzende des Nordkirchener SPD-Ortsverbands

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Mit Carsten Sprung (43) hat der Nordkirchener SPD-Ortsverein seit dem 26. Januar 2020 einen neuen Vorsitzenden. Die Arbeit in seinem neuen Amt soll einer wichtigen Leitlinie folgen.

Nordkirchen

, 09.02.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fast hätte es den neu gewählten Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Nordkirchen-Südkirchen-Capelle nach Olfen verschlagen. Eine Zeit lang hat Carsten Sprung mit seiner Frau in der Steverstadt gelebt. „Wir hatten sogar überlegt, in Olfen zu bauen“, erinnert sich Sprung. Dass es nicht so kam, war Zufall.

Sprung sitzt in seinem Büro in dem neu gebauten Einfamilienhaus am Kleimanns Weg in Nordkirchen. Der rote Klinkerbau versprüht mit der abgerundeten Haustür einen friesischen Landhaus-Charme. Das ist durchaus auch eine Liebeserklärung an Sprungs Heimat, das Oldenburger Land. „Ich bin ein Dorfkind“, sagt er. Über Kiel, Unna, Castrop und Olfen hat er gemeinsam mit seiner Frau Sandra und den beiden Töchtern (4 und 6) kurz nach Weihnachten 2016 in Nordkirchen eine neue Heimat gefunden.

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Dass es am Ende Nordkirchen wurde, habe einerseits damit zu tun gehabt, dass Carsten und Sandra Sprung in Olfen nicht das passende Baugrundstück finden konnten, die beiden sich andererseits auch in die Schlossgemeinde verguckt hatten.

Kurz nach dem Umzug folgte erst der Eintritt in die SPD. Seit Februar 2017 ist Sprung Parteimitglied. Auf seiner Faceboook-Seite teilt er den Moment im April 2017, in dem er das rote Parteibuch überreicht bekommt.

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Drei Jahre liegt das zurück. Jetzt leitet Sprung selbst die Geschicke der Nordkirchener SPD. Er sei in einem politischen Haushalt aufgewachsen, sagt Sprung. Sein Vater war Gemeindedirektor in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg. „Ich habe dadurch viel mitbekommen“, sagt Sprung. Zum Beispiel auch, dass sein Vater immer einer gewesen sei, der Probleme angepackt hat. Eine Eigenschaft, die sich auf den Sohn übertragen zu haben scheint.

So sei es auch nicht der Martin-Schulz-Hype gewesen, der den Elektrotechnik-Ingenieur 2017 wie viele mitgerissen habe. „Es war das Gefühl, die zeit zu nutzen, um meinen Beitrag zu leisten“, erklärt Sprung.

Unterstützt vom 2018 verstorbenen ehemaligen SPD-Fraktionschef Heiko Theis entwickelte Sprung in der Nordkirchener SPD eigene Ideen und brachte sich ein.

Damals wie heute als SPD-Vorsitzender hat der 43-Jährige eine klare Vorstellung davon, in welche Richtung sich Nordkirchen bis 2030 weiterentwickeln und wie das gelingen soll.

Sprung will den direkten, persönlichen Kontakt zu den Menschen in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle - „am liebsten von Angesicht zu Angesicht“, sagt er. Obwohl der Familienvater selbst bei Facebook sehr präsent ist, zieht er das persönliche Gespräch Sozialen Medien vor. „Social Media kann, wie Wahlplakate auch, mobilisieren“, sagt Sprung. Viel wichtiger sei es aber, den Leuten zuzuhören.

Eine der ersten Ideen, die Sprung in Nordkirchen umsetzte war deshalb auch die „Sprechbar“: ein mobiler Stand, an dem Mitglieder der Nordkirchener SPD ins Gespräch kommen wollen. Über ein bestimmtes Thema, über Wünsche, um Fragen loszuwerden.

Überhaupt will der neue SPD-Vorsitzende, dass mehr über Themen gesprochen wird. Die Probleme sollten im Mittelpunkt stehen und vor allem: wie sie gelöst werden können.

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Welche Themen sind Sprung für Nordkirchen wichtig? Mobilität benennt er als ein Arbeitsfeld. Verbindungen von Bus und Bahn müssten sich verbessern, sagt Sprung, der selbst häufig im Außendienst arbeitet. Dann fahre er am liebsten mit der Bahn. Er weiß aber auch, wie sehr verpasste Anschlusszüge oder -busse einem ÖPNV-Pendler einen Strich durch die beste Planung machen können.

Eng damit verknüpft sieht er das Thema Arbeitsplätze - „Office 4.0“ nennt es der 43-Jährige. Home-Office, Heim- oder Telearbeit bieten immer mehr Arbeitgeber an. Aus Sicht von Carsten Sprung - der selbst auch viel von zu Hause aus arbeitet - liegt hier in vielen Branchen eine große Chance.

„Viele Handwerksbetriebe haben auch Probleme Azubis zu finden, weil der passende Wohnraum in Nordkirchen fehlt.“
Carsten Sprung

Wer von zu Hause aus arbeiten kann, müsse gar nicht erst zu seinem Arbeitgeber pendeln, erspare sich im Zweifelsfall stressige Pendel-Touren und schone die Umwelt.

Nicht jeder Nordkirchener habe allerdings die Möglichkeit, sich zu Hause ein Büro einzurichten. Deshalb bräuchte es weitere Co-Working-Arbeitsplätze, wie im Digitalcampus, findet Sprung. Genauso, wie zuletzt die Nordkirchener UWG das Thema auf die Tagesordnung setzte und wie es auch die anderen Nordkirchener Ratsfraktionen in der Vergangenheit immer wieder besprochen haben, schließt sich auch der neue SPD-Ortsvereinsvorsitzende der Überzeugung an, dass die Schlossgemeinde mehr bezahlbaren Wohnraum braucht.

Gemeint sind damit mehr kleinere Wohnungen, die sich beispielsweise Auszubildende leisten können. „Viele Handwerksbetriebe haben auch Probleme Azubis zu finden, weil der passende Wohnraum in Nordkirchen fehlt“, argumentiert Carsten Sprung.

SPD will Informationen und das direkte Gespräch kombinieren

Wie die Menschen in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle leben wollen will der neue Chef der Nordkirchener SPD seiner Überzeugung folgend im direkten Gespräch erfahren. Die Info-Aktion „Nordkirchen macht‘s klar“ sieht Sprung als gutes Vorbild für eine Mischung aus Information und Austausch.

Bei „Nordkirchen macht‘s klar“ geht es um eine gemeinsame Aktion mit dem Lippeverband, um auf die steigende Menge von Medikamentenresten im Wasser aufmerksam zu machen. Ein Problem benennen und es gemeinsam anpacken. Carsten Sprung hat das Ziel für die Nordkirchener SPD gesteckt.

Hintergrund zur Nordkirchener SPD und Den letzten Vorsitzenden

  • Etwa 60 Mitglieder hat die SPD in Nordkirchen derzeit.
  • Vor Carsten Sprung hat über zwei Jahre lang Torsten Möller die Geschicke der Nordkirchener SPD gelenkt, er übernahm das Amt von Petra Schröer.
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