CDU-Kandidaten müssen in Stichwahl bittere Niederlagen hinnehmen

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Das viele Jahrzehnte tiefschwarze Münsterland ist durch die Stichwahlen bunter geworden. Nur ein CDU-Bürgermeister-Kandidat konnte sich durchsetzen - mit Folgen für den Kreis Coesfeld.

Nordkirchen

, 28.09.2020, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gerade mit großer Mehrheit bestätigte Coesfelder Landrat Dr. Schulze Pellengahr muss sich einen neuen persönlichen Referenten suchen. Der bisherige Amtsinhaber Dietrich Aden (32), zugleich Pressesprecher des Kreises, wird neuer Bürgermeister in Greven.

Aden, der extra für den Wahlkampf nach Greven gezogen war, setzte sich in der Stichwahl deutlich (55,45 Prozent) gegen den Grevener SPD-Kandidaten Christian Kriegeskotte durch. Eine Entwicklung die sich bereits vor zwei Wochen angedeutet hatte, als Aden mehr Stimmen als Kriegeskotte erhielt.

Bei der Stichwahl am Sonntag machte nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte ein Kreuz für einen der beiden Kandidaten, die Wahlbeteiligung lag bei nur 42,17 Prozent.

93 Stimmen entscheiden in Havixbeck über Wahlsieg

Während die CDU in Greven den Sieg feiern konnte, musste sie in Havixbeck eine sehr knappe und damit äußerst bittere Niederlage hinnehmen. Am Ende bekam der Grüne Jörn Möltgen 93 Stimmen mehr als CDU-Kandidat Thorsten Webering. Möltgen tritt die Nachfolge von Klaus Gromöller an. Elf Jahre war der Parteilose Bürgermeister in Havixbeck, auf eine dritte Amtszeit hatte er freiwillig verzichtet.

Keine Chance auf einen Wahlsieg hatte hingegen Warendorfs Bürgermeister Axel Linke, der von der CDU und der FDP unterstützt wurde. Nach fünf Jahren im Amt blieb er in der Stichwahl chancenlos - auf Linke entfielen gerade einmal 23,9 Prozent der Stimmen. Neuer Bürgermeister ist damit der parteilose Peter Horstmann (33).

Ebenfalls ein Parteiloser machte das Rennen bei der Landratswahl im Nachbarkreis Steinfurt. Martin Sommer erhielt bei der Stichwahl mehr als doppelt so viele Stimmen wie CDU-Kandidat Mathias Krümpel. Eine echte Überraschung. Bei der ersten Wahl hatte Krümpel vorne gelegen. Martin Sommer schreibt hingegen Geschichte: Er ist der erste parteilose Landrat in Steinfurt.

Grüne Bürgermeister künftig in Altenberge und Emsdetten

Eine Niederlage in der Stichwahl musste auch in Altenberge CDU-Bürgermeister-Kandidat Sebastian Nebel akzeptieren. Gut 52 Prozent der gültigen Stimmen entfielen am Sonntag auf Karl Reinke von den Grünen. Auch hier hatte bei der Wahl vor zwei Wochen noch der CDU-Mann vorne gelegen.

Schon bei der ersten Wahl war in Emsdetten der CDU-Kandidat Stefan Ahmann chancenlos - er kam auf nur 15,45 Prozent. In der Stichwahl am Sonntag setzte sich Oliver Kellner (Grüne) gegen den SPD-Kandidaten Thomas Kock durch.

Extra für die Kandidatur um das Bürgermeisteramt in Ochtrup war CDU-Ratsmitglied Christa Lenderich aus der Partei ausgetreten. Die Bürger haben den Schritt honoriert. Sie holte in der Stichwahl knapp zwei Drittel der Stimmen, Amts­inhaber Kai Hutzenlaub erhielt nur 35,26 Prozent.

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