Politischer Paukenschlag in Nordkirchen: CDU prescht in Bürgermeisterfrage vor

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Das ist eine Überraschung: Der amtierende Bürgermeister Dietmar Bergmann (SPD) hat über seine politsche Zukunft noch nicht entschieden, da prescht der CDU-Gemeindeverband vor.

Nordkirchen

, 11.10.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach zwei Niederlagen in Folge bei den Bürgermeisterwahlen in Nordkirchen will die CDU bei der Kommunalwahl im September 2020 keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Vielmehr würde sie eine Kandidatur Bergmanns „begrüßen“. Doch der Amtsinhaber hat sich bislang nicht öffentlich festgelegt.

Hoch erfreut reagierte allerdings Dietmar Bergmann auf die Information unserer Redaktion, dass die CDU ihn bei einer Wahl unterstützen würde. Von einem „Ritterschlag“ wollte Bergmann zwar nicht sprechen, wohl aber von einer „Bestätigung seiner persönlichen Arbeit.“ Das Votum habe ihn schon gefreut.

Dietmar Bergmann will sich bis zum Jahresende entscheiden

Sein persönlicher Fahrplan werde durch das Vorpreschen der CDU allerdings nicht verändert. „Ich habe im Sommer gesagt, dass ich mich bis zum Jahresende entscheiden werde. Dabei bleibt es.“ Bergmann wäre nicht Bergmann, wenn er eine „Wasserstandsmeldung“ abgeben würde.

Aber der Bürgermeister wiederholte gerne, was er bereits vor einigen Wochen gesagt hatte: „Die Rahmenbedingungen müssen für eine erneute Kandidatur stimmen.“ Dazu zählt aus Sicht von Bergmann insbesondere, dass die Dinge mit der Familie besprochen sind.

Bürgermeister ist „körperlich absolut fit“

An einem Punkt wird eine Kandidatur jedenfalls nicht scheitern: „Ich bin körperlich absolut fit. Das ist mir noch vor den Sommerferien ärztlich bescheinigt worden.“ Im Rückblick auf eine Erkrankung vor etlichen Monaten spricht Bergmann von einem „kleinen Warnschuss“.

Der amtierende Bürgermeister betont im Gespräch ausdrücklich, dass ihm „das Amt viel Spaß macht. Mein Ziel waren und sind die Interessen der Gemeinde.“ Das sieht offensichtlich die CDU ähnlich. Sie berichtet von vielen Gesprächen und Treffen innerhalb der Orts-CDU.

Das wichtigste Fazit lautet: Die CDU will die Kommunalpolitik der „letzten Jahre auch und gerade mit einem Bürgermeister Dietmar Bergmann fortsetzen.“ Vor der Verkündung dieser Position hat sie, so Bergmann auf unsere Anfrage, allerdings nicht das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht.

„Viele Entscheidungen im Rat einstimmig oder mit großer Mehrheit“

Für Dietmar Bergmann ist jedoch viel wichtiger, dass mit dem CDU-Votum die „vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rat“ dokumentiert wird. Ein Großteil der Entscheidungen im Rat, so der Nordkirchener Bürgermeister, sei einstimmig oder mit großer Mehrheit getroffen worden.

„Diesen Geist der konstruktiven Kommunalpolitik für Nordkirchen, Südkirchen und Capelle wollen wir über 2020 hinaus fortsetzen“, schreibt die CDU in ihrer Pressemitteilung. Bei der Besetzung der 14 Wahlkreise sehe es bereits gut aus. „Wir sind in finalen Gesprächen“, sagt der Parteivorsitzende Rainer Bolte.


Die Entscheidung der CDU für Dietmar Bergmann kommentiert Redakteur Thomas Aschwer so:

An Dietmar Bergmann führt kein Weg vorbei

Knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl hat sich die CDU in der Gemeinde Nordkirchen geschickt positioniert. Unabhängig davon, ob es ein Stück weit taktisches Kalkül oder tiefste Überzeugung ist, an Dietmar Bergmann führt bei der Kommunalwahl kein Weg vorbei. Wenn er denn antritt.
Unvergessen sind die beiden Wahlen. 2009 setzte sich Bergmann noch knapp gegen den heutigen DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann durch, fünf Jahre später war der aktuelle CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Pieper chancenlos.
Spätestens seit seiner zweiten Wahl hat sich Bergmann als Bürgermeister etabliert, der sich deutlich mehr den Bürgern als seiner Partei verpflichtet fühlt. In zehn Jahren hat Bergmann die Gemeindefinanzen saniert, hat die Infrastruktur vorangebracht und viele Bürger mitgenommen.
Ein Zuckerschlecken wäre eine weitere Amtszeit allerdings nicht. Es gibt etliche Baustellen in der Gemeinde. Das seit Jahren geschlossene Hallenbad lässt grüßen.

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