Coronavirus: Bei Westfleisch gibt es bald tägliche Tests

Coronavirus

Die Republik schaut aktuell auf den Coronavirus-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies. Doch auch bei Westfleisch wird noch getestet: ab kommender Woche sogar täglich.

Nordkirchen, Olfen, Herbern

, 26.06.2020, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Westfleisch gibt es nun bald tägliche Tests auf das Corona-Virus.

Bei Westfleisch gibt es nun bald tägliche Tests auf das Corona-Virus. © dpa

Westfleisch will im Laufe der kommenden Woche mit täglichen Tests aller rund 5.000 Produktionsmitarbeiter und produktionsnah Beschäftigten: beginnen. Das teilt das Unternehmen am Freitag mit. „Mit unseren Tests an jedem Wochentag werden wir noch schneller infizierte Personen identifizieren und Infektionsketten

entsprechend frühzeitig unterbrechen können“, sagt Steen Sönnichsen, geschäftsführender Vorstand der Westfleisch SCE.

Aktuell teste das Unternehmen bereits im Wochenrythmus alle Produktionsmitarbeiter. Die täglichen Tests sind Bestandteil des Hygienekonzepts, das Westfleisch dem Kreis und der Stadt Coesfeld nach dem Corona-Ausbruch vor rund einem Monat vorlegen musste. Eine Testung aller Mitarbeiter in der vergangenen Woche hatte keinen einzigen positiven Fall ans Tageslicht gebracht, wie der Kreis in dieser Woche mitgeteilt hatte.

Gravierende Mängel bei Schutz der Mitarbeiter

Das Unternehmen hatte seinen Standort in Coesfeld vorübergehend schließen müssen, weil gravierende Mängel im Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bekannt geworden waren. Fast 300 Mitarbeiter waren positiv auf das Virus getestet worden.

Die Tests werden von den örtlichen Betriebsärzten oder externen Organisationen

durchgeführt und von externen zertifizierten Laboren

ausgewertet, berichtet Westfleisch nun. „Auf diese Weise werden wir innerhalb von wenigen Stunden die Testergebnisse vorliegen haben und können dann bei

Bedarf entsprechend direkt handeln“, so Sönnichsen in der Mitteilung des Unternehmens.

10-Punkte-Programm vorgelegt

Durch den raschen Ausbruch war der Kreis Coesfeld auch der erste in NRW gewesen, der die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Zwischenzeitlich lag er bei knapp über 100. Für den gesamten Kreis gab es daher Beschränkungen, die eine Woche lang andauerten. Restaurants durften im Kreis Coesfeld zum Beispiel erst später wieder öffnen als im Rest NRWs.

So stark betroffen wie der Kreis Gütersloh war das Unternehmen Westfleisch im Kreis Coesfeld allerdings nie. In Gütersloh liegt der Neuinfektionswert aktuell bei 177,7. Mehr als 1.500 Mitarbeiter gelten als mit dem Virus infiziert. Durch den massiven Ausbruch bei Tönnies wird nun erneut in der breiten Öffentlichkeit über die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie diskutiert.

Westfleisch hatte vor wenigen Tagen zudem ein 10-Punkte-Programm veröffentlicht, nachdem es nun handeln wolle. Dazu gehörte zum Beispiel, dass alle Werksmitarbeiter in den kommenden Monaten vom Unternehmen eingestellt werden sollen und es keine Zusammenarbeit mehr mit Werksvertragsanbietern geben soll. Zudem hatte das Unternehmen angekündigt, einen Integrationsmanager einzustellen und aktiv bei der Wohnraumsuche für seine Mitarbeiter zu helfen um dafür zu sorgen, „dass die Standards der Unterkünfte künftig überall verlässlich oberhalb der gesetzlichen Regeln liegen.“

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