Nach Corona-Ausbruch: Westfleisch startet am Dienstag im Testbetrieb

Coronavirus

Jetzt ist klar, wie es beim Unternehmen Westfleisch weitergeht. Am Dienstag öffnet das Unternehmen in Coesfeld wieder. Aber erstmal ohne Schlachtungen.

Nordkirchen, Olfen, Herbern

, 18.05.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
11.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Coesfeld: ·Westfleisch - Fleischcenter Coesfeld" steht auf einem Pförtnerhäuschen beim Fleischverarbeiter Westfleisch. Viele Mitarbeiter des Westfleisch-Konzerns, die zum Teil aus Osteuropa stammen und in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

11.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Coesfeld: ·Westfleisch - Fleischcenter Coesfeld" steht auf einem Pförtnerhäuschen beim Fleischverarbeiter Westfleisch. Viele Mitarbeiter des Westfleisch-Konzerns, die zum Teil aus Osteuropa stammen und in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa

Am Montag blieb Westfleisch noch geschlossen. Vom Kreis hieß es, man wolle noch einmal gemeinsam über das Hygienekonzept sprechen und dann entscheiden, wann es weitergehen kann.

Jetzt steht fest: das Unternehmen wird schon am Dienstag wieder öffnen dürfen. Zunächst allerdings ohne Schlachtungen, sondern sozusagen im Kaltbetrieb.

„Es geht darum, das Personal auf die neuen Hygienemaßnahmen, betrieblichen Abläufe und notwendigen Auflagen in den Pausen sowie vor und nach der Arbeit zu schulen und entsprechendes Verhalten zu festigen“, führt Carsten Schruck, geschäftsführender Vorstand von Westfleisch, aus.

Reduzierter Schlachtbetrieb am Mittwoch

Die Stadt Coesfeld, das Gesundheitsamt, das Veterinäramt und der Arbeitsschutz stimmten sich weiterhin eng ab, mit dem Unternehmen, heißt es von Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann. „Anschließend werden die Ergebnisse reflektiert und dann, wenn das für alle Beteiligten zufriedenstellend gelaufen ist, kann am Mittwoch (20.05.) ein erster, sehr stark reduzierter Testbetrieb im Schlachthof durchgeführt werden“, so Öhmann. Ziel des Unternehmens sei es, den Schlachtbetrieb nach und nach abschnittsweise wieder hochzufahren, und zwar nur mit Mitarbeitenden, die zuverlässig negative Testergebnisse haben.

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Das Gesundheitsamt des Kreises hatte ab Freitag noch einmal alle Mitarbeiter getestet, die schon zuvor negativ getestet worden seien. Die meisten seien auch bei der zweiten Testrunde negativ gewesen, so Kreissprecher Christoph Hüsing. Rund 270 Mitarbeiter waren zuvor in der ersten Testreihe positiv getestet worden.

Auch Ausbrüche in Niedersachsen

Am Sonntag war bekannt geworden, dass es auch in einem Fleischbetrieb in Niedersachsen zu vermehrten Corona-Ausbrüchen gekommen ist. Hier hatten sich 92 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Aus dem Sozialministerium in Niedersachsen hieß es am Montag, dass es sich bei den Infizierten größtenteils um Arbeiter eines Subunternehmers handele, der auch in Coesfeld aktiv war.

Westfleisch kündigte am Montag ebenfalls weitere Konsequenzen an. „Als Folge der jüngsten Vorkommnisse trennt sich Westfleisch an seinem Standort in Coesfeld von einem externen Werkvertragsunternehmen, in dessen Reihen viele Beschäftigte positiv auf das Corona-Virus getestet wurden“, so Unternehmenssprecher Philipp Ley. Westfleisch übernehme, die rund 350 betroffenen Werkvertragsarbeiter, die laufenden Mietverhältnisse und kümmere sich um den Transport von und zur Arbeitsstätte. Ob es sich bei dem Unternehmen um dasselbe Subunternehmen handelt, wie in Niedersachsen, blieb zunächst unklar.

Aktualisierung, 19. Mai: Westfleisch-Sprecher Philipp Ley hat sich auf unsere Anfrage noch zu dem Zusammenhang zwischen dem Subunternehmer aus Niedersachsen und dem Subunternehmer, dem nun von Westfleisch gekündigt wurde geäußert: „Das Werksvertragsunternehmen, von dem sich Westfleisch getrennt hat, arbeitet auch noch für den Zerlegebetrieb WestCrown“, so Ley. An diesem Unternehmen ist Westfleisch zu 50 Prozent beteiligt. „Gespräche mit dem Beteiligungspartner über das weitere Vorgehen laufen“, so Ley.

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