Das Feuer brennt für die große Sternsingeraktion in Nordkirchen

Sternsingeraktion

Raus aus dem Auto, klingeln, das einstudierte Lied singen und damit um eine Spende bitten, den Segensspruch an die Hauswand malen. Zurück zum Auto. Und weiter geht es. Noch viele Male.

Nordkirchen

, 06.01.2019, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Feuer brennt für die große Sternsingeraktion in Nordkirchen

In den Außenbereichen sind die Sternsinger sehr willkommen. Die Menschen freuen sich über den Besuch. © Thomas Aschwer

Neele, Frieda (beide 13) und Sophie (14) kennen sich bestens aus. Mit der Sternsingeraktion, die die drei Freundinnen bereits seit vielen Jahren unterstützen. Und auch in der Bauerschaft Piekenbrock, die sie am Sonntag mit Fahrer Matthias Jünemann ansteuern. „Die Bewohner in den Außenbereichen freuen sich sehr, wenn die Sternsinger kommen. Sie werden oft ins Haus gebeten“, sagt Jünemann aus langjähriger Erfahrung.

Das Feuer brennt für die große Sternsingeraktion in Nordkirchen

Matthias Jünemann steuert mit den drei Sternsingern die Höfe in der Bauerschaft Piekenbrock an. Er kennt sich hier nach vielen Sternsingeraktionen bestens aus. © Thomas Aschwer

Früher ist er selbst von Hof zu Hof gefahren worden, um den Segen zu übermitteln und um Spenden zu bitten. Seit einigen Jahren ist er als Mitglied der Messdiener-Leiterrunde für die Organisation der Aktion zuständig. Ein Unterfangen, das gerade in diesem Jahr nicht einfach ist. Trotz wiederholter Aufrufe haben sich nur rund 40 Kinder und Jugendliche gemeldet. „Das sind nochmals weniger als im vergangenen Jahr“, sagt Ralf von der Halben, der seit knapp 20 Jahren die Sternsinger betreut und bei dem die Fäden auch in diesem Jahr wieder zusammenlaufen.

Das Feuer brennt für die große Sternsingeraktion in Nordkirchen

20*C+M+B+19 – so steht es seit Sonntag an vielen Hauswänden im Außenbereich. Die Buchstaben sind eine Abkürzung für „Christus Mansionem Benedicat“. Das ist Latein und bedeutet: Christus segne dieses Haus. © Thomas Aschwer

Weniger Sternsinger bedeutet größere Bezirke

Im Aussendungsgottesdienst hat er gerade noch Gitarre gespielt, um nur wenige Minuten später im Pfarrheim letzte Details und Fragen zu klären. Dann geht es zügig raus auf die Straße. Nur keine Zeit verlieren. Obwohl sich auch die Kinderheilstätte an der Aktion beteiligt, mussten angesichts der rückläufigen Sternsingerzahl die Bezirke für die einzelnen Sternsingergruppen vergrößert werden. „Wir wissen nicht, ob wir alle Haushalte erreichen können.“ Im Pfarrbüro und auch in der Kirche gebe es deshalb für alle Interessierten die Aufkleber. Zudem seien im Pfarrbüro auch Spenden für die große Hilfsaktion möglich.

Für die drei Freundinnen Neele, Frieda und Sophie war es keine Frage, ob sie sich auch in diesem Jahr wieder in den Dienst der guten Sache stellen. Bereits seit der Grundschule kennen sie sich und seit vielen Jahren machen sie bei der Aktion mit. „Weil es Spaß macht. Und weil man etwas für andere Menschen machen kann“, sagt Neele.

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So erlebten Nordkirchener Kinder die Sternsingeraktion

Sie ließen sich per Auto bringen, besuchten die Bauerschaften und brachten den Segen an die Haustüren. Nordkirchener Mädchen und Jungen waren am Sonntag, 6. Januar, als Sternsinger unterwegs. Und wir waren dabei und haben Fotos geschossen.
06.01.2019
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Viele Bewohner in den Außenbereichen warten auf den Besuch der Sternsinger. Sie freuen sich sehr, wenn die Jugendlichen klingeln.© Thomas Aschwer
Viele Bewohner in den Außenbereichen warten auf den Besuch der Sternsinger. Sie freuen sich sehr, wenn die Jugendlichen klingeln.© Thomas Aschwer
Viele Bewohner in den Außenbereichen warten auf den Besuch der Sternsinger. Sie freuen sich sehr, wenn die Jugendlichen klingeln.© Thomas Aschwer
Gerade in den Außenbereichen kommt die Kreide stark zum Einsatz. Die Aufkleber sind weniger gefragt.© Thomas Aschwer
Der Weihrauch ist erschwert den "Durchblick" im Auto. Noch Wochen nach der Aktion ist er in den Fahrzeugen zu riechen.© Thomas Aschwer
Die Messdienerleiterrunde übernimmt in Nordkirchen die Organisation der Sternsingeraktion. Dazu gehört auch die Gestaltung des feierlichen Aussendungsgottesdienstes.© Thomas Aschwer
Die Nordkirchener Sternsinger beim feierlichen Auszug aus der katholischen Pfarrkirche.© Thomas Aschwer
Die Nordkirchener Sternsinger beim feierlichen Auszug aus der katholischen Pfarrkirche.© Thomas Aschwer
Gruppenfoto der Nordkirchener Sternsinger vor dem Pfarrheim.© Thomas Aschwer
Ralf von der Halben gab den Sternsingern im Pfarrheim die letzten Informationen für die diesjährige Aktion.© Thomas Aschwer
In den Außenbereichen werden die Sternsinger oft ins Haus gebeten. Neben der Spende für die Aktion gibt es immer wieder auch kleine Geschenke für die Jugendlichen. Ein Großteil der Süßigkeiten spenden sie dann später an die Tafel.© Thomas Aschwer
Matthias Jünemann engagiert sich seit vielen Jahren bei den Messdienern und bei der Sternsingeraktion. Am Sonntag fuhr er wieder eine Gruppe durch den Piekenbrock.© Thomas Aschwer
© Thomas Aschwer

Fast wortgleich formuliert später Matthias Jünemann seine Motivation. Auch er ist sehr früh zur Sternsingeraktion gekommen. Und auch zu den Messdienern. Die übernehmen in Nordkirchen traditionell die Organisation der Aktion. „Dazu gehört auch die Vorbereitung des Aussendungsgottesdienstes“, sagt Ralf von der Halben. Während er im Ort bleibt, betreut Jünemann eine der beiden Außenbereichs-Gruppen. Die Sitzordnung in seinem Familienvan ist klar festgelegt. Wer den Weihrauch trägt, sitzt vorne. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt Jünemann.

Nach wenigen Minuten hat die Gruppe den ersten Hof erreicht.

Das Feuer brennt für die große Sternsingeraktion in Nordkirchen

Viele Bewohner in den Außenbereichen warten auf den Besuch der Sternsinger. © Thomas Aschwer

Sternsinger spenden Süßigkeiten an die Tafel

Nach dem Schellen geht schnell die Tür auf. Das Lächeln der Gastgeberin macht deutlich, hier sind die Messdiener sehr willkommen. Mit Freude tragen sie ihr Lied vor. Die erbetene Spende für die Aktion ist - natürlich - vorbereitet. Und ein kleines Geschenk gibt es auch dazu. Doch die Kinder behalten die Dinge nicht für sich. Sie werden später unter allen Sternsingern aufgeteilt. „Ein Großteil spenden wir jedoch an die Tafel“, sagt das Trio und freut sich darüber, so weiteren Menschen eine Freude bereiten zu können.

Für mehr als zwei, drei Sätze ist leider keine Zeit. Insgesamt 55 Hofstellen stehen schließlich auf der Liste der Gruppe an diesem Sonntag. „Und einige haben gleich mehrere Haushalte“, sagt Jünnemann. Doch die Sternsinger machen es gerne. Mittags kehren sie für eine kurze Pause ins Pfarrheim zurück. Hier ist ein Essen vorbereitet, bevor sich die Sternsinger wieder auf den Weg machen. Mit ihrem Stern und reichlich Weihrauch. So viel, dass die Sicht im Auto von Matthias Jünemann zumindest eingeschränkt ist. „Die nächsten vier Wochen wird es auch danach riechen.“ Und was passiert, wenn die Glut doch erlöschen sollte. „Wir haben einen Gasbrenner mit, um neue Kohlen anzünden zu können.“ Bei Matthias Jünnemann und den Jugendlichen brennt das Feuer für die Sternsingeraktion.

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