Das sagen Nordkirchener Vereine zum Borgard-Aus

Traditionskaufhaus schließt

Die Schließung des Kaufhauses Borgard an der Schloßstraße ist etwas, das auch viele der etablierten Vereine in Nordkirchen unmittelbar betrifft. Für die kfd, für die Kolpingsfamilie und für den Kulturverein ist das Kaufhaus in den vergangenen Jahren immer eine Art Vorverkaufsstelle gewesen. Gibt es für sie Alternativen?

NORDKIRCHEN

, 17.12.2014, 13:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

.Bedauern von der kfd Die Nordkirchener kfd bedauert das sehr, wie Mitglied Marion Wiedey auf Anfrage der Redaktion sagt. "Es tut uns unendlich leid." Jahrelang hatte die kfd Anmeldelisten für Fahrten, Aktionen oder Veranstaltungen im Kaufhaus ausgelegt; Ingrid und Josef Borgard übernahmen es dann auch, die dafür anfallenden Beiträge zu kassieren. "Wir müssen jetzt mal gucken, wie wir das weiter machen", sagt Marion Weidey mit Blick auf die Zukunft. Die kfd-Frauen haben bisher noch keine Lösung, aber schon etwas im Hinterkopf.Noch keine Alternative für den Kulturkreis Ähnlich sieht es beim Kulturkreis Nordkirchen aus. Seit fast fünf Jahren hatten die Borgards Eintrittskarten für die Nordkirchener Kulturveranstaltungen verkauft. "Das war einfach das Zentrum", sagt Kulturkreis-Vorsitzender Bernd Spelsberg. "Für uns ist das jetzt relativ schwer. Wir haben noch keine Alternative", erklärt er weiter. Zwar habe der Kulturkreis mit Miss Marple's Buchladen eine weitere wichtige Vorverkaufsstelle im Ort, dennoch sei für Borgard noch kein Ersatz gefunden worden. "Natürlich" bedauere der Kulturkreis deshalb die Schließung. Vor allem auch, so erzählt es Spelsberg, weil man mit der Familie Borgard immer so gut habe zusammenarbeiten können.Für die Kolpingsfamilie Nordkirchen endet eine Tradition "Das war immer einfach und unkompliziert. Wir haben das gerne genutzt", so Theo Aldenhövel von der Kolpingsfamilie Nordkirchen. Auch die Kolpingsfamilie nutzte den Service des Kaufhauses, dort Anmeldelisten auszulegen und Eintrittsgelder zu kassieren. "Wir müssen uns jetzt etwas überlegen", sagt Aldenhövel. Immer seien auch telefonische Anmeldungen möglich - allerdings gäbe es dabei nicht die gleiche Verbindlichkeit, die es beim Kaufhaus Borgard immer gegeben habe. "Es ist schon schade. Damit geht natürlich auch eine Tradition zu Ende."Heimatverein: "Das letzte urwüchsige Kaufhaus" Das Ende einer Tradition - auch ein gutes Stichwort für den Heimatverein. Mit der Schließung des Kaufhauses ende ein Stück Geschichte, sagt Hubert Kersting, der Vorsitzende des Heimatvereins. "Borgard ist nun einmal das letzte urwüchsige Kaufhaus von Nordkirchen", sagt er. Auch deshalb sei die Schließung bedauerlich. Hefte und Bücher, die der Heimatverein herausgegeben hat, hatten bei Borgard immer ein eigenes Regal, erzählt Kersting. "Familie Borgard hat das unentgeltlich gemacht, zum Wohle des Vereins." Darüber hinaus sei das Kaufhaus eben immer etwas Besonderes gewesen. Vor allem durch Josef und Ingrid Borgard. "Das sind einfach liebe und nette Menschen."

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