Das sagt der DLRG-Vorsitzende zu den Neubauplänen für ein Nordkirchener Schwimmbad

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Seit 2015 sitzt Julian Grenz, Vorsitzender der DLRG Nordkirchen, auf dem Trockenen. Vier Jahre ohne Schwimmbad zeigen Spuren, wie er meint. Nicht nur deshalb begrüßt er die Neubaupläne.

Nordkirchen

, 29.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Rund 60 Prozent der Zehnjährigen können nicht schwimmen - bundesweit. Julian Grenz, Vorsitzender der DLRG-Ortsgrupe Nordkirchen, befürchtet, dass der Wert in der Schlossgemeinde ähnlich schlecht ist. Wenn ein Schwimmbad vier Jahre lang geschlossen ist, zeige das Spuren.

Es sei ja nicht so, dass die Grundschulkinder gar keinen Schwimmunterricht erhielten, aber zu wenig. „Einmal pro Woche schwimmen zu gehen, genügt nicht, um es zu lernen“, meint Grenz. Dabei habe die DLRG ihre Verantwortung für die Ausbildung nicht an die Grundschulen abgegeben, sondern bilde selbst weiter aus - in Ermangelung eines eigenen Bades in der Nachbarschaft.

„Eine richtig gute Sache“

„Wir haben feste Zeiten im Herberner Hallenbad“, sagt er, allerdings Samstagmorgens: also zu einem Zeitpunkt, der für Eltern und Kinder „nicht besonders attraktiv ist“. Dennoch sei das besser als nichts, um die Übergangszeit zu überbrücken, bis es auch in Nordkirchen wieder ein Bad geben wird. Da ist Julian Grenz inzwischen so hoffnungsfroh wie seit langem nicht mehr. Das hat mit einer Ankündigung von Bürgermeister Dietmar Bergmann zu tun.

„Jetzt bekommen wir sechs Bahnen, und ein Lehrschwimmbecken für Kurse, ein Kleinschwimmbecken und einen Wellnessbereich“, hatte er im Sommerinterview mit den RN angekündigt. So würden die Pläne des Investors aussehen, die auf der Fläche Am Gorbach neben der Gesamtschule ein Hotel bauen will - inklusive Schwimmbad und Wellnessbereich. „Wenn das so kommt, ist das eine richtig gute Sache“, so Grenz, dem der Bürgermeister die Pläne bereits gezeigt hatte.

Wenn die Gemeinde Nordkirchen selbst ein Bad gebaut hätte, da stimmt der DLRG-Vorsitzende mit dem Bürgermeister überein, wäre eine so große Anlage aus Kostengründen undenkbar gewesen. „Höchstens vier Bahnen von jeweils 25 Metern.“ Grenz‘ Botschaft an die Politik ist klar.

107 Mitglieder sind nach wie vor dabei

„Die sollen ein Bad hinstellen, dann bringen wir schon allen das Schwimmen bei“, sagt der Vorsitzende der Lebensretter und lacht. Bis jetzt sei es der DLRG gelungen, ihre Mitglieder bei der Stange zu halten. „Wir sind zurzeit 107 Mitglieder“, sagt er. Verglichen mit der Zeit vor der Badschließung 2015 sei das eine Veränderung von „plus, minus Null“: ein Kompliment für den guten Teamgeist in der DLRG-Ortsgruppe.

Der Flächennutzungsplan für das Hotel mit dem benachbarten Aus- und Fortbildungszentrum für Steuerbeamte des Landes soll Anfang 2020 fertig sein. Dann könnte der Baustart sein. Für Grenz und seine Kollegen ist ein Ende des Wartens absehbar.

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