Das steckt hinter den Handzetteln in den Briefkästen

Gesprächsthema in Nordkirchen

Viele Nordkirchener, Südkirchener und Capeller haben in den vergangenen Tagen Zettel in ihren Briefkästen gefunden, auf die sich viele der Empfänger keinen Reim machen konnten: eine Einladung, bei der Nachbarschaftsplattform www.nebenan.de mitzumachen. Wir haben nachgeschaut, was dahinter steckt.

NORDKIRCHEN

, 05.05.2017, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das steckt hinter den Handzetteln in den Briefkästen

Diesen Handzettel haben viele Nordkirchener, Südkirchener und Capeller in ihren Briefkästen aufgefunden.

„Hallo liebe Nachbarn in Nordkirchen, wir möchten uns in der Gemeinde besser vernetzen und haben dafür auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de unsere kostenlose Nachbarschaft ‚Nordkirchen‘ ins Leben gerufen“. Die Einladung von einem Andre aus der Bolland klingt freundlich und harmlos, der Zugang zu der Internetplattform scheint unproblematisch – doch ist die Seite auch vertrauenswürdig?

„Ja“, sagt Franziska Böttger auf Anfrage unserer Redaktion. Sie ist Sprecherin des Berliner Unternehmens „Good Hood GmbH“, das hinter nebenan.de steckt. Hinter dem Zettel stecke tatsächlich ein Nordkirchener, der sich auf der Internetplattform registriert habe und mit der Einladung weitere Bewohner der Schlossgemeinde dazu einladen wolle, ihm zu folgen.

Portal kontrolliert, ob Personen wirklich existieren

Laut Nutzungsbedingungen der Internetseite ist das Angebot kostenlos, die Mitglieder verpflichten sich bei der Anmeldung „wahrheitsgemäße, aktuelle und vollständige Angaben“ zu machen und „Daten, vor allem Name und Anschrift“, aktuell zu halten.

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Wie Franziska Böttger erklärt, müsse dazu jeder Nutzer seine Angaben verifizieren, zum Beispiel, indem er ein Foto seines Personalausweises hochlädt oder das eines Briefkopfes von einem offiziellen Schreiben, „beispielsweise von Ämtern oder Behörden“, so das Unternehmen auf seiner Seite.

Unternehmen: Wir nehmen Datenschutz ernst

„Wir sind ein deutsches Unternehmen“, sagt die Sprecherin. Und als solches nehme man das Thema Datenschutz sehr ernst. Heißt: Die Nutzerdaten werden laut nebenan.de auf Servern in Deutschland gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben.

Ziel der Seite sei, Nachbarn eine Möglichkeit bieten, sich zusammenzutun, auszutauschen und gegenseitig Hilfe anzubieten, so Böttger. Wer zum Beispiel handwerkliche Hilfe benötige, könne in seiner gesamten Nachbarschaft danach fragen. Genauso könnten sich Nachbarn mit gleichen Interessen zusammenfinden.

Nicht nur virtuelle Bekanntschaften

Wichtig dabei sei der Hintergrundgedanke, dass man sich am Ende persönlich kennenlerne, so die Sprecherin. Sie zieht den Vergleich zu Facebook. Dort habe man in der Regel viele Freunde in der ganzen Welt, mit denen man sich aber nur selten austausche – nebenan.de wolle dagegen den Austausch mit dem direkten Umfeld fördern.

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