In seiner Praxis behandelt Heilpraktiker und Osteopath Mario Erdmann jeden Tag Menschen mit Beschwerden, die in der Coronapandemie aufgetreten sind oder sich verstärkt haben. © Praxis Erdmann
Rückenschmerzen und Co

Die Folgen der Coronakrise bescheren einem Berufsstand richtig Zulauf

Corona-Pandemie, Homeoffice: Viele Menschen haben und hatten bedingt durch Lockdowns weniger Kontakte und/oder arbeiten von zuhause aus. Das hat und hatte Folgen.

Wer zu Fachleuten wie Mario Erdmann kommt, hat Beschwerden. Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen zum Beispiel. Der Nordkirchener Heilpraktiker sucht dann gemeinsam mit den Patienten nach Lösungen zur Linderung und möglichst Heilung der Beschwerden. Wie er vorgeht, beschreibt Erdmann auf seiner Homepage: „Zusätzlich zur Manuellen Therapie, die sich auf das muskuloskeletale System stützt, basiert die Osteopathie auf die Einbeziehung innerer Organe und des Craniosakralen Rhythmus des Körpers. Die gute Beweglichkeit und Ver- und Entsorgung des Körpers soll die Funktion, die Gesunderhaltung und Selbstheilung generieren.“

Bis zu zehn Kilo Gewichtszunahme

Osteopathie im Dialog mit den mit behandelnden Ärzten: Diese Methode haben in den letzten eineinhalb Jahren vermehrt Menschen in Anspruch genommen, erzählt Erdmann auf Anfrage. Der Grund: „Durch den Wegfall von Freizeitaktivitäten während der Coronapandemie sind die Leute immobiler geworden, weil sie zugenommen haben.“ Folge: „Die Leute sind nicht mehr so beweglich wie sonst.“ Hinzu komme die Arbeit im Homeoffice: „Die Menschen sitzen länger am Schreibtisch. Auf der Arbeit haben sie einen höhenverstellbaren Schreibtisch, aber zuhause meistens nicht.“ Das höre er jeden Tag von seinen Patienten. Ebenso, dass sie zuhause länger als sonst arbeiten, „weil sie immer präsent sind und viel öfter ihre E-Mails lesen und somit öfter an den Schreibtisch gebunden sind“.

Wobei ihm aufgefallen sei, dass sich jüngere Menschen einen höheren Homeofficeanteil wünschen als ältere Menschen.

Wie auch immer – die Wahrscheinlichkeit, bei einer Gewichtszunahme durch geringere Freizeitaktivitäten und einem längeren sitzenden Anteil durch das Homeoffice aktiver zu werden, ist dann nicht gerade groß. Müdigkeit, Antriebslosigkeit komme dann ins Spiel, sagt der Heilpraktiker. Das sind dann die Ausgangslagen, in denen Menschen mit Schmerzen zu Erdmann kommen: Rückenschmerzen, weil sich die Menschenweniger bewegen, Nackenschmerzen durch die Computerarbeit. Beschwerden, die in der Coronapandemie zugenommen haben. Das könne man durchaus als Coronaeffekt bezeichnen.

„Ich gucke mir den ganzen Körper an“

In Erdmanns Praxis kümmert sich der Heilpraktiker erst mal darum, „ob Muskeln durch vermehrtes Sitzen verkürzt sind, ob Muskeln gekräftigt werden müssen, ob die Statik in Ordnung ist“. Wobei er betont, nach Ursachen zu suchen. „Ich gucke mir den ganzen Körper an, von Kopf bis Fuß. Das sei wichtig, weil bei Schmerzen auch in den Fokus rücken müsse, ob Organe betroffen sind. Das gehöre eben zum Bereich der Osteopathie. Darmbeschwerden können Rückenschmerzen verursachen, Magenprobleme zu Schulterbeschwerden.

Zeiten und Kontakt

  • Mario Erdmann erweitert in seiner Praxis die Zeiten für Termine.
  • War er bis dato noch an zwei Tagen in einem großen Gesundheitszentrum in Ahlen und an drei Tagen in seiner Nordkirchener Praxis, An der Post 11, stockt er den Nordkirchener Präsenzanteil nun auf fünf Mal in der Woche auf.
  • Ab dem 1. November sind Termine von Montag bis Freitag möglich.
  • Interessierte können Termine telefonisch unter 0177 / 169 444 0 oder per E-Mail kontakt@praxis-mario-erdmann.de vereinbaren.
  • www.praxis-mario-erdmann.de

Mobilisation der Muskeln und Knochenapparates sowie der Organe: Erdmanns tägliches Brot. In der Praxis, aber auch durch Tipps zu Übungsanwendungen zuhause. Denn Mobilisation etwa durch Dehnen solle in den Lebensalltag integriert werden. Und das kann so geschehen: „Nach einer Stunde Arbeit am Computer sollen die Leute die Übungen machen. Die dauern ja nur ein paar Sekunden. Dann können sie sich wieder an den Schreibtisch setzen und nach einer Stunde erneut aufstehen und Übungen machen.“ Der Körper lechze ja danach, sich mal wieder zu bewegen. Gerade Bandscheiben lebten von Bewegung.

Unabhängig von den Übungen seien gesunde Ernährung und Bewegung in der Freizeit wichtig. Das wirke der Gewichtszunahme entgegen. Und Mario Erdmann hat noch einen weiteren wichtigen Tipp: „Erst müssen die Schmerzen weg und die Blockaden aus dem Körper raus. Dann aber nicht sofort wieder im Fitnessstudio voll loslegen mit dem Training. Sondern gemäßigt.“

Da wäre aber auch ein weiterer Faktor, der zur Linderung und Heilung von Schmerzen führt oder dazu beiträgt, dass man den inneren Schweinehund zu mehr Beweglichkeit überwindet: eine positive Lebenseinstellung. „Ich muss auch Motivator sein“, sagt der Heilpraktiker und Osteopath.

Über den Autor
Redaktion Selm
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Arndt Brede