Diese Folgen hat der Anschlag für Nordkirchen

Nach Attentat in Berlin

Der Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin wird nicht nur Auswirkungen auf Sicherheitskonzepte in Großstädten haben. Wir haben bei der Kreispolizeibehörde, der Nordkirchener Gemeindeverwaltung und der Fachhochschule für Finanzen (FHF) nachgefragt, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden.

NORDKIRCHEN

, 20.12.2016 / Lesedauer: 3 min
Diese Folgen hat der Anschlag für Nordkirchen

Der Lastwagen wurde am Dienstagmorgen geborgen. Das Gelände am Weihnachtsmarkt in Berlin ist weiträumig abgesperrt.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann: „Die Geschehnisse auf dem Berliner Weihnachtsmarkt sind schrecklich. Ich bin mit meinen Gedanken bei den Opfern und Verletzten sowie deren Familien.“ Im Hinblick auf Märkte, Veranstaltungen und den Karnevalsumzug in der Gemeinde Nordkirchen halte die Verwaltung schon immer ein besonderes Augenmerk auf das Sicherheitskonzept: „Auch in Zukunft werden Polizei, Ordnungskräfte und Veranstalter an einem Tisch sitzen und gemeinsam überlegen, welche Sicherheitsmaßnahmen nötig und möglich sind. Leider wird es nie eine 100-prozentige Sicherheit geben können“, so Bergmann weiter.

Keine direkten Auswirkungen auf Konzerte am Schloss

Auf die Großveranstaltungen am Schloss Nordkirchen haben die Ereignisse in Berlin keine unmittelbaren Auswirkungen, wie Wilhelm Schulte, Verwaltungsleiter der Fachhochschule für Finanzen, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte: „Wir haben bereits ein umfangreiches Sicherheitskonzept, das von Profis erstellt wurde“, erläuterte Schulte. Das werde für Veranstaltungen, wie die Schlosskonzert-Reihe, einmal jährlich überprüft. So wie allgemeine Sicherheitsaspekte, also Brandschutz und Sicherheitskontrollen, werde aber auch der Terroranschlag von Berlin in den Vorbereitungen eine Rolle spielen, so Wilhelm Schulte.

Diese Vorbereitungen beginnen einige Monate vor den Veranstaltungen, zum Beispiel für das nächste Open-Air-Konzert am Schloss am 7. Juli 2017. Dass das beliebte Konzert, das jährlich tausende Besucher nach Nordkirchen lockt, im kommenden Jahr verkleinert wird, habe nichts mit Sicherheitsaspekten zu tun, erklärte der FHF-Verwaltungsleiter. Stattdessen sei die Nachfrage für die bisherige Wiese 1 nicht mehr entsprechend gewesen, sodass nur noch die bisherige Wiese 2 bespielt werde.

Polizeistreifen mit Maschinenpistolen auf Weihnachtsmärkten

Auf Anfrage sagte Rolf Werenbeck-Ueding, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde im Kreis Coesfeld, die Ereignisse in Berlin hätten auch Auswirkungen auf das Sicherheitskonzept der Polizei im Kreis. So kündigte der Polizeihauptkommissar an, dass beispielsweise ab sofort auf dem Weihnachtsmarkt in Dülmen Doppelstreifen mit schusssicheren Westen und Maschinenpistolen eingesetzt werden. Das sei eine unmittelbare Maßnahme – der Anschlag werde aber auch bei den Sicherheitsvorkehrungen kommender Großereignisse berücksichtigt, erklärte der Polizeisprecher.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erklärte hierzu: „Die Polizei im Kreis Coesfeld steht in engem Informationsaustausch mit allen Sicherheitsbehörden. Wir tun alles dafür, um die Sicherheit zu gewährleisten.“ Den Menschen im Kreis Coesfeld rät er, besonnen zu reagieren. Die Polizei steht mit den Kommunen im Kreis Coesfeld im engen Kontakt, um Sicherheitsmaßnahmen abzustimmen. In Dülmen sind gestern weitergehende Sicherungsmaßnahmen für den Weihnachtsmarkt wie das Aufstellen von Betonpollern vereinbart worden.

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