Diese Straße will Nordkirchen nicht geschenkt haben

K15 nach Ascheberg

Straße zu verschenken! Kreisstraße zu verschenken! Der Kreis Coesfeld würde gerne die Kreisstraße K15 zwischen Capelle und Ascheberg an die beiden Gemeinden übergeben. Ein „Geschenk“, das die Gemeinde Nordkirchen allerdings dankend ablehnt. Warum nur?

NORDKIRCHEN

, 01.09.2017, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Straße will Nordkirchen nicht geschenkt haben

Beim Kreis Coesfeld gibt es Überlegungen, die Kreisstraße K 15 zur Gemeindestraße herabzustufen. Bei der Gemeinde Nordkirchen stößt dieser Vorschlag allerdings auf Ablehnung. Die Gemeinde befürchtet zusätzliche Kosten.

„Bereits Mitte 2015 gab es erste Diskussionen über die Straße“, sagt auf unsere Anfrage Bürgermeister Dietmar Bergmann. Das Thema sei auch im Bauausschuss der Gemeinde thematisiert worden.

Mit einem klaren Votum: Es ist eine Kreisstraße und soll eine Kreisstraße bleiben. Das wichtigste Argument aus Sicht von Bürgermeister Dietmar Bergmann ist: „Es ist eine Verbindungsstraße, die immer noch ganz gut befahren wird.“

Kreis Coesfeld: "Straße mit geringer Verkehrsbedeutung"

Das sieht der Kreis Coesfeld zumindest in Detail-Aspekten anders. „Das Verkehrsaufkommen von 295 Autos in 24 Stunden und der Ausbauzustand mit einer teilweisen nur 4,50 Meter breiten Fahrbahn könnten zu der Annahme führen, dass es sich um eine Straße mit geringer Verkehrsbedeutung handelt“, heißt es in der Vorlage für die nächste Sitzung des Fachausschusses am Montag, 4. September, ab 16.30 Uhr auf der Burg Vischering in Lüdinghausen.

Allerdings räumt der Kreis in der Vorlage auch ein, dass es sich „augenscheinlich bei der K15 um eine zwischengemeindliche Verkehrsbeziehung zwischen Capelle und Ascheberg handelt. Dies würde für die richtige Einstufung als Kreisstraße sprechen.“

Nordkirchens Bürgermeister: "K15 hat Kreisstraßen-Charakter"

Damit wären Kreis und Gemeinde Nordkirchen wieder auf einer Linie. „Die K15 hat eher den Charakter einer Kreisstraße“, betont Dietmar Bergmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Als weitere Begründung führt er an, dass der „Verkehr in den vergangenen Jahren eher zu- als abgenommen hat.“

Damit kommt Bergmann auf den zentralen Punkt, warum die Gemeinde „nicht alles geschenkt bekommen will.“ Zwar sei die Straße jetzt in einem insgesamt guten Zustand. Doch „schnell ist die Bankette kaputt.“ Nicht einmal fünf Jahre habe die Gemeinde Ruhe, ehe sie bei einer Übernahme aktiv werden müsse. „Dafür haben wir auf dem Bauhof jedoch keine Kapazitäten.“

So spielt Bürgermeister Dietmar Bergmann den Ball an den Kreis zurück: Der weise die Gemeinde Nordkirchen Jahr für Jahr darauf hin, sehr sparsam zu wirtschaften. Die Übernahme einer Straße würde jedoch neue Ausgaben bedeuten. Und genau das wolle die Gemeinde verhindern.

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