Drogenlager: Bezog Südkirchener Stoff aus Lünen?

Zweiter Prozesstag

Nachdem die Polizei im Februar dieses Jahres auf einem Bauernhof in Ottmarsbocholt das Drogenlager eines Südkircheners entdeckte, fand am Freitag der zweite Tag im Prozess gegen den 36-Jährigen statt. Dabei kam unter anderem heraus, dass ein Teil der Drogen möglicherweise aus Lünen bezogen wurde.

NORDKIRCHEN

21.08.2015, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drogenlager: Bezog Südkirchener Stoff aus Lünen?

Acht Kilogramm Marihuana.

Woher stammen die ganzen Drogen? Das war am Freitag eine der Hauptfragen am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Münster gegen einen 36-jährigen Südkirchener und einen 34-jährigen Mann aus Lüdinghausen.

Unstrittig ist die Menge von weit über zehn Kilogramm Rauschgift, die die Polizei bei einer Durchsuchung am 20. Februar 2015 in Räumen auf einem Bauernhof in Ottmarsbocholt fand, die der Südkirchener dort angemietet hatte. Unstrittig ist auch, dass der Südkirchener den Mann aus Lüdinghausen regelmäßig belieferte und dass der den Stoff an Konsumenten in der Umgebung verkaufte. Keine Angaben macht der Südkirchener allerdings über seine weiteren Kunden und schon gar nicht über seine Quellen. Weil er um seine Sicherheit fürchte, wie sein Verteidiger zum Prozessauftakt erklärt hatte.

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Wesentlich gesprächiger war dagegen der Beschuldigte aus Lüdinghausen. Er nannte der Polizei mögliche Wege, auf denen sein Geschäftspartner das Rauschgift bezogen haben soll. Dies wurde gestern deutlich, als die 11. Große Strafkammer die beiden ermittelnden Polizeibeamten aus Coesfeld als Zeugen hörte. So sollen zwei weibliche Kuriere und ein Speditionsfahrer aus Gronau Drogen aus den Niederlanden geholt und nach Selm geliefert haben, von wo sie dann der Südkirchener bekam.

Das Kokain soll der Angeklagte von einem Polen namens Damian aus Lünen bezogen haben, der sich aus den Geschäften einen 112.000 Euro teuren Lamborghini geleistet habe. All dies konnte die Polizei bislang nicht bestätigen. Die Ermittlungen dauern an.

Vielleicht Verbindung zu Drogen-Fall aus Drensteinfurt

Ganz anders sieht es mit einer Spur zu einem Albaner in Drensteinfurt (Kreis Warendorf) aus.  Der 42-Jährige, der in Drensteinfurt eine griechische Imbissstube betrieb, muss sich derzeit in einem parallel laufenden Verfahren vor der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts verantworten. Hier geht es ebenfalls um große Mengen Rauschgift, darüber hinaus aber auch um bandenmäßig organisierte Kriminalität und eine Schusswaffe samt Munition. Außerdem um einen Zeugen, der um Leib und Leben seiner Familienmitglieder bangt, weil aus dem Umfeld des Albaners entsprechende Drohungen ausgestoßen worden sein sollen.

Sollte sich die Verbindung nach Drensteinfurt bestätigen, dann wird verständlich, warum der Südkirchener Angst hat, seine Lieferanten zu nennen. Ganz unbewaffnet waren der Südkirchener und der Lüdinghausener übrigens auch nicht, wie gestern bekannt wurde. Denn neben dem Rauschgift, Geräten zur Herstellung von Amphetamin und mehreren Handys, fand die Polizei bei beiden jeweils auch einen Elektroschocker. Die Verhandlung wird am kommenden Montag fortgesetzt.   

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