Drogenprozess: Dealer nennt keine Lieferanten

Südkirchener angeklagt

Im Drogenprozess, in dem ein 36-jähriger Südkirchener und ein 34-jähriger Lüdinghausener aufgrund von Drogenhandels im großen Stil angeklagt sind, weigert sich einer der beiden Angeklagten seine Lieferanten zu nennen. Zu den schweren Vorwürfen schweigt er beharrlich.

NORDKIRCHEN

16.09.2015 / Lesedauer: 3 min
Drogenprozess: Dealer nennt keine Lieferanten

Acht Kilogramm Marihuana.

Im Drogenprozess mit Beteiligung eines 36-jährigen Südkircheners ist ein Ende in Sicht. Am 25. September sollen die Plädoyers gehalten und das Urteil gegen ihn und seinen 34-jährigen Geschäftspartner aus Lüdinghausen verkündet werden.

Seit Dienstag (15.9.) ist der Lüdinghausener auf freiem Fuß. Mit strengen Auflagen hob das Gericht den Haftbefehl gegen ihn auf. Dazu kam es, weil inzwischen alle Prozessbeteiligten bis hin zum Staatsanwalt an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin zweifeln.

Die ehemalige Lebensgefährtin des 34-Jährigen hatte der Polizei Dutzende von Kunden des Angeklagten genannt. Doch nicht einer von ihnen bestätigte die Anschuldigungen.

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Landrat Konrad Püning (r.) und Bernd Loeffler, Direktionsleiter Kriminalität schauen sich den Drogenfund an.© Foto: Theo Wolters
2000 Pillen Ecstasy wurden gefunden.© Foto: Theo Wolters
Gefunden wuden auch 45 Kilogramm Streckmittel.© Foto: Theo Wolters
Die Drogen wurden auch mit Koffein gestreckt.© Foto: Theo Wolters
Die gefunden Drogen, im Vordergrund acht Kilogramm Marihuana.© Foto: Theo Wolters
Acht Kilogramm Marihuana.© Foto: Theo Wolters
In diesem umgebauten Schreibtisch wurden Drogen gefunden.© Foto: Theo Wolters
Vier Kilogramm Amphitamine wurden sichergestellt.© Foto: Theo Wolters
Auch ein kleine Waage wurde gefunden.© Foto: Theo Wolters
Zwei Kilogramm Haschisch wurden gefunden.© Foto: Theo Wolters
Acht Kilogramm Marihuana und zwei Kilogramm Haschisch wurden sichergestellt.© Foto: Theo Wolters
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Mittlerweile wurde auch der Facebook-Account des Lüdinghauseners ausgewertet. Auch hier bestätigten sich die laut Zeugin angeblich dokumentierten Drogengeschäfte nicht. Zudem werden der Frau in einem psychologischen Gutachten Wahn- und Zwangsvorstellungen gegenüber ihrem Ex-Partner bescheinigt.

Deshalb will das Gericht nun die Anklage gegen den 34-Jährigen auf die von ihm zugegebenen Punkte einschränken. Die umfassen immerhin noch Drogengeschäfte in 17 Fällen.

Vorwürfe gegen Südkirchener sind schwerwiegender

Schwerer wiegen die Vorwürfe gegen der Südkirchener. Denn bei ihm wurde Rauschgift im Wert von über 150.000 Euro gefunden, das er in gemieteten Räumen auf einem Bauernhof in Ottmarsbocholt gebunkert hatte. Der Staatsanwalt forderte ihn noch einmal auf, Ross und Reiter bezüglich seiner Bezugsquellen zu nennen. Doch er gibt seine Lieferanten weiterhin nicht preis.

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Am Dienstag wurde auch der mögliche Grund dafür deutlich. Denn er hat sich offenbar mit gefährlichen Verbrechern eingelassen. Vor Gericht sagte ein Kommissar aus, der ein Ermittlungsverfahren wegen organisierter Kriminalität gegen eine bekannte Rockerbande leitet. Mit dieser Bande war der Südkirchener nach Holland gefahren, um fünf Kilogramm Marihuana für 23.000 Euro zu kaufen.

Die Rocker vermittelten das Geschäft und sollten als Kuriere dienen. Auf einem Feldweg in Seppenrade sollte die Übergabe erfolgen. Doch statt des von ihm bezahlten Marihuanas bekam er einen brutalen Faustschlag, der ihn erheblich verletzte.

Gericht wertet Mut zu Gunsten des Angeklagten 

All dies hatte die Polizei von einem Mittäter aus dem Rockermilieu erfahren. Der Südkirchener bestätigte das kürzlich bei Vernehmungen in der Untersuchungshaft. Der Kommissar nannte seine Aussagen wertvoll und mutig. Das Gericht wird diesen Mut wohl zu Gunsten des Angeklagten werten.

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