Eichenprozessionsspinner: Vorbereitungen bei Gemeinde und FHF für 2020 sind angelaufen

rnSchädlingsbekämpfung

Der Sommer ist zwar vorbei, trotzdem bleibt der Eichenprozessionsspinner ein Thema. Die Gemeinde rechnet für 2020 wieder mit einem starken Befall und hofft bei der Vorbeugung auf die Natur.

Nordkirchen

, 23.10.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer haben die Eichenprozessionsspinner zahlreiche NRW-Kommunen auf Trab gehalten und Schädlingsbekämpfern volle Auftragsbücher beschert. Die Brennhaare der Raupen, die ihre Nester in Eichen bauen, können bei Hautkontakt starke allergische Reaktionen auslösen.

Etwa 6000 Euro hat die Gemeinde Nordkirchen 2018 für die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner ausgegeben, bezifferte Josef Klaas, Bauamtsleiter der Gemeinde Nordkirchen, die Kosten im Sommer dieses Jahres.

Warnung vor heruntergefallenen Nestern

Auch, wenn die Raupen längst verpuppt und aus den vielen Nestern verschwunden sind, beschäftigt der Schädling die Gemeinde weiter. Im Internet wird gewarnt vor heruntergefallenen Nestern der Eichenprozessionsspinner. Diese enthalten nach wie vor die gefährlichen Brennhaare der Raupen. Kommen Menschen oder Tiere in direkten Kontakt, kann die Wirkung noch immer heftig sein.

Vorbereitungen für 2020 laufen bereits

Trotzdem ist die Gemeinde derzeit nicht verstärkt im Einsatz, um die Nester zu beseitigen. Der Bauhof der Gemeinde achte zwar auf Nester und entsorge sie auch, wie Klaas erklärt. Allerdings nur auf öffentlichem Grund. Auf Privatgrundstücken und im Außenbereich nach wie vor nicht.

Die Nester, die an sensiblen Stellen hingen, seien ohnehin bereits entfernt worden, sagt Josef Klaas. Heruntergefallene Nester hätten die Bauhof-Mitarbeiter bislang nicht beseitigen müssen. Trotzdem sei die Gemeinde nicht untätig: Die Vorbereitungen für den nächsten Sommer laufen bereits.

Gemeinde setzt auf Prävention - mit natürlichen Mitteln

Prävention heißt das Stichwort, allerdings ohne „die große chemische Keule zu schwingen“, erklärt der Bauamtsleiter. Denn Pestizide würden immer auch andere Insekten schädigen und Nützlinge schädigen wolle die Gemeinde auf keinen Fall.

Stattdessen setzt sie auf Fressfeinde der Eichenprozessionsspinner. „Wir hängen 30 weitere Nistkästen an Eichen auf“, kündigt Klaas an. Die Hoffnung ist, dass dort Meisen oder andere Singvögel nisten, die die Raupen fressen, bevor sie ihre Nester bauen können. Josef Klaas ist bei dem Versuch aber mit Prognosen zurückhaltend: „Ich bin eher skeptisch, ob das funktioniert“, sagt er. Die Gemeinde wolle aber auf jeden Fall eine natürliche Bekämpfung der Raupen unterstützen.

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Andere, schonendere Methoden, wie spezielle Plastiksäcke, in denen sich die Raupen verfangen, habe sich die Gemeinde angesehen, aber nicht für praktikabel eingestuft, erklärt Klaas.

Auch die Fachhochschule für Finanzen (FHF) muss sich mit dem Thema beschäftigen, wie Verwaltungsleiter Klaus-Wilhelm Gratzfeld auf Anfrage bestätigt. Im Schlosspark stehen viele Eichen, von denen im Sommer auch eine Vielzahl vom Eichenprozessionsspinner befallen waren. „Extrem“ sei es in diesem Jahr gewesen, sagte Gratzfeld bereits im Juni dieses Jahres.

2020 wieder starker Befall erwartet

Heruntergefallene Nester seien der FHF bislang aber noch nicht als problematisch aufgefallen. Die meisten seien allerdings auch bereits im Sommer entfernt worden. An vielen Stellen wurde außerdem präventiv gespritzt, damit die Raupen sich an den Bäumen gar nicht erst niederlassen.

„Das Thema wird uns weiter erhalten bleiben“, ist sich Klaus-Wilhelm Gratzfeld sicher. Dem stimmt auch Josef Klaas zu und ruft angesichts dessen zur Besonnenheit auf. „Wir gehen zwar für 2020 wieder von einem starken Befall aus, müssen aber auch abwarten, wie der Sommer wird“, sagt Klaas. Und: Der Eichenprozessionsspinner bleibe eine Naturerscheinung, von der zwar ein gewisses Risiko ausgehe. Am Ende müsse sich der Mensch damit aber damit ein Stück weit arrangieren. So sei es auch mit anderen potenziellen Gefahren, wie der Herkulesstaude, die ebenfalls starke allergische Reaktionen hervorrufen kann und vor der ebenfalls regelmäßig gewarnt werde.

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