Innenraum des Plettenberger Hofs. „Die Preisgestaltung wird sich ändern“, stellt Albert Lücke, Geschäftsführer des Plettenberger Hofs, fest. © Karim Laouari
Preissteigerung

Einige Speisen und Getränke in Nordkirchen kosten mehr

Nach den Problemen durch den Lockdown treffen die Nordkirchener Gastronomen erhöhte Transport- und Materialkosten. Eine Umfrage zeigt: Die Restaurants reagieren, aber nicht alle sofort.

Keine einfachen Zeiten für Gastronomen: Während die Betreiber der Restaurants noch mit den Folgen des Lockdowns kämpfen, steigen unter anderem die Kosten für Lieferungen. „Die Preisgestaltung wird sich ändern“, stellt deswegen Albert Lücke, Geschäftsführer des Plettenberger Hofs, fest. Da die Karte für die Wintersaison viele neue Gerichte enthält, lassen sich die Preise nicht direkt vergleichen. Dennoch sei eine leichte Preissteigerung bei den Speisen notwendig. „Wir werden es behutsam angehen, das bewegt sich unter zehn Prozent. Wenn ich die Preise zu stark hochsetze, kommt kein Gast mehr“, verdeutlicht er.

Bierpreis bleibt stabil

Jahrelang bekannte Preise müssten aber stabil bleiben. So koste das 0,2-Liter-Glas Bier nach wie vor 1,70 Euro, obwohl es laut Albert Lücke eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen 50 Cent teurer sein müsste. In der Zukunft könne es durchaus sein, dass die Preise weiter steigen. „Wenn ein höherer Mindestlohn kommen sollte, müssen wir uns anpassen. Wir Gastronomen sind gebeutelt worden und müssen die Löcher wieder stopfen“, macht der Geschäftsführer klar.

„Wir haben die Preise noch nicht erhöht, aber wir planen es“, kündigt Cihan Boz, Inhaber des Nordkirchener Pizzeria & Kebab Hauses, an. Hundertprozentig sei das noch nicht, man müsse sich bei der Entscheidung immer auch ein bisschen an der lokalen Konkurrenz orientieren. Die Kosten für sämtliche Materialien, ob Kartons oder Dönerspieße, seien nach oben gegangen, sodass es eigentlich keine Alternative gebe. „Es wäre für alle besser, wenn wir die Preise erhöhen“, gibt er auch mit Blick auf andere Lokale zu bedenken.

Kaffeepreise steigen leicht

„Bei uns ist der Kaffee etwas teurer geworden, weil die Preise in diesem Bereich gestiegen sind“, erklärt das Schlaun-Café auf Anfrage. Sowohl die Tasse als auch das Kännchen kosten jeweils 20 Cent mehr als zuvor. Ansonsten seien die Preise allerdings gleich geblieben. Ob sich das auch in Zukunft aufrechterhalten lässt, sei aber unklar und hänge davon ab, in welchem Maße die Benzinpreise und damit die Transportkosten weiter zunehmen.

Die Pizzeria La Piccola behält ihre Preise bislang bei. Das hat laut Inhaber Abdel Ghani Alnaimi verschiedene Gründe. Einerseits könnte das aus seiner Sicht die Beziehung zu den Kunden gefährden: „Man muss die Leute nicht ausnutzen.“ Andererseits sei mit neuen Preisen auch ein praktischer Aufwand verbunden: „Wir müssten dann auch am Computer eine neue Karte erstellen. Das würde sich nicht unbedingt lohnen.“ Allerdings will auch Abdel Ghani Alnaimi nicht ausschließen, dass die Entwicklung eine Preiserhöhung irgendwann unausweichlich macht.

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Bastian Becker