Einzelhandel in Nordkirchen läuft nach Corona-Pause wieder an

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Ein großer Kunden-Ansturm am Montagvormittag ist zwar ausgeblieben. Trotzdem sind Einzelhändler in Nordkirchen froh, dass sie ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen. Allerdings unter Auflagen.

Nordkirchen

, 20.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schilder, Fahnen und Kleiderständer stehen wieder draußen - auch in Nordkirchen. Gemäß der neu erlassenen Regeln zum Einzelhandel in Corona-Zeiten dürfen Geschäfte seit Montag wieder öffnen - wenn ihre Verkaufsfläche unter 800 Quadratmeter groß ist.

In der eher kleinen Gemeinde Nordkirchen trifft das auf alle Geschäfte zu - entsprechend belebt ist es am Montagvormittag auf Berg- und Schloßstraße. Schilder oder Außenregale vor Bekleidungs-, Foto- oder Elektrogeschäften weisen darauf hin, dass das Geschäft jetzt - nach über fünf Wochen Zwangspause - weiter läuft. Allerdings unter Auflagen, wie auch Michael Bomholt sagt.

In dem Schuhgeschäft, das er auf der Schloßstraße betreibt, hängt an der Kassentheke eine Schutzwand aus Plexiglas. Einen Ständer mit Desinfektionsspray ist auch da, außerdem weisen Schilder auf die Abstands- und Sicherheitsregeln hin. Dass er und andere Einzelhändler ihre Läden wieder öffnen dürfen, sei wirtschaftlich gesehen „ganz wichtig“, sagt Michael Bomholt. Vor allem bei Geschäften, die ein Saisonsortiment haben, sei es höchste Zeit geworden.

„Einen Ansturm gab es nicht“

Es sei allerdings nicht so gewesen, dass die Kunden am Montag in Scharen in die Nordkirchener Geschäfte gelaufen seien, schildert er seine Beobachtungen nach den ersten Stunden der Öffnung. „Einen Ansturm gab es nicht, aber das ist ja auch gut so. Wir hoffen jetzt einfach, dass wir nach und nach zur Normalität zurückfinden“, sagt Bomholt.

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So sieht es auch Christel Graap, die zusammen mit ihrer Tochter Anna-Lena Graap ein paar Hundert Meter weiter im Mühlenpark das Kreativstübchen betreibt. Sie begrüßen ihre Kunden seit Montag mit einem Mundschutz, auch dort hängt an de Theke ein Schutz aus Plexiglas. „Es außerdem so, dass wir vorne an der Tür stehen haben, dass maximal vier Kunden auf einmal ins Geschäft kommen dürfen“, sagt Christel Graap.

Gemeinde: „Wir werden auf alle zugehen“

Diese Regel habe sie in Absprache mit der Gemeinde Nordkirchen getroffen, erzählt sie weiter. Schon in der vergangenen Woche, als klar war, dass der Einzelhandel wieder öffnen darf, hatte Bürgermeister Dietmar Bergmann im Gespräch mit der Redaktion erklärt, dass die Gemeinde den Geschäften in Bezug auf die Hygiene gerne Hilfe anbietet. Freitag habe es dann Gespräche mit allen gegeben und Montag, so Bergmann, habe das Ordnungsamt auch Kontrollen gemacht. „Das wird sich genauso einpendeln wie beim Abholservice im Restaurant“, sagte er.

Selbst im Kreativstübchen, wo es Handarbeitsbedarf wie Wolle und Stoff gibt, sei der Ansturm am Montag aber ausgeblieben, sagt Christal Graap. „Aber wir hatten heute Morgen schon wieder viele Bestellungen für Masken“, sagt sie. Ihre Tochter näht die Behelfs-Mundschutze nämlich und bietet sie dann zum Verkauf an. Wobei: Dass auch hier das Material so langsam knapp wird, weiß Christal Graap nur zu gut. „Gummizug haben wir noch da“, sagt sie. Aber Baumwolle nachzubestellen, sei im Moment gar nicht so einfach. „Unsere Lieferanten haben gesagt, sie können uns in der 34. Kalenderwoche wieder etwas liefern.“ Das wäre dann im September...

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