Elternprotest gegen gescheiterte Schulerweiterung

Nachdem 94 Kindern abgesagt wurde

Rund 20 Mütter und Väter hatten sich auf den kurzen Weg von der Johann-Conrad-Schlaun Gesamtschule (JCS) zur Gemeindeverwaltung Nordkirchen gemacht: ein kleiner Protestmarsch. Sie sind unzufrieden mit der gescheiterten Schulerweiterung - und trugen ihre Sorgen dem Bürgermeister vor.

NORDKIRCHEN

, 17.02.2017 / Lesedauer: 3 min
Elternprotest gegen gescheiterte Schulerweiterung

Keinen freien Platz gefunden auf der Schlaun-Gesamtschule haben 94 Kinder.

Mehr Platz für die Gesamtschüler, bessere Informationen für Eltern und Einsatz für eine Änderung des Schulrechts, die künftig feste Quoten für Nordkirchener an der einzigen weiterführenden Schule am Ort ermöglichen könnte: Das sind Forderungen, die Eltern von Grundschulkindern am Mittwochabend im Gespräch mit Bürgermeister Dietmar Bergmann formuliert haben.

Auf den Weg von der Gesamtschule zur Gemeindeverwaltung hatten sich rund 20 Mütter und Väter am Mittwochabend gemacht. „Denn mit der aktuellen Situation, dass so viele Kinder eine Absage von unserer Gesamtschule bekommen haben, sind wir sehr unglücklich“, sagt Maren Muschalle, eine der Initiatorinnen, am Donnerstag im Gespräch. Ihr eigenes Kind gehört zwar nicht zu den 94 Mädchen und Jungen die eine Absage bekommen hatten, sondern zu den 116 mit einer Zusage, dennoch: „Wir wollen alle mitanpacken, damit sich die Situation verbessert“, sagt sie im Namen ihrer Mitstreiter.

Zu groß sei der Schock gewesen nach dem Scheitern der geplanten Schulerweiterung um den Teilstandort Ascheberg. „Uns war doch gar nicht bewusst, dass unser Kreuz für den Standort Nordkirchen eine solche Konsequenz haben würde.“ Zur Erinnerung: Statt der notwendigen 75 Anmeldungen für Ascheberg gab es nur 28 – das Aus für die Schulerweiterung.

"Die Kinder fragen sich: Warum ausgerechnet ich?"

Wie viele Nordkirchener unter den Kindern waren, die eine Absage bekommen haben, wollte Schulleiter Ulrich Vomhof nicht öffentlich machen. Muschalle spricht mit Verweis auf Informationen aus der Elternschaft von neun Absagen. „Das hört sich nicht viel an, ist aber in jedem Fall tragisch.“ Freundschaften würden auseinandergerissen, vertraute Wege verlassen. „Und die Kinder fragen sich: warum ausgerechnet ich“.

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„Mich macht das auch sehr betroffen“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Das sei in den Vorjahren nicht anders gewesen. Er habe auch den Eltern gesagt, „dass es für uns als Gemeinde natürlich oberstes Ziel ist, dass die eigenen Schüler auf unserer Gesamtschule einen Platz bekommen“. Allerdings seien ihm die Hände gebunden. Erst die eigenen Kinder zu versorgen, widerspreche dem Schulrecht. Er habe den Eltern aber zugesagt, über eine Änderung dieser Rechtsauffassung mit den Verantwortlichen des Landes zu sprechen.

Räume im Altenhilfezentrum gemietet

Mehr Geld als bislang schon in die Schule zu investieren, mochte Bergmann aber nicht zusagen. „Wir geben jedes Jahr einen hohen sechsstelligen Betrag aus“, sagte er. Zwar sei es in der Gesamtschule tatsächlich eng, „aber dafür haben wir Räume im Altenhilfezentrum angemietet“. Im Bürgerhaus gebe es auch viel Platz. Anders als Maren Muschalle sieht er keinen Grund für eine Erweiterung. 

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