Die Erdbeersaison wurde eröffnet. © Antje Pflips
Erdbeersaison

Erdbeeren auf den heimischen Feldern warten auf wichtigen Faktor

Für viele Menschen ist jetzt die schönste Jahreszeit. Das hat was mit kleinen roten Früchten zu tun, die süß sind, schmecken und vielseitig verwendbar sind.

Der Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe hat jetzt offiziell die Erdbeersaison 2021 in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Auf dem Hof der Familie Pröbsting in Capelle gaben Hubert, Anne und Sophia Pröbsting, Stefan Kraege, Vorsitzender des Landesverbandes Obstbau Westfalen-Lippe, Karl Schulze Welberg, Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, und Bernd Möllers, Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer, Auskunft über Anbau, Pflanzensorten, Bedeutung für die Natur und Saisonarbeiter.

Sophia, Hubertus und Anne Pröbsting eröffnen die Erdbeersaison. © Antje Pflips © Antje Pflips

Die wichtigsten Aussagen fassen wir hier zusammen. Fragen und Antworten:

Wo kommen die deutschen Erdbeeren jetzt her?

Erdbeeren, die jetzt verkauft werden, kommen aus den sogenannten Tunneln. Sie sind einhundert Meter lang und zehn Meter breit. In sieben Reihen wächst hier die Sorte Flair, ein Frühblüher. Die Tunnel sind nicht beheizt. Nur durch die Sonnenstrahlen erwärmt sich die Luft. Die Pflanzen hängen voller Früchte. Erste rote Früchte gehen bereits in den Verkauf. Doch der Masse fehlt es noch an dem notwendigen Sonnenschein.

Wann gibt es Erdbeeren vom Feld?

Die Felder stehen in voller Blüte. Und auch hier gilt: Es braucht noch mehr Sonne. „In diesem Jahr ist alles später reif“, bedauert Anne Pröbsting. Mit Tochter Sophia kümmert sie sich hauptsächlich um das Erdbeergeschäft. Mit der Ernte auf dem Freiland rechnet die Familie Pröbsting etwa Anfang Juni.

Gibt es Erdbeeren zum Selbstpflücken?

„Wir haben gute Erfahrungen mit Selbstpflückern gemacht und bieten das auch wieder an“, antwortete Sophia Pröbsting. Sie beschreibt es als ein Erlebnis, gemeinsam mit Kindern aufs Erdbeerfeld zu gehen und die Erdbeeren selbst zu pflücken. Es ist nicht nur ein Spaß, die dickste Erdbeere zu finden, sondern auch viele Insekten lassen sich beobachten. Die eine oder andere Frucht darf dabei natürlich auch direkt in den Mund wandern.

Werden die Erdbeeren gegen Schädlinge behandelt?

Die Erdbeerbauern im Landesverband setzen natürliche Nützlinge ein. Sie verwenden auch zugelassene Pflanzenschutzmittel, die sehr verantwortungsvoll eingesetzt werden. Dazu gehören auch die vorgegebenen Wartezeiten nach einer Behandlung, bevor die Früchte geerntet werden dürfen. Die Düngung der Pflanzen in den Tunnels erfolgt über das Wasser und wird streng überwacht.

Wie oft wirft eine Erdbeerpflanze Früchte ab?

Die Sorten auf den Freilandflächen sind zwei- bis dreijährig. In den Tunnels einjährig. Es gibt eine Vielzahl an Sorten, die verschiedene Reifezeiten haben. So wächst in den Tunnels der Familie Pröbsting die Sorte „Flair“, die früh reif wird. Auf dem Feld neben dem Hof werden die Sorten „Allegro“ und „Faith“ angebaut. Während „Allegro“ in etwa vier Wochen reif sein wird, braucht „Faith“ noch eine längere Zeit, um gegessen werden zu können. „Beide sind gut für Kuchen oder direkt zum Vernaschen geeignet“, bestätigt Sophia Pröbsting.

Wer erntet die Früchte?

Hubertus Pröbsting kann in der Saison zwanzig Erntehelfer unterbringen. Hauptsächlich kommen sie aus Rumänien. Dafür hat er im September letzten Jahres fünf kleine Appartements gebaut. Sie sind rund 55qm groß und nach neuestem Standard errichtet mit Wohnbereich, TV, Einbauküche, Dusche, separatem WC und im Obergeschoss mit zwei Schlafzimmern mit jeweils zwei Betten. Eine kleine Terrasse vor der Tür bietet die Möglichkeit zum Ausruhen im Freien. „Wir respektieren unsere Mitarbeiter und wollen sie auch vernünftig unterbringen. Mittlerweile haben sich familiäre Bindungen ergeben“, sagte Anne Pröbsting. Die Saisonarbeiter erhalten den Mindestlohn und seien sozialversichert. Das Gebäude ist noch so neu, dass derzeit noch die Außenfassade fehlt. Die soll aber so schnell wie möglich aus Holz angebracht werden.

Was kosten derzeit Erdbeeren?

Die Nachfrage nach deutschen Erdbeeren sei sehr hoch, bestätigte Hubertus Pröbsting. Der Anbau auf deutschen Feldern bietet dem Kunden kurze Transportwege und faire Preise. Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis. Derzeit gibt es die Schale mit 500 g zu 4,90 Euro. „Dieser Preis wird sich im Laufe der Saison noch reduzieren, wenn alle Früchte erst einmal reif sind“, verspricht Anne Pröbsting. Die Vermarktung erfolgt zu 80 Prozent über eigene Stände und die Selbstpflückfelder.

Erdbeerfelder sind mehr als nur Fruchtlieferanten, oder?

„Auf unseren Feldern ist echt was los“, begeisterte sich Stefan Kraege. Er berichtet, dass im Minimum 1 Million Blüten auf jedem Hektar Erdbeerfeld stehen und so reichlich Nahrung für Insekten und anderen Kleintieren bieten. „Diese Biodiversität darf nicht verschwinden“, forderte er. Der zunehmenden Verödung der Gärten muss Einhalt geboten und das Bewusstsein für Pflanzenvielfalt muss geschärft werden. Deshalb startete der Landesverband Obstbau zum Bienentag am 20. Mai die „Aktion Blühmischung“. Rund 30 Erdbeerbetriebe in Westfalen-Lippe werden Blühmischungen an ihre Kunden zur Förderung der Artenvielfalt verteilen.

Über die Autorin
freie Mitarbeiterin
Ich habe Spaß am Fotografieren und Schreiben. Ich freue mich immer, neue Menschen kennenzulernen.
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Antje Pflips

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