Erneuter Unfall heizt Diskussion über Kreuzung an

Ehemaliger Unfallschwerpunkt

An der Kreuzung Münsterstraße / Alte Ascheberger Straße in Nordkirchen gab es erneut einen Unfall - mit einer Schwerverletzten. Für den geforderten Bau eines Kreisverkehrs sei der Bereich in den vergangenen Jahren jedoch zu unauffällig. Als Unfallschwerpunkt zählt die Kreuzung offiziell nicht mehr.

NORDKIRCHEN

, 12.07.2016, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Pressestelle der Kreispolizei mitteilte, habe sich der Unfall am Samstag um 11.35 Uhr ereignet. Eine 79-Jährige aus Lüdenscheid befuhr die Alte Ascheberger Straße in Richtung Nordkirchen. Sie wollte die Kreuzung überqueren, übersah dabei allerdings eine vorfahrtsberechtigte 59-Jährige PKW-Fahrerin aus Gronau. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß.

Die 59-Jährige zog sich eine Fraktur am Bein zu und wurde ins Krankenhaus nach Lüdinghausen gefahren. Ihre 27-jährige Beifahrerin aus Nordkirchen wurde leicht verletzt. Die Unfallverursacherin kam wie auch ihr Ehemann, der auf dem Beifahrersitz saß, mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 3500 Euro. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit, mussten abgeschleppt werden. Während der Unfallaufnahme war die Kreuzung gesperrt.

ALFA fordert Kreisverkehr

In einer Presseerklärung fordert die Kreisvorsitzende der ALFA (Allianz für Fortschritt und Aufbruch), Dorothe van Suntum, die Gemeinde Nordkirchen und alle im Kreistag vertretenen Parteien auf, sich für den sofortigen Bau eines Kreisverkehrs an dieser Stelle einzusetzen.

Dorothe van Suntum: „Kreisverkehre sind nachweislich sowohl sicherer als auch kostengünstiger als Ampelanlagen. Außerdem führen sie in aller Regel zu einem besseren Verkehrsfluss.“ Diese Kreuzung vereine hohes Verkehrsaufkommen mit Abbiegevorgängen in alle Richtungen.

Sie wundere sich nicht, dass dort immer wieder schwere Unfälle passieren. Schon vor 14 Jahren sei ihre eigene Tochter an der Kreuzung in einen Unfall verwickelt gewesen. „Glücklicherweise ohne schwere Verletzungen“, so die Kreisvorsitzende. Gerade in Nordkirchen, wo man seit vielen Jahren von der Gefahrenquelle wisse, sei es für die Bürger zunehmend unverständlich, dass überhaupt nichts passiere. Stattdessen werde immer wieder beschwichtigt und auf die Verantwortlichkeit des Landes verwiesen. 

Offiziell kein Unfallschwerpunkt mehr

Die Kreuzung Münsterstraße / Alte Ascheberger Straße ist zwar vor einigen Jahren als ein Unfallschwerpunkt eingestuft worden. Allerdings ist die Kreuzung dies zurzeit nicht mehr. „In den Jahren um 2000 hat sich die Unfallkommission diesen Bereich immer mal wieder angeschaut“, so Alois Boßmann vom Kreis auf Anfrage.

Eine Unfallkommission besteht aus Vertretern der Gemeinde, Polizei, des Kreises und des Landesbetriebs. Man habe damals verschiedene Maßnahmen veranlasst. So sei die Höchstgeschwindigkeit im Kreuzungsbereich reduziert worden. Zudem sei eine stationäre Messstation (Starenkasten) aufgebaut worden. Alois Boßmann: „Zurzeit zählt dieser Bereich nicht zu den Unfallschwerpunkten.“

Josef Brinkhaus vom Landesbetrieb Straßenbau erklärte, wenn der Bereich wieder auffällig sei, werde sich die Unfallkommission ihn anschauen. „Sie sucht dann nach Lösungen“, so Josef Brinkhaus. Der Bau eines Kreisverkehrs koste aber auch immer Geld. Und dieser Bereich müsse, selbst wenn er als Unfallschwerpunkt eingestuft würde, in eine Prioritätenliste aufgenommen werden.

Landesbetrieb entschied sich gegen Kreisverkehr

Die Gemeindeverwaltung hat sich in den Jahren um 2000 mehrfach wegen dieser Kreuzung an den Kreis und den Landesbetrieb gewandt. Wie Bauamtsleiter Josef Klaas alten Unterlagen entnehmen konnte, war diese Kreuzung oft ein Thema in Ausschusssitzungen gewesen.

So hat im Jahre 2002 Ulrich Alsbach von der CDU im Bauausschuss darauf hingewiesen, dass es vermehrt Unfälle in diesem Bereich gebe. Er regte damals auch den Bau eines Kreisverkehrs an. Der Landesbetrieb hatte damals jedoch Maßnahmen wie die Temporeduzierung und die Aufstellung einer stationären Messstelle veranlasst.

Lesen Sie jetzt