Erster Entwurf sieht 35 Grundstücke am Rande von Capelle vor

rnNeubaugebiet Wohr

Das viel diskutierte Neubaugebiet Wohr nimmt so langsam Fahrt auf. Ein erster Entwurf liegt den Fraktionen zur Beratung vor. Unter anderem geht es um ein wichtiges Detail.

Capelle

, 30.01.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Gemeindespitze hat am Dienstag, 29. Januar, in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung einen ersten Entwurf vorgestellt. Grundsätzlich sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann dazu: „Der Bauausschuss hat ja bereits festgelegt, dass eine circa drei Hektar große Fläche im Rahmen eines konkreten Bebauungsplanes überplant werden soll. Wir haben dann ein Planungsbüro beauftragt, einen ersten Entwurf zu erarbeiten, der in den Fraktionen diskutiert werden kann und mit dem wir dann mit der beschlossenen Variante in die öffentliche Beteiligungsphase auch mit den Bürgern eintreten wollen.“

Bauamtsleiter: Gemeinde hat keine Eile

Den Entwurf stellte Bauamtsleiter Josef Klaas vor. „Wir legen ganz bewusst noch keinen fertigen Bebauungsplan vor, sondern wollen den Fraktionen die Chance geben, zu diskutieren, welche konkreten Inhalte dieser Bebauungsplan bekommen soll.“ Die Gemeinde habe keine Eile, betonte Klaas. „Wir wollen einen sauberen Planungsprozess mit einer nach der nächsten Bauausschussberatung folgenden öffentlichen Beteiligung.“ Das neue Baugebiet sei nach Auffassung der Gemeindespitze „sinnhaft, notwendig und eine Bereicherung für Capelle“.

Es gab die landesplanerische Vorgabe, ein drei Hektar großes Gebiet überplanen zu dürfen, sagt Klaas. Ob noch weitere Flächen überplant werden dürfen, sei Sache der Politik. Jedoch erst in „x Jahren“, wie der Bauamtsleiter erklärt.

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Zwei Mehrfamilienhäuser vorgesehen

Das bietet der erste Entwurf: Es werde ungefähr 35 Baugrundstücke geben. Darauf können ein- bis zweigeschossige Einfamilienhäuser gebaut werden. Einer der Punkte, über die die Verwaltung auch mit der Politik reden müsse sei, dass zwei Mehrfamilienhäuser am Eingang des Baugebietes von der Bahnhofstraße aus vorgesehen seien. Ob diese beiden Häuser da richtig liegen oder ob man sage, sie liegen zu nah an der angrenzenden vorhandenen Bebauung und müssen woanders stehen, sei in den Fraktionen zu überlegen.

Erster Entwurf sieht 35 Grundstücke am Rande von Capelle vor

Unter diesem Weg liegt eine Gasleitung. Wie der Weg genutzt werden soll, dafür stellte die Gemeindespitze vier Varianten vor. © Arndt Brede

Die Fraktionen bekommen aber noch weitere Hausaufgaben auf den Weg: Denn ins neue Gebiet führt eine Gasleitung. Wie die Fläche, unter der die Leitung liegt, künftig genutzt werden soll, dafür hat die Gemeindeverwaltung laut Josef Klaas mehrere Varianten zur Diskussion gestellt:

  • Variante 1: Die neuen Grundstücke werden über der Gasleitung bebaut. Für Prüf- und Reparaturzwecke müssten die neuen Häuslebauer den Versorger dann auf ihr Grundstück lassen.
  • Variante 2: Die Leitung wird umgelegt. Und zwar aus der jetzigen Trasse in die neue Erschließungsstraße im Neubaugebiet. Aber die Umlegung koste Geld. Geld, das die Gemeinde als Planungsträgerin bezahlen müsse. Der Betrag dafür liege zwischen 100.000 und 120.000 Euro, so Klaas.
  • Variante 3: Auf der Leitungstrasse wird ein vier Meter breiter Fußweg errichtet. Jedoch ein solcher Fußweg sei nicht unbedingt erforderlich, weil die Erschließungsstraße im Baugebiet in der Nähe liege. Jedoch könnten Versorgungs- und Reparaturfahrzeuge diesen Fußweg nutzen. Nachteil: Der vier Meter breite Streifen gehe dann als Baufläche für die Gemeinde verloren.
  • Variante 4: Über der Leitung wird eine Obstwiese, eine Schafweide oder eine Blumenwiese angelegt.

Erster Entwurf sieht 35 Grundstücke am Rande von Capelle vor

Dass eine Gasleitung unter einem Weg ins Neubaugebiet liegt, macht dieses Schild deutlich. © Arndt Brede

Generationen- und Spielplatz geplant

Zu den weiteren Ideen für das Neubaugebiet sagte Josef Klaas: Es sei ein Generationen- und Spielplatz vorgesehen. Er sei sinnvoll, auch unter der Voraussetzung, dass auch ein zweiter Abschnitt der Gesamtfläche, der über die drei Hektar hinaus gehe, bebaut werden sollte. Im Süden der Drei-Hektar-Fläche sei zudem ein Regenrückhaltebecken vorgesehen.

Die Gemeinde hat vor der Vorstellung des ersten Entwurfs untersucht, wie die Geruchsbelastung durch landwirtschaftliche Betriebe ist, sagt der Bauamtsleiter. Ergebnis: Die Flächen im zu überplanenden Gebiet dürfen als Wohnbauflächen ausgewiesen werden. Das sei eine Voreinschätzung. Es werden jedoch noch Gutachten erstellt, versichert Josef Klaas. Ebenso werde es Artenschutzprüfungen geben.

Den Entwurf wird die Gemeinde den Fraktionen zur Beratung zuschicken.

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In der Ausschusssitzung äußerten sich bereits die ersten Politiker zum ersten Entwurf für das Neubaugebiet Wohr. Gereon Stierl (SPD) zum Beispiel: „Meine Fraktion begrüßt die erste Planung.“ Die Frage jedoch, wie man die Fläche, unter der die Gasleitung liege, mit den Anliegern besprechen werde. Die seien schließlich direkt betroffen. Deren Entscheidung könne man dann in die endgültige Planung mit einbeziehen.

Veto von Josef Klaas dazu: „Eine Vorbeteiligung lehnen wir ab.“ Die Fraktionen müssten überlegen, mit welcher Variante es in die öffentliche Bürgerbeteiligung gehen solle.

Für die CDU-Fraktion erklärte Thomas Quante: „Wir finden den Entwurf gut. Jetzt sollten wir anfangen und dann weiterschauen.“

Das geplante Neubaugebiet stößt nicht auf ungeteilte Zustimmung. Seit bekannt wurde, dass die Gemeinde ein Neubaugebiet in Capelle für sinnvoll erachtet, haben sich Gegner gemeldet. Sie befürchten unter anderem, dass wertvolle Grünflächen durch Bebauung verloren gehen.

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