Flüchtling aus Syrien arbeitet jetzt in Kartonfabrik

Nach Ankunft in Nordkirchen

Im Frühjahr des Jahres 2015 unterhielten wir uns mit neun Menschen, die als Asylbewerber nach Südkirchen, Olfen und Selm kamen und nun hier leben. Unter ihnen war Mohammad K., ein ehemaliger Oberst der syrischen Armee. Inzwischen ist Herbst. Was ist aus K. geworden? Wie lebt er? Wir trafen ihn.

NORDKIRCHEN

25.10.2015, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtling aus Syrien arbeitet jetzt in Kartonfabrik

Mohammad K. lebt in Nordkirchen, in Lüdinghausen hat er Arbeit gefunden. Wann er seine Familie wiedersieht, ist immer noch unklar. K. hat gemeinsam mit seiner Ehefrau vier Kinder.

So berichteten wir im Mai über Flucht-Geschichte von Mohammad K. und sieben andere Flüchtlings-Schicksale: 

Seit Juli hat Mohammad K., der als Flüchtling in Nordkirchen wohnt, eine Aufenthaltsgenehmigung. Wann seine Familie, die zurzeit in Jordanien lebt, einen Vorstellungstermin bei der Deutschen Botschaft hat, weiß er nicht. Nicht einmal einen Hinweis, ob die vor mehr als zwei Monaten eingereichten Unterlagen so in Ordnung sind, hat er bekommen.

Ehefrau und vier Kinder in Aman

Seine Frau Soraya und die vier Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, schlagen sich in Aman durch. Ihre Situation ist dort nicht lebensbedrohlich – aber schwierig ohne feste Arbeit, ohne den Ehemann und Vater. Sorgen macht sich Mohammad K. um seine Eltern und die in Syrien gebliebenen Geschwister. Ein Bruder wurde vor vier Monaten getötet –  ob bei einem Gefecht im Krieg oder ermordet, kann ihm niemand sagen. Er war 47 Jahre alt.

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Mohammad K. selbst war geflohen, weil sowohl die Regierung als auch der IS ihn zwingen wollten, für die jeweilige Seite zu kämpfen. Sein Weg führte durch die Wüste und schließlich mit einem maroden völlig überfüllten Boot übers Mittelmeer.

Ludger Maas, der im Asylkreis mitarbeitet, konnte dem ehemaligen Oberst einen Job in der Kartonfabrik Wolffkarton in Lüdinghausen vermitteln. K. ist froh, endlich Arbeit zu haben und Geld zu verdienen. Wünschen würde er sich allerdings, schon zum Beispiel bei einem Sicherheitsdienst zu arbeiten, er spricht sehr gut Englisch und durch den Sprachkurs immer besser Deutsch.

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Mittlerweile lebt der Syrer in einem kleinen Appartement in Capelle. Weil der Zug nach Lüdinghausen nicht passend fährt, nimmt K. das Rad. Bei Wind und Wetter, um in der Frühschicht ab 6 Uhr mit der Arbeit zu beginnen. Vorteil: So kann er nachmittags an einem Sprachkurs teilnehmen.

Der Syrer hat auch einen Führerschein. Jedoch sei es – vor allem aus finanzieller Sicht – nicht so einfach, diesen auch in Deutschland anerkennen zu lassen.

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