Flüchtlinge: Keine Notunterkunft in Nordkirchen

Trotz steigender Asylbewerberzahlen

In der Schlossgemeinde Nordkirchen wird es keine Notunterkunft für Flüchtlinge wie in Vinnum und Selm-Bork geben. Dies hat die Bezirksregierung der Verwaltung mitgeteilt. Dennoch werden weiterhin Asylbewerber nach Nordkirchen kommen - was die Gemeinde wiederum nach eigenen Angaben vor Probleme stellt.

Nordkirchen

, 08.09.2015, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge: Keine Notunterkunft in Nordkirchen

Der Zeltstadt für Flüchtlinge auf dem LAFP-Gelände in Selm-Bork ist von vielen Bäumen umgeben.

„Man hat uns aber auch gesagt, dass wir natürlich mit weiteren Zuweisungen rechnen müssen“, so Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage unserer Redaktion. Die Verwaltung habe dem Kreis auch zwei mögliche Standorte gemeldet, die auch von der Bezirksregierung untersucht worden seien. Sie seien aber als nicht geeignet eingestuft worden.

Jetzt lesen

Wenn es auch vorläufig keine Notunterkunft geben wird, so hat die Gemeinde doch große Probleme, alle zugewiesenen Asylbewerber vernünftig unterzubringen. 116 Asylbewerber wohnen zurzeit in der Schlossgemeinde. Amtsleiterin Mechtild Kammert: „Ende August waren es noch 109, in der ersten Septemberwoche sind uns weitere sieben Asylbewerber zugewiesen worden.“

Sie erklärte, man sei nun in der Schlossgemeinde voll. „Wir können noch einige aufnehmen, doch dann müssen wir Standards herunterfahren.“ So würde dann anstatt eines Einzelbettes ein Etagenbett aufgestellt.

Wie Mechtild Kammert erklärte, habe sich die Anzahl in zwölf Monaten von 50 auf 116 erhöht. Untergebracht sind die Asylbewerber in der Unterkunft in Südkirchen und in Wohnungen. So auch in von Bürgern angemieteten Wohnungen.

Bergmann: „Wir bitten so auch die Bürger, uns möglichen Wohnraum zu melden.“ Die Größe der Wohnungen spiele keine Rolle. Auch die Gemeinde  ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Unterbringung der Flüchtlinge. Bergmann: „ Wir führen zurzeit Verhandlungen zu Objekten, die wir anmieten könnten“, so der Bürgermeister. Die Verhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Hilfsbereitschaft ist sehr groß

Auch in der Schlossgemeinde ist die Hilfsbereitschaft sehr groß. „Bürger fragen uns immer häufiger, wie man helfen kann“, so Mechtild Kammert. Die Hilfe müsse nun koordiniert werden. So wird die Verwaltung alle ehrenamtlichen Helfer zu einem runden Tisch einladen. „Dann wollen wir auch überlegen, wie die Hilfe gut koordiniert werden kann“, so der Bürgermeister. Zudem wird die Verwaltung alle Bürger im Rahmen einer Informationsveranstaltung noch vor den Herbstferien zum Thema Flüchtlinge informieren.

Die Gemeindeverwaltung hat ab sofort auch eine Hotline eingerichtet. Unter Tel.: (02506) 91 74 00 können sich alle Bürger zum Thema Flüchtlinge melden. Dort können sich auch Bürger melden, die Wohnraum anbieten können. 

Lesen Sie jetzt