Funknetzwerk für Internet der Dinge: Borker Physiker kritisiert Nordkirchener Pläne

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Die Gemeinde Nordkirchen soll ein flächendeckendes Funknetz für das Internet der Dinge bekommen. Vom Haupt- und Finanzausschuss gab es dafür grünes Licht. Ein Borker kritisiert die Pläne.

Nordkirchen

, 17.09.2019, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Diplom-Physiker Swen Tammen (51) aus Bork kritisiert die Pläne der Gemeinde Nordkirchen, ein flächendeckendes Funknetz für das sogenannte Internet der Dinge einzurichten.

Mit einem „Long Range Wide Area Network“ (Lorawan) soll es bald in Nordkirchen möglich sein, unterschiedlichste Sensoren und Anwendungen für das Internet der Dinge zu nutzen. Realisiert werden soll das Netz mit dem Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der hat auch schon das flächendeckende Glasfasernetz im Nordkirchener Innenbereich ausgebaut.

Sechs Funkantennen für flächendeckendes Netz nötig

Für ein flächendeckendes Lorawan müssten in Nordkirchen voraussichtlich sechs entsprechende Funkantennen aufgestellt werden, wie Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann auf Anfrage dieser Redaktion erklärte. So sei sichergestellt, dass es keine Funklöcher in der Gemeinde gebe.

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Aus der sicht des Borker Physikers ist das Lorawan isoliert betrachtet zwar keine per se gefährliche Technik, er sieht die Nordkirchener Pläne trotzdem Kritisch und weist auf die negativen Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf den Organismus hin.

Kritik richtet sich nicht gegen das Netz als solches

Dabei erzeugt das geplante Netz keine starke Strahlung, das macht auch Swen Tammen deutlich: „Im direkten Vergleich zu Mobilfunknetzen entsteht dabei nur ein Bruchteil der Strahlung“, sagt er. Aber „Es ist auch nur ein einzelner Baustein zur Gesamtstrahlung“, fügt der Borker hinzu.

Damit meint er die permanente Bestrahlung verschiedenster Quellen, zu denen unter anderem Mobilfunkmasten, Handys selbst und W-Lan gehören. Und es werde immer mehr davon.

Borker setzt sich gegen 5G-Netz in Selm ein

In Selm hatte Swen Tammen zum Thema Strahlenbelastung am 12. September zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Dabei hatte er vor allem den neuen Mobilfunksendestandard 5G im Fokus. Einen flächendeckenden Ausbau eines 5G-Netzes lehnt Tammen entschieden ab, hat eine Petition gegen ein 5G-Netz in Selm ins Leben gerufen. „Die Strahlenbelastung ist sowieso schon sehr hoch“, erklärt er seine Kritik an den Nordkirchener Plänen.

Seine Argumente hatte er auch in ausformulierter Form an die Verwaltung der Gemeinde Nordkirchen geschickt - eine Antwort hatte er darauf allerdings nicht bekommen.

Die Gemeinde habe den Hinweis von Tammen zur Kenntnis genommen, sagte am Montag Manuel Lachmann auf Anfrage. Er verweist allerdings auf die vergleichsweise geringe Strahlung, die von den Lorawan-Sendern ausgehe. Mit der Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses, wird die Gemeinde gemeinsam mit Unitymedia das Lorawan-Netz ausbauen. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 sei es nutzbar, schätzt Lachmann.

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