Fußgänger nach Zusammenstoß getötet: „So ein Unfall sensibilisiert“

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Nach dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Münsterstraße Ende Februar stellt sich die Frage, ob die Verkehrsinsel sicherer gemacht werden muss. Gemeinde und Polizei haben sich dazu geäußert.

Nordkirchen

, 13.04.2020, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein schwerer Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang an der Münsterstraße im Altendorf hat Ende Februar für Bestürzung gesorgt. Ein 83-Jähriger, der gerade sein Pedelec über den Fußgängerüberweg auf der Münsterstraße schob, wurde von einem Auto erfasst und starb.

Nach dem Unfall stellte sich schnell die Frage, ob der Fußgängerüberweg dort sicher genug ist, oder ob Gemeinde, Kreis und Polizei die Verkehrsinsel noch einmal genau auf ihre Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer prüfen müssen.

Ein Blick zurück: Bis 2016 gab es an dieser Stelle gar keinen Fußgängerüberweg. Fahrradfahrer und Fußgänger, die vom Schloss aus nach Capelle - oder andersherum - wollten, mussten die Münsterstraße ohne Verkehrsinsel überqueren. Ein gefährliches Unterfangen, das am 2. August 2015 für einen 77-jährigen Fahrradfahrer tödlich endete. Der Mann wurde beim Überqueren der Straße von einem Motorradfahrer erfasst und starb noch am Unfallort.

Nach dem Vorfall wurde die Stelle umgestaltet: Der Fahrradweg wurde an beiden Seiten erweitert, in der Mitte der Fahrbahn wurde die Verkehrsinsel eingerichtet, damit Fußgänger und Radfahrer sicherer die Straße überqueren können und für motorisierte Verkehrsteilnehmer besser zu sehen sind.

„So ein Unfall sensibilisiert“

Auch dieser Umbau der Kreuzung konnte den tödlichen Unfall am 28. Februar nicht verhindern. Wie Britta Venker, Pressesprecherin der zuständigen Kreispolizeibehörde Coesfeld, auf Anfrage dieser Redaktion sagt, sei bei der Ermittlung des Unfallhergangs ein Sachverständiger im Einsatz gewesen. Die Schuldfrage abschließend zu klären, liege jetzt beim Gericht, ergänzt Venker.

Für die Polizei habe aber der Unfall noch einmal das Bewusstsein geschärft, die betroffene Stelle häufiger zu kontrollieren. „So ein Unfall sensibilisiert“, macht Britta Venker deutlich. „Wir haben den Verkehrsdienst vor Ort, um Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen“, erklärt sie. Die Beamten der Wache Lüdinghausen würden punktuell auch mit der Laserpistole die Geschwindigkeit von Autos, Motorrädern, usw. messen, fügt die Polizeisprecherin hinzu. Auf dem Abschnitt der Münsterstraße gilt Tempo 70.

Genauer Blick auf die Stelle

Die Gemeinde habe sich nach dem schweren Unfall ebenfalls die Situation an der Münsterstraße noch einmal angesehen, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage. Allerdings würden sich derzeit keine Ansatzpunkte ergeben, wie die Querungshilfe umgestaltet werden könnte. Die Gemeinde wolle allerdings - über ihr Ordnungsamt - ebenfalls die Verkehrssituation noch stärker beobachten. Bergmann macht aber auch deutlich, dass die Corona-Krise und die neuen Aufgaben - gerade im Bereich Ordnung - derzeit viele Personalressourcen in Anspruch nehme.

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