Gefährliche Raupen an Spielplatz entdeckt

Eichenprozessionsspinner

Die Baumschnitt-Arbeiten am Spielplatz an der Straße Boländers Wiese sollten vorsorgen, Gefahren vermeiden. Das tun sie gleich in doppelter Hinsicht. Denn was die Baumschnitt-Firma Simon aus Lüdinghausen beim Beklettern in dieser Woche feststellte, geht über die Gefahr morscher Äste hinaus.

NORDKIRCHEN

, 27.05.2016, 12:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Spielplatz ab der Straße Boländers Wiese waren Sägearbeiten der Stadt angekündigt. Ein Anwohner hatte sich in der Redaktion gemeldet und befürchtet, dass die Gemeinde den Baum fällen oder zumindest die Nistmöglichkeiten für Vögel extrem beschränken würde.

Das wies die Gemeinde deutlich zurück: „Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten hatte ich wahrheitsgemäß ausgesagt, dass der Baum aktuell von innen abzusterben droht. Aus diesem Grunde mussten trockene Äste entfernt werden“, unterstrich Anne Büscher nun ihr Statement vom Anfang der Woche.

Ökologische Bedeutung

Auf Dauer wolle man den Baum jedoch als Totholz erhalten. „Weil auch damit eine hohe ökologische Bedeutung einhergeht“, so Büscher. „Der begrenzende Faktor ist die Verkehrssicherungspflicht, die wir auf diesem Spielplatzgelände haben.“ Heißt also: Der Baum bleibt erhalten, auch wenn er derzeit von innen zerfressen wird.

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Am Freitag meldete sich nun Stephan Gerbig, Mitarbeiter der Baumpflege-Firma aus Lüdinghausen, die im Auftrag der Gemeinde tätig war: „Wir haben den Eichenprozessionsspinner an den Eichen gefunden“, so Gerbig. Eine Raupe, die „sehr gefährlich ist“, wie Gerbig sagte. In Gruppen von bis zu 100 Tieren krabbeln die Raupen den Baumstamm entlang, legen Nester in der Krone an, verpuppen sich und werden zu Motten.

Haare verteilen sich

Die sogenannten Brennhaare der Tiere verteilen sich in der Luft und können beim Einatmen zu Atemnot und Fieber führen, aber auch allergiefördernd wirken. Stephan Gerbig: „Viele glauben, dass man einfach die Haare anzünden muss. Das ist aber der falsche Weg.“ Die Baumpflege-Firma war darum am Donnerstag wieder tätig und entfernte die Nester und die Tiere. Der Spielplatz sei jetzt wieder gefahrlos zu benutzen. Der Baum soll als Totholz und Nistplatz weiter stehen bleiben.

Neben Fraßschäden am Baum liegt die eigentliche Schadwirkung des Eichenprozessionsspinners laut Bayrischer Landesanstalt für Forstwirtschaft in gesundheitlichen Auswirkungen der giftigen Raupenhaare auf den Menschen. Sie brechen leicht und werden über weite Strecken vom Wind getragen.
Beim Einatmen können die Brennhaare zu Allergien führen.
Natürliche Feinde der Raupe/Motte sind Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck und spezielle Käfer.

 

 

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