Gegen die Pläne für ein neues Büro- und Gewerbegebäude in Nordkirchen regt sich Widerstand

rnGewerbeflächen in Nordkirchen

Gewerbeflächen in Nordkirchen sind gefragt. An der Lüdinghauser Straße soll ein neues Bürogebäude mit Gewerbehallen entstehen. Gegen die Pläne liegen aber bereits erste Einsprüche vor.

Nordkirchen

, 08.05.2019, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als möglichen „Gründerhof“ bezeichnet Architekt Frank Wannigmann (45) das geplante Bürogebäude, das auf einer Fläche nördlich des Elektronikhändlers Euronics Dvorak an der Lüdinghauser Straße entstehen soll. Wannigmann sieht die Pläne als Bereicherung für die Gemeinde, um Existenzgründern und „Einzelkämpfern“ Büro- und Arbeitsflächen zur Verfügung zu stellen.

Seit Montag, 6. Mai, liegt die dafür vorgesehene Änderung des Bebauungsplans im Rathaus der Gemeinde, Bohlenstraße 2, aus.

1700 Quadratmeter ist das dafür vorgesehene Grundstück groß, es bietet dadurch aus Sicht der Gemeinde und des Architekten ideale Voraussetzungen für eine sogenannte Nachverdichtung, also bereits erschlossenen Raum für eine neue Funktion zu nutzen.

Gemeinde muss bei Gewerbeflächen tätig werden

„Wir können nicht unendlich Gewerbegebiete erschließen“, erklärt Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage dieser Redaktion. Deshalb seien Nachverdichtungsflächen so wichtig für die Planung der Gemeinde. Die Gemeinde erlebe zurzeit eine „rege Anfrage nach Gewerbeflächen“, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann sagt.

So seien in Südkirchen und Capelle sämtliche freien Gewerbeflächen entweder bereits verkauft, oder bereits reserviert. In Nordkirchen sei im Gewerbegebiet V an der Ferdinand-Kortmann-Straße aktuell nur noch eine Fläche frei. Insgesamt müsse die Gemeinde also wieder auf die Suche nach neuen Gewerbeflächen gehen, kündigt Bergmann an.

Mögliche neue Heimat für Existenzgründer und Start-ups

Das geplante Bürogebäude mit mehreren kleineren Hallen könnte vor allem für Existenzgründer interessant werden und auch Start-ups aus dem Digitalcampus einen festen Platz in der Schlossgemeinde bieten. Im Moment liegt die Betonung aber beim „Könnte“, denn wie die Räume letztlich genutzt werden, ist noch nicht absehbar, macht Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann deutlich. Klar ist: Der Digitalcampus ist noch immer ausgebucht, es gibt sogar eine, wenn auch kleine, Warteliste, so Lachmann.

Gegen die Pläne für ein neues Büro- und Gewerbegebäude in Nordkirchen regt sich Widerstand

So sieht der Vorschlag von Architekt Frank Wannigmann für das geplante Büro- und Gewerbegebäude aus. © Frank Wannigmann

Im April hat sich die Fläche des Digitalcampus an der Aspastraße verdoppelt, von 135 auf 270 Quadratmeter. So wäre für das neue Bürogebäude an der Lüdinghauser Straße auch eine zusätzliche Erweiterung des Digitalcampus denkbar. Manuel Lachmann macht aber deutlich, dass auch das nur eine von vielen Überlegungen sei.

Kombination aus zwei unterschiedlichen Gebäudeteilen

Denn: Noch ist die Gebäudeform und damit auch das spätere Platzangebot darin nicht absehbar. In den Plänen, die zurzeit ausliegen, ist das Gebäude als Kombination aus einem eingeschossigen und einem dreigeschossigen Teil vorgeschlagen bei einer Länge von 55 Metern.

In dem eingeschossigen Teil wäre Platz für acht kleine Gewerbehallen, wie Frank Wannigmann erklärt. Die wären jeweils 4,50 breit und 10 Meter lang, und hätten ein angeschlossenes, kleines Büro, sowie Sanitäranlagen. Als mögliche Nutzer nennt Wannigmann zum Beispiel kleine Handwerksbetriebe.

Gegen die Pläne gibt es erste Einsprüche

Schon jetzt regt sich allerdings Widerstand gegen die Pläne. Dabei gehe es, so Bauamtsleiter Josef Klaas, vor allem um die Höhe und die Länge des Gebäudes. Die ersten schriftlichen Einsprüche hätten die Gemeindeverwaltung bereits erreicht, sie kämen, so Klaas, aus der direkten Nachbarschaft. Darüber, wie das Gebäude letztlich umgesetzt wird, muss die Nordkirchener Politik also noch diskutieren. Das werde voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 2. Juli, der Fall sein (ab 17.30 Uhr im Bürgerhaus, Am Gorbach 2).

Noch bis einschließlich Freitag, 31. Mai, können die Pläne für das geplante Bürogebäude mit Gewerbehallen eingesehen werden (Rathaus, 1. OG, Zimmer 48 und 49).

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