Gegen Plastik: Falsch befüllte Biotonnen bleiben in Nordkirchen bald stehen

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In der Gemeinde Nordkirchen soll weniger Plastik in der Biotonne landen. Ab dem Sommer soll kontrolliert werden. Wer die Tonne falsch befüllt, der muss nachsortieren oder draufzahlen.

Nordkirchen

, 18.06.2020, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Biotonnen in der Gemeinde Nordkirchen landete in den vergangenen Monaten zu viel Plastikmüll. Ein Problem, das es im gesamten Kreis Coesfeld gibt. Die Gemeinde hat sich nun einem Projekt angeschlossen und will ihre Abfallsatzung so ändern, dass sie falsch befüllte Tonnen künftig ahnden kann.

Biologisch abbaubare Tüten sind verboten

Bereits seit gut einem Jahr wirbt auch Nordkirchen für die Aktion „Wir für Bio“ des Kreises. Doch noch immer landet zu viel Plastikmüll in den Biotonnen. Oft auch nicht mit Absicht. Denn auch Plastiktüten, auf denen „biologisch abbaubar“ steht, dürfen nicht in die braunen Tonne. Darauf wies Alina Kundt von der Verwaltung am Dienstag (16. Juni) im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung (WITULA) hin.

Auch die abbaubaren Tüten zersetzen sich nicht schnell genug oder nur teilweise und bereiten den Entsorgern damit Probleme. Insgesamt lasse sich in den vergangenen Jahren eine abnehmende Sorgfalt bei der Mülltrennung insbesonderes beim Biomüll erkennen, so Kundt. Landet Plastik in der Biotonne muss der Abfall als Restmüll entsorgt werden. Und das ist etwa doppelt so teuer.

Zweite Abholung kostet extra

Nun ändert die Gemeinde ihre Abfallsatzung. Teils wegen neuer Gesetze wie dem Batteriegesetz, aber auch, um bei falsch befüllten Tonnen eine Handhabe zu haben. Nach der neuen Satzung wird es Kontrollen geben.

Ist die Tonne falsch befüllt, bleibt sie ungeleert stehen. Der Verursacher hat dann die Möglichkeit, den Müll richtig umzusortieren und die Tonne beim nächsten Mal abholen zu lassen. Oder er muss den Müll selbst entsorgen, oder ihn gegen eine Sondergebühr abholen lassen. Wer immer wieder die Tonne falsch befüllt, dem kann die Biotonne sogar entzogen werden, sagte Alina Kundt im Ausschuss. Der betroffene Haushalt müsse dann gegen eine teurere Restmülltonne tauschen.

Kontrollen nach den Sommerferien

Voraussichtlich mit Ende der Sommerferien - Mitte August - will die Gemeinde mit den Tonnenkontrollen beginnen. Mehrere Ausschussmitglieder wie Werner Albin von den Grünen wiesen darauf hin, dass die neuen Regeln gerade bei Mehrfamilienhäusern eine hohe Sprengkraft hätten. „Deshalb müssen wir auf Aufklärung hinwirken.“ Der Entsorger solle noch einmal informieren, was genau in die Biotonne gehört.

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Welcher Abfall in welche Mülltonne geworfen wird, stehe auch im Abfallkalender der Gemeinde, sagte Dietmar Bergmann. „Wir werden sensibel damit umgehen“, versprach der Bürgermeister. Die Biotonne werden nicht gleich beim ersten Vergehen entzogen.

Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder für die neue Satzung. Am Dienstag (23. Juni) soll auch der Haupt- und Finanzausschuss sich mit dem Thema Abfallsatzung befassen, bevor der Rat der Gemeinde zwei Tage später das letzte Wort hat.

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