Geplantes Hotel soll Wirtschaft ankurbeln

Tourismus in Nordkirchen

Das Münsterland lockt vermehrt Touristen an. Noch nicht genug kommen nach Meinung der Verwaltung nach Nordkirchen. Das neue Hotel soll das ändern - und auch die Wirtschaft ankurbeln.

Nordkirchen

, 22.02.2018, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neben der Gesamtschule an der Straße Am Gorbach soll das neue Hotel entstehen. Wo jetzt noch Wiese ist, sollen ab 2019 rund 120 Betten für Touristen zur Verfügung stehen.

Neben der Gesamtschule an der Straße Am Gorbach soll das neue Hotel entstehen. Wo jetzt noch Wiese ist, sollen ab 2019 rund 120 Betten für Touristen zur Verfügung stehen. © Theo Wolters

Das Münsterland hat auch im vergangenen Jahr wieder mehr Touristen angelockt – gut vier Millionen Übernachtungen verzeichnet die neuste Statistik für 2017. Dabei ist die Zahl der Betten im Münsterland gesunken. Ein Trend, den Nordkirchen nicht mitmacht. Aktuell laufen die Vorbereitungen für ein Vier-Sterne-Plus-Hotel Am Gorbach mit rund 120 Betten. Diese Kapazitäten benötige die Gemeinde auch, sagt der Bürgermeister. Das Projekt soll nicht nur noch mehr Touristen nach Nordkirchen locken, auch die Wirtschaft in der Gemeinde soll profitieren.

„Wir haben schon viele Touristen“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann, „aber die bleiben nicht lange genug hier.“ Das neue Hotel mit Hallenbad soll 3000 bis 4000 neue Touristen pro Jahr nach Nordkirchen bringen. Bislang gingen der Gemeinde besonders die großen Hochzeitsgesellschaften verloren. Für die Trauungen ist das Schloss Nordkirchen zwar überregional beliebt. Um danach gemeinsam zu feiern, am selben Ort zu übernachten und morgens mit der ganzen Gesellschaft noch zu frühstücken, dazu gebe es keine Räume in der Gemeinde, so der Bürgermeister.

„Ein riesen Projekt

Die Grundstücksverhandlungen für das neue Hotel sind schon gelaufen. Nun beantragt die Verwaltung im Bauausschuss am 1. März die öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplans. Derzeit sei die Gemeinde in Gesprächen mit dem Projektleiter, die im Sommer oder Frühherbst in einem Bauantrag münden sollen. Ob noch in diesem Jahr gebaut werden kann, dazu möchte der Bürgermeister lieber keine Prognose abgeben. „Das ist ein riesen Projekt“, sagt Bergmann.

Auch wirtschaftlich will die Gemeinde profitieren. Nicht nur direkt vom Hotel. Der Betreiber wolle lokale Betriebe und Lieferanten einbinden, erklärt Dietmar Bergmann. Auch Arbeitsplätze sollen durch den großen Komplex entstehen. Und die erwarteten neuen Touristen würden sicherlich auch die lokale Gastronomie nutzen, so Bergmann.

Mehr Werbung und Aktionen für Touristen

Wie viele Touristen genau in Nordkirchen übernachtet haben, das wird nicht gezählt, erklärt Tourismusmanagerin Maike Teetz. Denn dazu gebe es zu weniger Hotels. Die meisten Gäste kommen aus Deutschland, sagt Teetz. Zweitgrößte Gruppe seien die Niederländer. „Wir brauchen mehr Kapazitäten für Gäste“, so Teetz. „Unsere Übernachtungsmöglichkeiten sind gut ausgebucht.“ Besonders bei Veranstaltungen wie dem Open-Air-Konzert am Schloss sei alles ausgebucht. Profitiert hat die Gemeinde aber auch von verstärkter Werbung und neu geschaffenen Angeboten wie den Gästeführern, die gerade ausgebildet werden, sagt Bürgermeister Bergmann. Das habe sich bei den Zahlen bemerkbar gemacht.

Das ist die Chance für kleine und familiengeführte Hotels. Albert Lücke etwa, Besitzer des Plettenberger Hofs an der Schloßstraße, kann sich über mangelnde Auslastung nicht beklagen. 16 Betten hat er. Die seien besonders an den Sommerwochenenden ausgebucht.

Jetzt im Winter beherberge er vor allem Monteure. Die Konkurrenz durch das neue Hotel fürchtet er da nicht. „Wir können einfach günstiger sein“, sagt Lücke. Ab 35 Euro kostet eine Übernachtung. Wer dagegen auf Luxus im Urlaub setze, werde wohl eher im neuen Hotel fündig, schätzt Lücke.

Handwerker nutzen den Winter

Handwerker, Vertreter und Vertriebler nutzen derzeit auch das Hostel Nordkirchen an der Aspastraße. „Wir sind immer so um 80 Prozent ausgelastet“, sagt Betreiber Karten Meinke. Seine Gäste seien meist Selbstversorger, die die Kochgelegenheit im Hostel nutzen. Deshalb werde sich seine Klientel auch nicht ändern, wenn das neue Hotel da sei, so Meinke. Im Sommer erwartet er dann wieder Hochzeitsgesellschaften, die bei ihm übernachten.

Das Münsterland ist und bleibt die Fahrradregion schlechthin. Im Sommer sorgen die Radtouristen auch bei Albert Lücke im Plettenberger Hofs für ausgebuchtes Haus. Meist bleiben diese Touristen dort für eine Nacht, sagt Lücke. Dann fahren sie mit dem Rad eine Station weiter. „Urlaub macht hier niemand“, ist seine Erfahrung. Drei bis vier Tage dauerten die längsten Aufenthalte. Dann nutzen die Touristen sein Hotel als Anlaufpunkt für Tagestouren.

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