Gesunde Ernährung: Wenn Gemüse auf Butterbrot in der Capeller Grundschule trifft

rnLandfrauen-Projekt

Die Capeller Grundschüler sind ganz schön munter. Das kann daran liegen, dass sie Lust auf Schule haben. Es kann zusätzlich aber auch an etwas ganz Anderem liegen.

Capelle

, 09.04.2019, 12:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurzeit läuft in der zweiten Klasse der Capeller Grundschule ein ganz besonderes Projekt. Es heißt „Woher kommt unser Essen?“. Dazu haben die Kinder innerhalb von fünf Wochen alles kennengelernt, was zu einem gesunden Essen dazu gehört. Sie haben verschiedene Gemüsearten auf dem Tisch gehabt, haben sie auch geschmeckt.

Obst war ein weiteres Thema. Was kann man bei Obst essen und welche Teile nicht? Fragen, die die Mädchen und Jungen mit allen Sinnen beantworteten. Zubereitungsarten und Verarbeitungsprodukte der Kartoffel waren Thema einer weiteren Einheit des Projekts. Das ging sogar so weit, dass die Kinder Kartoffeln pflanzten. Der Saisonkalender für heimische Gemüsearten, Erntezeiten für Getreide und Kartoffeln sowie Lebensmittel tierischer Herkunft, wie zum Beispiel Milch sind weitere Bausteine des Projekts. Die Projektpartner sind der Landfrauenverband Nordkirchen, der landwirtschaftliche Ortsverband Nordkirchen, die Gemeinde Nordkirchen sowie die Volksbank Südkirchen-Capelle-Nordkirchen.

Gesunde Ernährung: Wenn Gemüse auf Butterbrot in der Capeller Grundschule trifft

So sehen gesunde Kinder aus. In dem Fall Zweitklässler der Grundschule Capelle, die am Projekt "Woher kommt unser Essen?" teilgenommen haben. © Arndt Brede

Fünf Minuten schütteln

Birgit Zumholz, die für das Projekt verantwortliche Landfrau, besuchte die Grundschulkinder pro Woche zwei Unterrichtsstunden lang. Sie traf auf interessierte Mädchen und Jungen. Wie zum Beispiel Elias. Der Junge erklärt dem Reporter während des Projektbesuchs, wie Butter entsteht: „Wir haben Sahne in ein Glas getan und das dann kräftig geschüttelt. Da kam Butter bei raus. Nachfrage: Wie lange denn geschüttelt werden musste? Ein Mitschüler ruft: „Zehn Minuten.“ Elias kontert: „Nein, fünf Minuten.“

Das Projekt „wandert“ durch die Jahrgangsstufen. Von der ersten bis zur vierten Klasse lernen die Kinder unter anderem, dass die Pommes aus echten Kartoffeln gemacht werden, wie Blumenkohl aussieht. Der Theorie folgt jeweils die Praxis. Und die ist durchaus lecker. Bei Besuch des Reporters in der zweiten Klasse der Capeller Grundschule schmiert Birgit Zumholz Brote. Schon vorbereitet sind Paprika, Äpfel, Möhren, Tomaten und Gurkenscheiben. Quasi als Buffet, an dem sich die Mädchen und Jungen bedienen. Diese Zutaten auf einen Holzspieß gesteckt ergeben eine gesunde Mischung, zu der ein Butterbrot vorzüglich schmeckt. „Lecker“, schallt es hier und da aus Kinderkehlen. Wer in die Augen der Grundschüler schaut, erkennt, wie sehr sie das gesunde Frühstück genießen.

Wobei für die Kinder in Capelle das gesunde Frühstück keine einmalige Gelegenheit anlässlich des Projekts ist. „Das gesunde Frühstück ist an unserer Schule normal“, sagt Leiterin Nicole Zombik. Und im Gegensatz zu anderen Teilen der Republik sorgen die Eltern in Capelle auch dafür, dass ihre Kinder mit gesundem Frühstück im Tornister zur Schule gehen, bestätigt Andrea Haurand, die Lehrerin der Zweitklässler.

Gesunde Ernährung: Wenn Gemüse auf Butterbrot in der Capeller Grundschule trifft

Butterbrote gehören dazu, wenn es ums gesunde Frühstück geht. © Arndt Brede

Schulgarten angelegt

Wenn es überall so liefe wie in Capelle, bräuchte man das Projekt ja gar nicht, oder? „Doch“, antwortet Landfrau Susanne Hulk-Zurmühlen. „Wir erleben immer wieder, dass Kinder weder Kohlrabi, noch Blumenkohl erkennen.“ „Und die Kinder wissen nicht, was wann wächst“, ergänzt Nicole Zombik. Das liege daran, dass es ja alles zu kaufen gibt, „sodass die Kinder nicht wissen, dass es Erdbeeren erst im Frühjahr gibt.“

Die Capeller Grundschule belässt es nicht dabei, dass die Kinder während des Projekts von Landfrauen erklärt bekommen, wie der Naturkreislauf funktioniert. „Wir haben einen Schulgarten angelegt“, sagt die Schulleiterin. Zwiebeln, Möhren, Radieschen seien gepflanzt worden. Und es ist alles auch geerntet worden.

Nachhaltige Wirkung

Gerade der Aspekt, dass die Erkenntnisse, die die Kinder während des Projekts erlangt haben, nachhaltig wirken, hat die Volksbank dazu bewogen, das Projekt finanziell zu unterstützen, sagt Volksbank-Vorstand Karsten Rethmeier. „Manche Kinder ernähren sich nicht so, wie es sein sollte. Und wenn wir dann solch ein Projekt unterstützen können, legt man einen Grundstein fürs Leben. Was man in der Kindheit nicht lernt, lernt man später auch nicht mehr.“

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