Gregg in Nordkirchen: Mit Pflanzen und Farbe die Raumluft verbessern

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75 Jahre Gartenbauunternehmen Gregg - ein stolzes Jubiläum. Und eine lange Zeit. Mit großen Erfolgen und bitteren Rückschlägen. Der Unternehmergeist ist geblieben, die Kreativität auch.

Nordkirchen

, 07.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Idee ist so einfach wie genial - vor allem für Menschen ohne grünen Daumen: Ein Wasserstandsanzeiger gibt Auskunft darüber, ob die Zimmerpflanze Wasser benötigt oder nicht. Hört sich super an, funktioniert aber nicht mit dem über viele Jahrzehnte bekannten Prinzip. Erde kommt deshalb nicht zum Einsatz.

In den 1950er Jahren unternimmt Firmengründer Günter Gregg Versuche mit Hydrokultur. Als er 1971 auf Blähton stößt, bis dahin nur als Baustoff bekannt, gelingt der Durchbruch. Er definiert die Anforderungen an einen Blähton speziell für Pflanzen und gilt heute weltweit als der Begründer der Hydrokultur.

Die Nachfrage steigt. In den 1970er Jahren baut Gregg in Nordkirchen weitere Gewächshäuser. 1995 produzieren 250 Mitarbeiter auf 100.000 Quadratmeter unter Glas an vier Standorten Grünpflanzen in Hydrokultur. Das schnelle Wachstum hat auch Nachteile. Als 1996 der Hydro-Markt aus dem Ausland überschwemmt wird, gerät das Unternehmen in die Krise. „Das Unternehmen ist in der alten Form zusammengebrochen“, sagt Markus Gregg, einer der Söhne des Firmengründers. 1999 veräußert die Familie die Flächen und zieht sich aus Produktion und Großhandel zurück.

Nach Rückkauf der Gewächshäuser Solarmodule montiert

Die Arbeit der verschiedenen Besitzer und Pächter sieht Markus Gregg im Rückblick kritisch. Er spricht von „einem Raubbau an der Gärtnerei“. Zusammen mit Thomas Ebbes kauft er 2011 die Gewächshäuser in Nordkirchen mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratmetern zurück., die zwischen den 70er und 90er Jahren entstanden sind. Sie gründen die Firma Egreno. Auf den nach Süden gerichteten Dachflächen werden Solarmodule montiert.

Auf rund 40.000 Quadratmetern wachsen in den Gewächshäusern Kirschlorbeer, Stauden, Farne und Gemüsepflanzen, die über einen Großvermarkter verkauft werden. Markus Gregg und seine Frau Annette konzentrieren sich auf die Innenraumbegrünung: Die Geburtsstunde von Gärtner Gregg. Das Unternehmen kümmert sich vor allem in Hotels, Altenheimen, Büros oder Verwaltungen um die Raum-Begrünung.

„Aktuell haben wir rund 300 feste Kunden mit 12.000 Hydrogefäßen“, sagt Markus Gregg. Sie können wählen zwischen einer Vollpflege - „dann sind wir alle vier Wochen vor Ort und gießen die Pflanzen auch“ - und einer Teilpflege viermal im Jahr. Auf den Endverbraucher ist die Firma dabei weniger ausgerichtet. „Aber wir freuen uns natürlich über jeden der kommt.“ Anders die Situation beim Gärtnereiverkauf im Frühjahr. Dann verkauft die Gärtnerei Beet- und Balkonpflanzen.

Pflanzen in der Arbeitswelt gewinnen an Bedeutung

„Der Einsatz lebender Pflanzen im Gesundheits- und Wellnessbereich, vor allem aber in der Arbeitswelt, wird noch viel mehr Bedeutung erlangen“, ist Markus Gregg überzeugt. Beispielhaft verweist er auf Pflanzen, die die Luftfeuchtigkeit in Büros deutlich erhöht.

Ein Ansatz, der auch seinen Sohn Maximilian Gregg überzeugt hat. Der 33-Jährige ist vor einem Jahr in das Familienunternehmen eingestiegen. gemeinsam mit seinem Vater wird er sich auch um einen neuen Ansatz kümmern. Dabei werden die Ausscheidungen von Fischen in Aquarien zur Düngung von Pflanzwänden genutzt.

Auf dem Gelände der Gärtnerei Nordkirchen ist auch die Gregg Marketing AG angesiedelt. Geschäftsführer ist Wilhelm Gregg. Seit einem Jahr hat auch Tochter Luisa Gregg Prokura. Sie sagt: „Für Produktion und Handel sind wir Partner mit Komplettlösungen in Werbung, Print und Digital. Für den Verkaufspunkt erstellen wir Verpackungen, Etiketten und Verkaufshilfen, die mit der Pflanze funktionieren, die dem Transport und der Logistik ebenso gewachsen sind wie dem Gießwasser im Gartencenter.“

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