Grundschule Capelle: Schulhof muss bald für neues Abwassersystem aufgerissen werden

rnCapeller Grundschule

Die Gemeinde Nordkirchen muss die Abwasserleitungen der Grundschule Capelle sanieren. Das wird teuer, es soll aber nicht nur die Kläranlage entlasten, sondern auch dem Capeller Bach helfen.

Capelle

, 19.11.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor drei Jahren und in diesem Jahr hatte die Gemeinde an der Grundschule in Südkirchen eine Großbaustelle, im kommenden Jahr soll es an der Grundschule in Capelle soweit sein: Die Abwasserleitungen sollen teils komplett erneuert, teils saniert und im gleichen Prozess in ein komplett neues Abwasserkonzept integriert werden.

Sechsstellige Investitionssumme

Etwa 190.000 Euro will sich die Gemeinde die notwendigen Investitionen kosten lassen - und freut sich dabei über Landeszuschüsse in Höhe von 35.000 Euro. „Mit denen alleine kämen wir aber nicht weit“, sagt Josef Klaas, Fachbereichsleiter für Bauen, Planung und Umwelt. Deshalb sollen unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Rates insgesamt 190.000 Euro in den Haushalt für 2020 eingebracht werde. Ob die ausreichen werden, werden jedoch die Rückmeldungen aus dem Ausschreibungsverfahren zeigen.

Komplett neues Abwassersystem

Unterm Strich möchte die Gemeinde das Abwassersystem der Grundschule in Capelle auf komplett neue Füße stellen. Derzeit verlaufen die Leitungen unter dem immer wieder erweiterten und umgebauten Gebäude aus den 1960er-Jahren. Die sollen gekappt und durch neue Leitungen auf dem Gelände rund um das Haus ersetzt werden. „Dann kommt man viel besser dran, wenn es mal Probleme geben sollte“, erläutert Klaas die Hintergründe der Pläne.

Regen- und Abwasser sollen getrennt werden

Bislang wurden die vorhandenen Leitungen auch als Mischwasserkanäle genutzt. Das heißt, Schmutz- und Regenwasser sammelte sich an einer Stelle und floss dann gemeinsam durch die Kanalisation in Richtung Kläranlage. „Auch das werden wir künftig trennen. Wir haben den Capeller Bach in der Nähe, dort können wir das Regenwasser leicht einleiten und setzen so die Trennung von Schmutz- und Reinwasser um“, erklärt Klaas. Regenwasser braucht in der Regel nämlich nicht geklärt zu werden, erst recht nicht, wenn es von Dächern oder einem Schulhof stammt, wo keinerlei Verschmutzungen auftreten dürften. Das Trennsystem entlastet daher nicht nur die Leitungskapazitäten, sondern auch die Kläranlage hinsichtlich der zu reinigenden Abwassermenge - und das nutzt letztlich auch den Gebührenzahlern.

Arbeiten in offener und geschlossener Bauweise

Bis es allerdings soweit ist, müssen die Bauarbeiter anrücken und Teile des Schulhofs aufreißen, unter dem etliche Leitungen verlaufen. „Einige lange Strecken müssen wir wirklich komplett neu verlegen“, erklärt Josef Klaas, „und auch neue Sammler müssen errichtet werden. Andere Leitungen können wir mit dem Inliner-Verfahren sanieren.“

Dabei wird eine Art Schlauch ohne große Baustellen in das Innere der Leitungen gezogen und darin aufgepumpt, so dass sich das Material von Innen an die Rohrleitungswände schmiegt und sie so neu abdichtet. Kleine Undichtigkeiten werden so leicht verschlossen, das Schmutzwasser bleibt im Rohr und kann nicht ins Erdreich sickern.

Maßnahme wird teurer als ursprünglich einmal geplant

„Wenn wir mit allem fertig sind, haben wir wirklich ein neues Abwasserkonzept an der Schule mit Trennung von Schmutz- und Reinwasser“, sagt Klaas. Die Gemeinde setzt damit all jene Dinge wieder instand, die vor knapp zehn Jahren im Rahmen einer Kamerafahrt zur Dichtigkeitsprüfung bemängelt worden waren. Weil diese Untersuchung zur Vorbereitung nochmals wiederholt werden musste und gleichzeitig einige Leitungen freigelegt wurden, verteuerte sich die ursprünglich geplante Maßnahme auf derzeit geplante 190.000 Euro.

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