Gruppe Nordkirchen löst sich nach 13 Jahren auf

Sitzverteilung im Rat

Die Gruppe Nordkirchen löst sich endgültig auf. Im Februar trat bereits die UWG aus dem seit 2004 bestehenden Bündnis aus, nun trennt sich auch der Rest der Gruppe. Wie es nun weitergeht, haben die Ratsmitglieder unserer Redaktion verraten.

NORDKIRCHEN

, 29.05.2017, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gruppe Nordkirchen löst sich nach 13 Jahren auf

Im Sommer 2014 unterschrieben die Mitglieder der Gruppe noch einen Kooperationsvertrag über sechs Jahre. Jetzt scheint der Austritt der UWG der erste Riss im Gefüge der Gruppe Nordkirchen zu sein. Die Grünen denken über ihren Verbleib nach.

Nachdem die UWG bereits im Februar dieses Jahres ihren Austritt erklärt hatte, war auch die Mehrheit im Rat gegenüber der CDU-Ratsfraktion nicht mehr gegeben: einer der Gründe, warum die Gruppe nun endgültig zerfallen ist.

Die Entscheidung sei im gegenseitigen Einvernehmen gefallen, erklärt Joachim Seidel. Ohne die beiden Sitze der UWG im Rat der Gemeinde habe das politische Konstrukt einfach keinen Sinn mehr ergeben. Streitigkeiten habe es keine gegeben, die zur Auflösung geführt hätten, macht der Gruppensprecher deutlich.

 

Mit der UWG kam die Gruppe Nordkirchen auf 15 Sitze im Gemeinderat und war damit gegenüber der CDU-Fraktion, die auf 13 Sitze kam, in der Mehrheit. Seit dem Austritt der UWG lag die Gruppe mit ebenfalls 13 Sitzen mit der CDU gleichauf. Die Stimmenmehrheit war eine Sache, eine andere war „die erfolgreiche Arbeit, die die Gruppe gemeinsam geleistet hat", so Petra Schröer, SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Mitinitiatorin der Gruppe Nordkirchen.

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Ursprung: Gemeinsame Arbeit in der Opposition

2004 hatte sich der Zusammenschluss aus den vier damaligen Oppositionsparteien gegründet, vier Jahre später einigte man sich mit Dietmar Bergmann (SPD) auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten, der 2009 zum ersten Mal und 2014 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt wurde.

Für Petra Schröer ein klarer Erfolg, den die Koalition für sich verbuchen konnte. Vier Parteien mit vier unterschiedlichen Ansichten hätten sich an einen Tisch gesetzt, um zusammenzuarbeiten, so die Mitgründerin der Gruppe.

Allerdings – und diese Ansicht teilt auch Joachim Seidel: Die Gespräche innerhalb der Gruppe habe viel Zeit in Anspruch genommen, gerade weil viele verschiedene Ansichten und politische Forderungen unter einen Hut gebracht werden mussten. Oft auch auf Kosten der einzelnen Parteiprofile.

„In einer solchen Koalition haben es gerade die kleineren Partner schwer, ihre Positionen deutlicher umzusetzen“, erklärt Uta Spräner, Ratsmitglied der Grünen. Für ihre Partei ergebe sich jetzt durch die Auflösung der Gruppe die Möglichkeit, „mehr Profilschärfe zu zeigen und sich mehr mit grünen Themen auseinanderzusetzen“.

Mehrheiten suchen

Auf jeden Fall werden sich die politische Arbeit und Diskussionen in den Ausschüssen und im Rat verändern. „Jetzt müssen wir gucken, wie wir Mehrheiten bekommen“, bringt es Petra Schröer auf den Punkt. Die Diskussionen, die zuvor innerhalb der Gruppe vorbereitend auf Ausschüsse und Ratssitzungen geführt wurden, werden sich jetzt in die Sitzungen verlagern, vermutet sie.

In einem Punkt sind sich sowohl SPD, als auch Grüne und FDP einig: Auch wenn in den Ausschuss- und Ratssitzungen mehr diskutiert wird – am Ende werde man wie bisher einen Konsens finden.

 

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