Haus Westermann: Abriss nicht vor Jahresende

Bauantrag fast fertig

Das ehemalige Gasthaus und Hotel Haus Westermann an der Schloßstraße wird nicht vor Ende 2017 abgerissen. Das teilte Investor Thomas Buhl am Montag mit. Der Architekt aus Schwerte wird sowohl Haus Westermann und später auch das benachbarte Haus Wiesmann abreißen und dort einen neuen Gebäudekomplex errichten.

NORDKIRCHEN

, 12.07.2017, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich war geplant, Haus Westermann im Frühjahr dieses Jahres abzureißen. „Das war allerdings eine sehr frühe Planung“, sagt Thomas Buhl. Im vergangenen Jahr hatte der Rat der Gemeinde Nordkirchen einen von drei vorgestellten Plänen für das spätere Gebäude abgesegnet. Im Anschluss musste der Investor allerdings immer wieder nachbessern, weil die geplante Nutzung und die Vorstellungen der Politik sich nicht auf Anhieb unter einen Hut bringen ließen.

Gespräche mit Mietern des zukünftigen Gebäudes

Aktuell befinde sich der Bauantrag „in der finalen Phase“, wie Thomas Buhl erklärt. Darüber hinaus führe er Gespräche mit der Caritas, die Hauptmieterin in dem zukünftigen Gebäude werden wird. Dort sind Wohnungen für Bewohner der Kinderheilstätte vorgesehen. Auf rund 800 Quadratmeter Fläche sollen Appartements mit Gemeinschaftsräumen für acht Personen entstehen, kündigt Thomas Buhl an. Im Erdgeschoss soll unter anderem Platz für eine Pflegewohngruppe entstehen. Dort werden elf Menschen einziehen. Außerdem sind weitere Sozialwohnungen geplant.

All diese Vorgaben an die Bedürfnisse und Voraussetzungen der verschiedenen künftigen Mieter unter einen Hut zu bringen erfordere einen großen Aufwand und am Ende auch entsprechend viel Zeit. Zu prüfen sei noch, ob sich das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht noch leicht verändern werde, so Buhl. Die Veränderungen wären aber minimal, fügt er hinzu. Die Rede sei von einzelnen Fenstern, die etwas verrückt werden müssten.

Noch befindet sich Haus Westermann im Besitz der Gemeinde, wie Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage bestätigt. Der Verkauf an Investor Thomas Buhl sei aber bereits vorbereitet: „Für die Vertragsmodalitäten gibt es einen Entwurf“, erklärt Josef Klaas. Der Kauf werde aber erst abgeschlossen, wenn zwischen Investor und der Caritas als späterem Ankermieter Einigung herrsche, so der Bauamtsleiter. Die Gemeinde werde allerdings teilweise Eigentümerin bleiben: Die Räume für Tourismuszentrale und Post bleiben in ihrem Besitz, sagt Josef Klaas.

Im Ortskern soll kein Loch enstehen

Thomas Buhl rechnet damit, dass der Bauantrag rund sechs Monate in der Prüfung sein wird, ehe die Freigabe kommt. „Früher möchte ich Haus Westermann auch nicht abreißen, damit nicht mitten im Nordkirchener Ortskern ein riesiges Loch klafft“, erklärt Thomas Buhl. Ob es dieses Jahr überhaupt noch etwas mit dem Abriss wird, lässt der Architekt offen. Denn inwieweit es in der Vorweihnachtszeit Sinn ergebe, das ehemalige Gasthaus abzureißen, müsse man sich dann überlegen.

Kein Betrieb mehr seit 2013
Bis 2013 war die Gaststätte Haus Westermann in Betrieb. Ab 2009 hatte es allerdings nur noch für besondere Veranstaltungen geöffnet. Nach der Schließung verkauften die ehemaligen Betreiber, Bernd und Antje Lüring, das ehemalige Gasthaus an die Gemeinde. Seitdem steht es leer.

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