Initiative kritisiert Haus-Westermann-Verfahren

Entscheidung am Donnerstag?

Die Politik wird sich am Donnerstag, 26. März, im nichtöffentlichen Teil einer Ausschusssitzung mit Haus Westermann beschäftigen. Auf dem Gelände möchte ein Investor Wohnungen bauen. Die Initiative Baukultur-Log befürchtet, es könne bereits eine Entscheidung fallen. Politiker sagen: Diese Initiative kommt reichlich spät.

NORDKIRCHEN

, 23.03.2015, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vielleicht wird bereits am Donnerstag, 26. März, über die Zukunft von Haus Westermann entschieden.

Vielleicht wird bereits am Donnerstag, 26. März, über die Zukunft von Haus Westermann entschieden.

"Es sollte noch keine Entscheidung über den Verkauf des Geländes gefällt werden", erklärte Tanja Werner jetzt in einem Gespräch mit Vertretern der Fraktionen. Die Gruppe sei der Ansicht, man solle sich für die Entwicklung dieses wichtigen Bereichs noch etwas Zeit nehmen. "Es gibt nur eine mögliche Variante, aber keine Alternative. Dies sehen wir sehr kritisch", so Werner. Sie bemängelte zudem, es habe kein vernünftiges Ausschreibungsverfahren gegeben.

Dem pflichtete Engelbert Kortmann bei: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausschreibung attraktiv war. Der Weg in die Öffentlichkeit war wohl auch nicht der richtige." Für ihn und die Initiative habe das Westermann-Gelände eine besondere Bedeutung. Dies müsse man ohne Zeitdruck entwickeln.

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Kortmanns Vorschlag lautete: "Man sollte die Chance nutzen, durch ein Zurücksetzen des neuen Gebäudes um drei Meter die Sicht auf die Kirche verbessern." Der Platz könne als Mitte zum Ludwig-Becker-Platz und dem Mühlenpark entwickelt werden. Kortmann: "Wir sollten noch keine Entscheidung treffen, damit die Bürger sich noch mit dem Thema befassen können."

Heinz-Jürgen Lunemann von der UWG erklärte, man befinde sich im Verfahren. Es gebe einen Vorschlag, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Joachim Seidel von der FDP erklärte, man habe zwar keinen Termindruck, doch der Kaufpreis würde in den Büchern stehen. Man müsse das Gelände endlich verkaufen. Seidel: "Die Initiative kommt etwas spät." Und: "Es stimmt nicht, dass die Öffentlichkeit zu wenig informiert worden ist."

Drei ernsthafte Interessenten

CDU-Ratsherr Christoph Rath ist auch der Ansicht, die Initiative käme sehr spät. Rath: "Es hat nur ein Investor einen Vorschlag vorgelegt. Dieser hat nun das Recht auf eine Entscheidung." Man wolle eine vernünftige Nutzung und keine weiteren Leerstände erzeugen. 

Für eine Bebauung auf dem Gelände von Haus Westermann hatte es anfänglich lose acht Interessenten gegeben, von denen im Verlauf der Monate drei ernsthafte übrig blieben. Nun gibt es einen tatsächlichen und konkreten Vorschlag eines Investors für das 1900 Quadratmeter große Areal.

Pläne des Investors im Dezember vorgestellt

Das ist in Besitz der Gemeinde: Die kaufte das 1400 Quadratmeter große Westermann-Grundstück. Auch das Neben-Gebäude und -Grundstück Schloßstraße 7 (Wiesmann) zählte ein paar Wochen später zur von der Gemeinde aufgekauften und damit nun verhandelten Masse.

Architekt Thomas Buhl aus Schwerte stellte im Dezember Pläne für den Investor vor. Demnach sollen zwei Gebäudekomplexe errichtet werden. Die markante Haus-Fron zur Schloßstraße soll dabei erhalten bleiben. "Wir möchten keinen riesigen Klotz bauen", sagte Buhl bei der Vorstellung.

Hinter dem Giebel sollen sich unterschiedliche Wohnformen verbergen: acht Appartements altersgerechten Wohnens mit Pflegewohngruppe zum Beispiel, aber auch andere Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss ein Ladenlokal mit 150 Quadratmetern Ladenfläche, die sich der Architekt als Informationsstelle für den Tourismus vorstellen kann. Dazu eine Tiefgarage für die Bewohner.

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18 Monate würde es nach einem Beschluss des Gemeinderates bestimmt noch dauern, bis die Pläne baufertig seien, so der Architekt bei seiner Vorstellung im Dezember. Auch ein neuer Bebauungsplan müsste zunächst aufgestellt und verabschiedet werden. Am Donnerstag steht das Thema erst einmal auf der Tagesordnung im Bau- und Planungsausschuss – allerdings im nichtöffentlichen Teil.

Schon seit dem Jahr 2008 steht das Haus Westermann mit seinen Gasträumen und Küche im Erdgeschoss und den Gästezimmern im Obergeschoss leer. Anfänglich konnte man die Schankräume noch für feiern mieten, inzwischen ist dort viel Inventar herausgenommen worden. Es ist in seinem jetzigen, halb-entkernten Zustand in keiner Weise mehr zu nutzen. 

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