Integrative Großküche der Kinderheilstätte denkt über weitere Einsatzgebiete nach

Kinderheilstätte

Die integrative Großküche der Kinderheilstätte wird ihr Konzept bald bei einer Messe in Dortmund vorstellen. Außerdem hat sie auch in Nordkirchen einige neue Einsatzgebiete im Blick.

Nordkirchen

, 18.02.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gute Laune in der Spülküche: Pia Möllers gehört zum Team der Nordkirchener Großküche.

Gute Laune in der Spülküche: Pia Möllers gehört zum Team der Nordkirchener Großküche. © Marie Rademacher (Archiv)

Die Kinderheilstätte hat sich für 2020 vorgenommen, weitere Einsatzgebiete für die integrative Großküche zu finden. Das kündigte der kaufmännische Leiter der Kinderheilstätte, Thomas Pliquett, dieser Redaktion am Rande des Neujahrsempfangs der Einrichtung an.

Seit dem Start der Großküche im Jahr 2016 hat sich die Produktionsmenge von 850 auf 1600 Mahlzeiten pro Tag fast verdoppelt. „2019 kamen weitere Werkstätten aus dem Caritas-Verbund in Lüdinghausen und Lünen sowie die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln hinzu“, schreibt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in einer Pressemitteilung zur integrativen Großküche. Nach wie vor beliefert die Küche die Johann-Conrad-Schlaun-Schule, mehrere Kindergärten in der Schlossgemeinde und die Caritaswerkstätten an der Mühlenstraße mit Essen.

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Auch die Anzahl der Mitarbeiter habe sich in dieser Zeit verändert. Aus anfangs 25 seien mittlerweile 33 geworden. 16 davon sind Menschen mit Behinderung.

„Jetzt wollen wir schauen: Was können wir sonst noch anbieten?“, sagt Thomas Pliquett im Gespräch mit dieser Redaktion. Ein Abendcatering oder Veranstaltungs-Belieferungen wären da denkbar, so Pliquett weiter.

Das wichtigste Ziel sei für die Kinderheilstätte, eine gesunde, altersbezogene und möglichst regionale Versorgung sicherzustellen, sagt Pliquett.

Dem LWL gegenüber erklärte er außerdem, dass die Kinderheilstätte keine „Expansion um jeden Preis“ wolle. Nordkirchen und ein Radius von etwa 25 Kilometern sollen das Kerngebiet der Großküche bleiben.

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Bei allen Plänen habe die Kinderheilstätte auch immer das Wohl der Mitarbeiter im Blick. So kümmere sich laut LWL eine Pädagogin bei Bedarf um die Beschäftigten mit Beeinträchtigung. Probleme würden möglichst sofort angesprochen. „Der Krankenstand unserer Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen ist nicht höher als bei den Mitarbeiterinnen ohne Beeinträchtigungen“, sagt Pliquett.

Am 18. März wird die Integrationsküche Teil der LWL-Messe der Integrationsunternehmen in Dortmund sein. „Die Messe bringt Unternehmen, Menschen mit und ohne Behinderung, Entscheiderinnen und Entscheider sowie Interessierte zusammen“, schreibt der LWL. 130 Aussteller werden auf der Messe vertreten sein.

170 Integrationsunternehmen in NRW

In Westfalen-Lippe gibt es zurzeit rund 170 Integrationsunternehmen oder -abteilungen in Firmen aus Industrie, Handel und Gewerbe, in denen etwa 2200 Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. „Die Betriebe, die zum großen Teil Mitarbeiter mit Handicaps beschäftigen, sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Sie müssen sich wie jedes andere Unternehmen am freien Markt behaupten“, erklärt der LWL.

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