Jahrzehntealte Müllkippe in Nordkirchen gefunden

Baustelle des Viehhandels Venneker

Auf der Baustelle des Viehhandels Venneker an der Ermener Straße ist eine jahrzehntealte Müllkippe gefunden worden. Welche Auswirkungen der Fund auf den Bau hat, ob es sich um schädlichen Müll handelt und wie häufig solche Funde auftreten, haben wir bei der Gemeinde Nordkirchen und dem Kreis Coesfeld nachgefragt.

NORDKIRCHEN

, 02.03.2017, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jahrzehntealte Müllkippe in Nordkirchen gefunden

Auf der Venneker-Baustelle wurde eine jahrzehntealte Müllkippe gefunden.

Was genau wurde auf der Baustelle gefunden?

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt der Nordkirchener Bauamtsleiter Josef Klaas, dass es sich dabei um eine alte Müllkippe, höchstwahrscheinlich aus den 60er-Jahren handelt. Der Fund liege rund sechs Wochen zurück und sei im Bereich der Hauptzufahrtstraße für das geplante Bürogebäude entdeckt worden, sagt Josef Klaas weiter. Das Volumen der Müllkippe: rund 350 Kubikmeter.

Sind Bestandteile der Müllkippe giftig?

Nein, sagt der Bauamtsleiter. Eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Analyse habe ergeben, dass der Müll weder giftig, noch grundwassergefährdend sei. Hauptsächlich handle es sich dabei um „typischen Hausmüll“ mit Brennresten, Holz, Bauschutt, Autoreifen und vereinzeltem Plastikmüll. Dieser habe unter anderem auch Aufschluss über das Alter der Müllkippe gegeben. So sei ein Pril-Döschen gefunden worden, das in den 1960er-Jahren im Handel war.

 

 

Wurde der Müll damals illegal entsorgt?

Zu dieser Zeit sei dies nichts Ungewöhnliches gewesen, erklärt Dr. Johannes-Gerhard Foppe, Leiter der Umweltabteilung beim Kreis Coesfeld auf Anfrage. Erst 1972 sei das Abfallrecht geändert und dadurch Zentraldeponien vorgeschrieben worden. Zuvor sei es die Entsorgungspraxis gewesen, Abfall dort zu entsorgen, wo Platz war. Viele dieser Deponien seien dem Kreis bekannt, aber längst nicht alle, berichtet Foppe. Die, die bekannt sind, werden im sogenannten Altlastenkataster erfasst. Die in Nordkirchen gefundene Deponie war dort nicht verzeichnet.

Was passiert jetzt mit dem Müll?

Er wurde bereits ausgehoben und liegt abgedeckt am Rande der Baustelle. Laut Josef Klaas hätte er theoretisch sogar lieben bleiben können. Allerdings liegt er nicht tief genug in der Erde, um überbaut werden zu können. Die Gemeinde sei in Abstimmung mit dem Kreis Coesfeld als der zuständigen Abfallbehörde, dem alten und dem neuen Grundstücksbesitzer und dem für den Bau zuständigen Architekten zunächst vorangegangen, habe den Inhalt der Müllkippe prüfen lassen und suche nun nach einer geeigneten Mülldeponie, die den Abfall verarbeiten kann. Die Kostenfrage werde anschließend ebenfalls mit den Genannten besprochen, so Klaas.

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