Jörg-Knör-Auftritt mit Aha-Effekt: Lagerfeld, Helmut Schmidt, Inge Meysel ... und Capelle

rnJörg Knör

Jörg Knör imitiert Prominente. Stimme, Mimik, Gestik: Das hat er drauf. Bei seinem Auftritt in Nordkirchen offenbarte er aber noch etwas ganz anderes.

von Maria Niermann

Nordkirchen

, 14.10.2019, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nicht allein die Imitation von Stimmen, die sein Können ausmachen, es ist die Parodie der Mimik, der Gestik – erst dieses Zusammenspiel macht das Können des Parodisten Jörg Knör aus.

Wenn er auf dem Stuhl sitzt, an seiner Zigarette zieht und mit gefurchter Stirn über Sinn und Unsinn des Rauchens im Himmel philosophiert, dann haben die Zuschauer Helmut Schmidt schon erkannt, bevor Jörg Knör das erste Wort sagt. So gekonnt bringt er allein die Körpersprache des Altkanzlers auf die Bühne.

190 Besucher im Gesamtschulforum

Rund 190 Besucher waren am Samstagabend, 12. Oktober, ins Forum der Johann-Conrad-Schlaun-Schule nach Nordkirchen gekommen, um auf Einladung des Kulturbüros der Gemeinde den Entertainer Jörg Knör zu erleben.

In diesem Jahr 60 Jahre alt geworden und seit 40 Jahren auf der Bühne, legte der gebürtige Wuppertaler das Programm „Die Jahr-100-Show!“ auf. Gemeinsam mit den Besuchern des Abends blickte er auf sein Leben.

Schwarz-weiße Kinderfotos

Seiner Familie sei Dank, kann er schwarz-weiße Kinderfotos präsentieren, die ihn mit seinem Zwillingsbruder zeigen. Einen großen Raum nimmt sein Werdegang als Künstler ein. Gerne zeigt er, mit wem er auf der Bühne gestanden ist, und nimmt die Gelegenheit wahr, diese Kollegen zu parodieren.

Jörg-Knör-Auftritt mit Aha-Effekt: Lagerfeld, Helmut Schmidt, Inge Meysel ... und Capelle

Jörg Knör blickt zurück auf 60 Lebensjahre und 40 Jahre Bühnenerfahrung. © Maria Niermann

Und immer, wenn er parodiert, läuft er zur Höchstform auf - und den Zuschauern gefällt das, was sie sehen: Die schlingernden Tänze von Harald Juhnke mit leicht alkoholgeschwängertem Gesang, das Gespräch mit Wum und Wendelin auf der Couch bei Wim Thoelke, der Gesang von Rudi Carell.

Die typische Inge Meysel

Da ist auch die Parodie von Jochen Busse, die niemals nur Stimmenimitation ist, sondern erst dadurch besonders wird, dass Jörg Knör die affektierten Gesichtszüge parodiert. Nicht zu vergessen die Fahrstunde mit Fahrlehrerin Trude Herr und Schüler Heinz Erhardt und die typische Inge Meysel.

Jörg-Knör-Auftritt mit Aha-Effekt: Lagerfeld, Helmut Schmidt, Inge Meysel ... und Capelle

Jörg Knör parodiert Inge Meysel. Wer die Augen schließt, meint, die einstmals „Mutter der Nation“ genannte Schauspielerin persönlich zu hören. © Maria Niermann

Die Mehrzahl der Zuschauer und der Künstler spielten augenscheinlich in der gleichen Alters-Liga. Nur so ist es möglich, dass seine Zuhörer die parodierten Menschen, Gegebenheiten, Werbeslogans sofort erkennen und ihren Spaß daran haben. Welcher 30-Jährige kennt schon Karl-Heinz Kulenkampff oder Marika Rökk?

Knör hat sich mit seinem Auftrittsort beschäftigt

Jörg Knör hat sich mit dem Ort beschäftigt, in dem er spielt. Das hebt ihn von manch anderem Künstler ab, der auf der Bühne die Zuschauer fragen muss, wo er gerade spielt. Er weiß, dass Nordkirchen bald ein großes Jubiläum feiert, hat sich mit Bürgermeister Bergmann beschäftigt.

Und er erwähnt immer wieder den Bahnhof in Capelle, der ihm offensichtlich imponiert hat: „Hat der Bahnhof in Capelle eigentlich eine Lautsprecheranlage? Und wenn ja – Warum eigentlich?“

Lesen Sie jetzt