Junge Freiwillige schaufeln, hämmern und pflanzen 72 Stunden lang

rn72-Stunden-Aktion

In den Caritas-Werkstätten Nordkirchen tut sich gerade etwas auf dem Außengelände. Elf junge Männer und Frauen nehmen an einem besonderen Projekt teil. Und das ganz freiwillig.

Nordkirchen

, 24.05.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich arbeite gern mit Menschen.“ Das sagt Lena Tschufenig. Vor zwei Jahren hat die 18-jährige Nordkirchenerin zum ersten Mal in den Caritas-Werkstätten ein Praktikum gemacht. Zurzeit absolviert sie dort ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Gerade zeigt Lena eine Blume, die schon bald Teil eines blühenden Bienengartens werden soll. Und der Bienengarten ist nur ein kleiner Teil eines ganz großen Projektes.

Insgesamt elf junge Menschen, die ein FSJ bei der Caritas in Lünen, Lüdinghausen oder Nordkirchen absolvieren, nehmen gerade in den Nordkirchener Werkstätten an der bundesweiten 72-Stunden-Aktion des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) teil.

Gemeinsame Projekte mit den Beschäftigten erarbeiten

Vier Tage lang sind sie in den Werkstätten unterwegs, dabei erarbeiten sie für die und mit den behinderten Beschäftigten gemeinsame Projekte. Werkstattleiterin Katja Alfing freut sich darüber.

„Unsere vier FSJler dieses Jahr sind super engagiert, ganz tolle Leute. Für die Aktion haben sich dann zusätzlich noch junge Leute von der Caritas Coesfeld aus Lünen und Lüdinghausen angemeldet. Sie wollten alle hier mitmachen“, erzählt sie. Auch Sandra Hartmann, Koordinatorin der Freiwilligendienste in Nordkirchen, ist ganz begeistert vom Einsatz der 18- bis 20-Jährigen.

Junge Freiwillige schaufeln, hämmern und pflanzen 72 Stunden lang

Freiwillige und Beschäftigte packen gemeinsam mit an. © Martina Niehaus

Die Projekte drehen sich alle um den Bereich „Pausengestaltung“. So hat eine Gruppe damit begonnen, eine Bank rund um einen Baum herum aufzubauen. Noch wird die Bank mit Hilfe von Steinplatten abgestützt. Doch die jungen Helfer sind fleißig; der Betonmischer zum Anrühren der Betonfundamente steht schon bereit. Und wer Fragen in Sachen Technik hat, kann sich immer an Marek wenden: Der FSJler hat sein Fachabi in Holztechnik absolviert.

Die Sonnenwellenliege braucht ein Betonfundament

Eine Ecke weiter schüppen drei kräftige FSJler gerade eine flache rechteckige Grube mit Kies zu, die sie vormittags gerade erst ausgehoben hatten. „Hier entsteht eine Sonnenwellenliege, und darunter brauchen wir ein Betonfundament, damit das Holz nicht verrottet“, erklärt Alfing. Tatkräftige Hilfe bekommen die jungen Männer dabei von den Mitarbeitern des Bereichs Gartenbaugestaltung.

Junge Freiwillige schaufeln, hämmern und pflanzen 72 Stunden lang

Céline Pröbe, Lena Tschufenig und Jule Budde (v.l.) mit Bienenblumen. © Martina Niehaus

Auf einer Obstwiese stehen bereits mehrere bunte Pflanzen parat, die demnächst Bienen und Schmetterlinge anlocken sollen. Céline Pröbe, Lena Tschufenig und Jule Budde halten sie in die Kamera. Céline und Jule möchten gerne mal Sozialarbeit studieren, Lena würde gerne eine Ausbildung zur Sozialpflegerin machen. „Das Projekt macht uns großen Spaß“, sagen die Drei.

Insektenhotel kommt bald an einen wettergeschützten Platz

Passend zur Blumenwiese entsteht in einer der Werkstätten ein großes Insektenhotel. Hier schrauben die jungen Leute Löcher in Baumstämme, füllen Fächer mit Holz, Spänen und Tannenzapfen.

Junge Freiwillige schaufeln, hämmern und pflanzen 72 Stunden lang

Beim Bau des Bienenhotels kommt auch der Bohrer zum Einsatz. © Martina Niehaus

Das Insektenhotel, auf dem bereits der Name „72-Stunden-Aktion“ eingebrannt ist, wird dann an der Wiese an einem wettergeschützten Platz aufgehängt.

Junge Freiwillige schaufeln, hämmern und pflanzen 72 Stunden lang

Katja Alfing (l.) und Sandra Hartmann freuen sich über das Projekt. © Martina Niehaus

Auch Katja Alfing und Sandra Hartmann zeigen eines der Insektenhotels, die in den Caritas-Werkstätten entstehen und dort oder auf Märkten dann auch gekauft werden können. Doch zunächst freuen sich die beiden auf das große Insektenhotel, das von den Freiwilligen zusammengebaut wird. „Das wird wirklich riesig!“

Die 72-Stunden-Aktion
  • Die 72-Stunden-Aktion ist eine Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seiner Verbände. In 72 Stunden werden dabei in ganz Deutschland Projekte umgesetzt, die die „Welt ein Stückchen besser machen“, wie der BDKJ auf seiner Homepage informiert.
  • Dieses Motto ist der Ausgangspunkt aller Aktivitäten rund um die Aktion im Jahr 2019. Die Projekte greifen politische und gesellschaftliche Themen auf, sind lebensweltorientiert und geben dem Glauben „Hand und Fuß“.
  • Als teilnehmende Gruppe setzt man sich konkret vor Ort im eigenen Sozialraum ein. Einen Raum, dessen Bedingungen und Probleme man kennt. Die Teilnehmenden werden eben dort für und mit anderen tätig, wo sie auch sonst im Alltag unterwegs sind.
  • Seien es Nachbarschaftstreffen, Partnerschaften zu Asylunterkünften oder der Bau von Klettergerüsten: Als Gruppe hat man Raum zur individuellen Ausgestaltung der Aktion. Wichtig ist der gemeinsame Einsatz für andere oder mit anderen. Die Aktionen können interreligiös, politisch, ökologisch oder international ausgerichtet sein.
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