Katalysator-Diebe schlagen am Schloss Nordkirchen zu

Diebstahl

Katalysatoren sind bei Kriminellen noch immer sehr bliebt. Das zeigte sich in der vergangenen Woche am Schloss Nordkirchen, auf dem Parkplatz der Hochschule für Finanzen.

Nordkirchen

, 13.09.2021, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Katalysator bringt viel Geld. Daher haben Ende der vergangenen Woche Diebe am Schloss Nordkirchen zugeschlagen.

Ein Katalysator bringt viel Geld. Daher haben Ende der vergangenen Woche Diebe am Schloss Nordkirchen zugeschlagen. © picture alliance/dpa

Am vergangenen Mittwoch (9.9.) suchte die Polizei im Kreis Unna mit einem Hubschrauber nach mehreren Personen, die auf dem Parkplatz Kreisstraße/Landsbergstraße den Katalysator eines Autos entfernt hatten. Unterstützung hatten die Beamtinnen und Beamten von ihren Kolleginnen und Kollegen aus Dortmund und dem Kreis Coesfeld. Nun jagt die Polizei im Kreis Coesfeld auf dem eigenen Gebiet Katalysator-Diebe.

Wie die Pressestelle der Kreis-Polizei am Montagvormittag (13.9.) in einer Mitteilung schrieb, haben Unbekannte den Katalysator eines Mercedes C180 abgeflext und gestohlen. Ereignet habe sich die Tat zwischen 15 Uhr am Mittwoch (8.9.) und 15.15 Uhr am Freitag (10.9.). Das Fahrzeug habe auf dem Parkplatz der Hochschule für Finanzen am Schloss Nordkirchen gestanden. Die Polizei Lüdinghausen nimmt Hinweise unter der Rufnummer 02591/7930 entgegen.

In der Regeln stünden ältere Fahrzeugmodelle mit Benzinmotoren im Fokus der Kriminellen, sagt Polizeisprecher Sascha Kappel gegenüber dieser Redaktion. Besonders bliebt seien ältere Varianten des Opel Corsa, des VW-Polo oder des Toyota-Prius. Denn da befinde sich der Katalysator gut erreichbar in der Mitte des Wagenbodens. „Meist fällt aber der Diebstahl an sich gar nicht auf“, fügt Kappel an. Meist lägen die Täter unter dem Auto, sodass die Arbeiten für eine reguläre Reparatur gehalten werden können.

Katalysatoren enthalten Edelmetalle

„Mit geklauten Katalysatoren verhält es sich wie mit gestohlenen Kupferkabeln“, sagt Kappel ergänzend. Beliebt bei den Dieben sind die Katalysatoren vor allem wegen ihres hohen Anteils an Edelmetallen, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite. Bis zu fünf Gramm Palladium, Platin und Rhodium könnte mit dem Recyclen der Katalysatoren gewonnen werden.

Diese Metalle erzielen hohe Preise. So wird ein Gramm Palladium für 58,72 Euro gehandelt. Ein Gramm Platin kostet 26,04 Euro und für Rhodium liegt der Preis derzeit bei 420,86 Euro (Preisangaben Stand 13.9., 12 Uhr). Dementsprechend viel Geld bekommen Kriminelle, wenn sie die Katalysatoren verkaufen. Zum Vergleich: Ein Gramm Gold kostet aktuell 48,81 Euro.

Autos ohne Katalysator verlieren Straßenzulassung

Für die betroffenen Autofahrer bedeutet ein gestohlener Katalysator ein doppeltes Ärgernis. Denn das Fahrzeug dürfe nicht mehr in der Öffentlichkeit bewegt werden, gibt der ADAC an. Durch das Entfernen des Katalysators entfalle die Abgasreinigung und damit die Straßenzulassung. Zudem besteht das Risiko, dass das Auto zu einem wirtschaftlichen Totalschaden wird.

Um sich vor einem Diebstahl zu schützen, rat der ADAC dazu, das Fahrzeug bestenfalls in einer Einzelgarage zu parken. Außerdem könne eine Alarmanlage mit Neigungswinkel angebracht werden. Diese werde ausgelöst, wenn das Auto aufgebockt wird. Zusätzlich gebe es eine Diebstahlsicherung für Katalysatoren. Dadurch mache man es den Kriminellen schwerer.

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