Kauf der Strom- und Gasnetze steht kurz bevor

Acht Kommunen beteiligt

Momentan befinden sich Strom- und Gasleitungen noch im Besitz von RWE und der Gelsenwasser AG. Acht Städte und Gemeinden aus dem Kreis Coesfeld - darunter auch Ascheberg, Nordkirchen und Olfen - stehen nun jedoch kurz davor, die Netze auf ihrem Gebieten zu kaufen. Es wäre das Ende eines langen Prozesses.

KREIS COESFELD

, 10.04.2015, 05:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kauf der Strom- und Gasnetze steht kurz bevor

Energie in eigener Regie: Ascheberg und andere Gemeinde stehen kurz davor, Strom- und Gasnetze zu kaufen.

Verhandlungsführer der acht Kommunen ist der Olfener Bürgermeister Josef Himmelmann. Auf Anfrage unserer Redaktion betonte er, dass er sich zu Details noch nicht äußern könne. Auch nicht zum Preis.

Keine Äußerung zum Preis

„Aber das ist natürlich die spannende Frage“, so Aschebergs Bürgermeister Dr. Bert Risthaus: „Zu welchem Preis kriegen wir die Netze?“ Bereits 2012 hatte eine beauftragte Kanzlei von einem „zweistelligen Millionenbetrag – und zwar nicht im unteren zweistelligen Bereich“ für die Netze gesprochen.

Der Ascheberger Bürgermeister ist optimistisch, dass die Übernahme der Strom- und Gasnetze im Kreis Coesfeld bald über die Bühne gehen kann: „Wir nähern uns allmählich dem Finale.“ 

Entscheidung noch vor der Sommerpause anvisiert

Das wird auch Zeit, denn die ersten Schritte in diesem Prozess liegen schon rund zehn Jahre zurück. Derzeit stünde noch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung an, und dann sollten die Stadträte noch vor der Sommerpause darüber befinden. Risthaus: „Ich gehe davon aus, dass das so kommt.“

Auf die Strompreise der Endverbraucher dürfte eine solche Übernahme keinen Einfluss haben. Eher auf die Infrastruktur, wie der Ascheberger Bürgermeister weiter erläutert: „Denn künftig können wir dann selbst entscheiden, welches Baugebiet wir wie an das Netz anschließen wollen.“

Das sind die acht Kommunen 
Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden wollen die Energieversorgung in die eigenen Hände nehmen.
Deshalb haben sie die „Münsterland Netzgesellschaft“ gegründet.
Nach einer europaweiten Ausschreibung holte die Münsterland Netzgesellschaft die Gelsenwasser AG als strategischen Partner.
Gelsenwasser soll mit 49 Prozent an der Münsterland Netzgesellschaft beteiligt werden und die Kommunen bei der Netzübernahme finanziell und operativ beteiligen.

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