Keniahilfe: Nordkirchener berichten von ihrer Reise

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Birgit und Bernd Kersting wissen, was sich hinter der Urlaubskulisse Kenias versteckt. Zum neunten Mal ist das Ehepaar aus Nordkirchen, das den Verein Keniahilfe ins Leben gerufen hat, in das afrikanische Land gereist. Im Gespräch mit unserer Redaktion haben die Kerstings ein Fazit ihrer Reise gezogen.

NORDKIRCHEN

, 11.03.2017, 07:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dabei war in diesem Jahr zum ersten Mal auch Wolfgang Hülsbusch. Es scheint paradox, aber das, womit die beiden Kerstings seit Jahren Kindern in Kenia eine unbeschreibliche Freude bereiten, sind Bananen. „Man kann sich das gar nicht vorstellen“, sagt Bernd Kersting. Nachvollziehbarer wird es, wenn man Preise und Einkommen vergleicht: Zehn Cent koste eine Banane, erklärt der Nordkirchener. Der durchschnittliche Stundenlohn liege aber nur bei 50 Cent. „Das ist dann einfach zu viel für die Familien“, fügt Kersting hinzu.

In diesem Beispiel steckt eine wichtige Erkenntnis, die die beiden gleich zu Beginn ihrer Reisen nach Kenia vor neun Jahren gewonnen haben: Dinge, die für uns alltäglich erscheinen, sind für die Menschen in Kenia Luxus, teils unerreichbar.

Mehrere Schulen und Familien erhielten Hilfe

Deswegen gelte bei jeder Reise: „Wir helfen da, wo Not am Mann ist“, sagt Bernd Kersting. Bei der vergangenen Reise, die über sechs Wochen ging, hatten sich die drei Mitglieder des Hilfsvereins mehrere Schulen vorgenommen, wollten aber auch einzelne Familien besuchen, die der Verein teils seit Jahren unterstützt. Bei dieser Reise konnten die Kerstings und Wolfgang Hülsbusch erstmals über 10.000 Euro an Spendengeldern nutzen.

So bezahlt die Keniahilfe etwa das Schulgeld für mehrere Kinder, unterstütze Jugendliche dabei, ihre Ausbildung bezahlen zu können, die in Kenia Geld kostet. Es sind aber auch viele praktische Dinge, bei der die vielen Spender aus Nordkirchen und Umgebung durch ihre Spenden helfen: „Für eine Schule, zu der wir seit vielen Jahren Kontakt haben, konnten wir jetzt endlich einen neuen Ofen besorgen“, berichtet Birgit Kersting.

Endlich gibt es auch Schulessen für die Kinder

Bislang hatten die Köchinnen die Mahlzeiten für 500 Schüler über einer offenen Feuerstelle zubereitet. Jetzt sei es endlich möglich, „unter vernünftigen Verhältnissen das Schulessen zu kochen“, fügt Birgit Kersting hinzu.

Mit insgesamt vier Schulen steht die Keniahilfe mittlerweile in sehr engem Kontakt, berichtet Birgit Kersting. Hinzu kommen viele Familien und einzelne Menschen, die finanzielle Unterstützung bekommen – eben nach dem Grundsatz dort zu helfen, wo es nötig ist.

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Viele Unterstützer und große Hilfe

Hilfe beim Helfen bekommen die Kerstings nach ihrem jahrelangen Engagement nicht nur aus der Schlossgemeinde, sondern auch aus der Nachbarschaft und darüber hinaus. So sammeln Sportvereine und Privatpersonen T-Shirts oder Trikots, Schuhe und andere Bekleidung, spenden Geld oder einfach Buntstifte für Kinder. Auch wenn die letzte Reise erst knapp zwei Wochen zurückliegt, so haben die Kerstings die nächste schon fest im Blick. Anfang 2018 soll es wieder nach Kenia gehen.

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