Firmung ja oder nein? Wie die Kirchengemeinde St. Mauritius mit der Corona-Gefahr umgeht

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Hygienemaßnahmen haben sich in den Kirchen durchgesetzt. So auch in der St.-Mauritius-Gemeinde in Nordkirchen. Doch wie geht man dort in Zeiten von Corona mit großen Veranstaltungen um?

Nordkirchen

, 12.03.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Coronavirus beschäftigt auch die Kirchengemeinden der Region. Für die St.-Mauritius-Gemeinde in Nordkirchen gelten schon seit 14 Tagen verschärfte Hygienemaßnahmen, wie Pfarrer Gregor Wolters sagt. Das bedeutet zum Beispiel: kein körperlicher Kontakt beim Friedensgruß.

Ansonsten gibt es bei der St.-Mauritius-Gemeinde aber tagesaktuelle Zusammenkünfte, um die aktuelle Situation zu sondieren. „Wir sitzen jeden Tag zusammen und überlegen, was wir machen“, sagt Wolters.

Von Fall zu Fall entscheiden

Allerdings entscheide man bisher von Veranstaltung zu Veranstaltung das Vorgehen. „An einem Mittwochabend zum Beispiel rechne ich beim Gottesdienst mit 40 Personen“, sagt Wolters. In einer Kirche mit Platz für 200 Personen 400 Personen gebe es dann genug Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. „Da wissen wir auch ungefähr, wer teilnimmt“, sagt Wolters.

Anders sieht das aber am Wochenende aus, dann ist nämlich der Firmgottesdienst der Gemeinde und dort rechnet Pfarrer Wolters mit 400 bis 450 Teilnehmern. „Da sind wir gerade massiv im Gespräch“, sagt Gregor Wolters. „Wir haben da auch schon besorgte Anfragen aus der Elternschaft erhalten“, sagt der Pfarrer am Mittwoch. Am Donnerstag bekräftigt er noch einmal, dass die Firmung laut derzeitigem Stand - insbesondere nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt - stattfinde. Falls sich daran etwas ändere, werde man es mitteilen, so Wolters.

Hände auflegen weiterhin in Ordnung?

Bei der Firmung wird dem Firmling vom Bischof die Hand aufgelegt und so die Taufe vollendet. Gibt es denn eine besondere Handlungsanweisung für kirchliche Feierlichkeiten, die diese Art von Körperkontakt voraussetzen?

„Nein“, sagt Anke Lucht, Pressesprecherin beim Bistum Münster. „Es gibt bislang keine Überlegungen, die über die schon ausgesprochenen Handlungsempfehlungen hinausgehen.“ Das heiße konkret zum Beispiel, dass auf die Handhygiene geachtet werden solle und ein Bischof, wenn er sich krank fühlt, eine Firmung zum Beispiel nicht durchführen solle, erklärt Lucht.

Listen im kleineren Umfang

Und wie wäre es bei einer Infektion, die bekannt wird? Es gibt zum Beispiel die Empfehlung, bei Veranstaltungen Namenslisten zu führen, um sofort möglicherweise betroffene Menschen informieren zu können. „Bei kleinen Veranstaltungen kennen wir die Leute“, sagt Gregor Wolters. Bei größeren Veranstaltungen könnte man zum Beispiel über den Firmling und die Eltern dann die weiteren Kontaktpersonen, also die Firmpaten und weitere Gäste des Firmlings ausfindig werden.

„Bei dem Thema Corona geht es ja auch um Solidarität mit den Schwachen“, sagt Wolters - eine essentielles Kirchenthema. Es gehe darum, älteren und kranken Menschen eine bessere Chance zu geben, dadurch, dass man die weitere Ausbreitung der Krankheit stoppe. Wie man das am besten tut, darüber berät sich die Kirchengemeinde stetig. „Da weiß ich noch nicht die Lösung“, sagt Wolters.

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