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Kleine Karte, urige Kneipen-Atmosphäre und nette Bedienung: Die Gaststätte Brosterhues

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Deftiges Essen und eine urige Atmosphäre: Das gibt es in der Gaststätte Brosterhues in Südkirchen. Für Vegetarier findet sich allerdings nicht sonderlich viel auf der Speisekarte.

Südkirchen

, 27.04.2019 / Lesedauer: 4 min

In der Gaststätte Brosterhues in Südkirchen riecht es nach Kneipe. Oder besser: Es duftet danach. Ein Duft, der in Zeiten des Kneipensterbens auch auf dem Land immer seltener wird. Und ein Duft, den man gar nicht so richtig beschreiben kann. Der aber - zumindest bei mir - direkt ein Gemütlichkeitsgefühl erzeugt. Und eine Erwartung: auf gut bürgerliches Essen, ein frisch gezapftes Bier.

Als mein Kollege Karim Laouari und ich am Donnerstagabend durch die Tür der Gaststätte kommen, ist der Tresen gut besetzt, es herrscht eine gesellige Stimmung in dem Lokal. Die Tische, an denen man essen kann, sind noch alle frei. Wir sollen uns einfach einen aussuchen, sagt uns Vida Kindereviciute, die die Gaststätte zusammen mit ihrem Mann Christos Chatzidimitriou und ihrer Tochter Lila betreibt.

Später am Abend wird sich um den runden Holztisch noch ein Stammtisch versammeln. Wir bleiben allerdings die einzigen, die warmes Essen bestellen.

Die Auswahl:

Das erklärt vielleicht auch, warum die Speisekarte relativ klein ist. Eine klassische Unterteilung in Vorspeisen und Hauptspeisen gibt es nicht. Wer unbedingt eine Vorspeise möchte, kann zwischen Hühner- und Zwiebelsuppe wählen. Ansonsten gibt es Gerichte „für den kleinen Hunger“ - zum Beispiel Strammen Max, Currywurst mit Brot oder eine Portion Bratkartoffeln.

Aber auch für den großen Hunger bietet sich einiges an: Tatsächlich ist das Angebot gut bürgerlich mit einer großen Auswahl aus acht verschiedenen Schnitzel- und fünf Rumpsteak-Varianten jeweils mit Beilagen (Pommes, Kroketten, Bratkartoffeln oder Röstis) und einem kleinen Salat. Außerdem gibt es zwei große Salatgerichte und „mal ein wenig Griechisch“, wie es in der Speisekarte heißt. Vida Kindereviciute kommt aus Griechenland, erzählt sie. Mit Bifteki (gefüllt mit Schafskäse) und einem Souvlaki-Teller hat sie das in die Speisekarte einfließen lassen.

Kleine Karte, urige Kneipen-Atmosphäre und nette Bedienung: Die Gaststätte Brosterhues

Zu dem griechischen Salat gehörten nicht nur Oliven und Peperoni, sondern auch gefüllte Weinblätter. © Marie Rademacher

Kleines Manko: Ich esse kein Fleisch und finde auf der Speisekarte nicht wirklich etwas, das fleischfrei ist. Auch auf den Salaten sind entweder Putenstreifen oder Thunfisch.

Ehrlich gesagt habe ich das in einem Lokal wie diesem auch genauso erwartet: Hier gibt es wahrscheinlich selten die Nachfrage nach vegetarischem Essen. Ein richtiges Problem ist das nicht: Ich bestelle einfach den griechischen Salat ohne Thunfisch.

Das Essen:

Auf eine Vorspeise verzichte ich, weil die Auswahl nicht so groß ist. Mein Kollege nimmt eine Zwiebelsuppe, die als ordentliche Portion und mit der typischen überbackenen Käsehaube auf den Tisch kommt.

Die Suppe ist heiß und lecker, könnte nur ein bisschen mehr Würze vertragen. „Aber nachsalzen geht ja immer“, sagt Karim.

Kleine Karte, urige Kneipen-Atmosphäre und nette Bedienung: Die Gaststätte Brosterhues

Die Zwiebelsuppe hätte ein bisschen mehr Würze vertragen können. © Marie Rademacher

Weiter geht es mit dem Hauptgang. Ich habe wie gesagt einen griechischen Salat gewählt und freue mich beim Servieren, dass zu diesem Gericht typisch griechische Weinblätter gehören. Die sind richtig lecker und schmecken so, als wären sie selbst gemacht und nicht aus der Dose. Auch das Joghurtdressing ist lecker frisch, der Salat knackig. Alles gut. Brot gibt es nicht zum Salat - wahrscheinlich weil ich mir zusätzlich eine Pommes bestellt habe. Salat und Pommes - das gehört zu meinen Lieblingsessen. Und die Pommes sind auch richtig lecker (was keine Selbstverständlichkeit ist). Besonders sympathisch finden wir, dass Vida Kindereviciute uns, als wir nach Majo und Ketchup fragen, einfach lächelnd ganze Tuben auf den Tisch stellt.

Kleine Karte, urige Kneipen-Atmosphäre und nette Bedienung: Die Gaststätte Brosterhues

Das Südkirchener Krüstchen: ein Schweineschnitzel mit Zwiebeln, Pilzen und Spiegelei. Dazu gab es Pommes und Salat. © Marie Rademacher

Karim ist Fleischesser und hat als Hauptgericht das „Südkirchener Krüstchen“ gewählt. Das ist ein Stück Schweinefleisch in Panade mit gebratenen Zwiebeln und Pilzen und einem Spiegelei. Dazu Pommes und Salat. Sehr deftig also und auch hier: eine ordentliche Portion. Das Fleisch, sagt Karim, ist schön saftig und zart, die Panade knusprig. Lecker also. Das Eigelb des Spiegeleis hätte nach Karims Geschmack noch etwas flüssiger sein sollen. „Aber da scheiden sich ja die Geister“, sagt er.

Insgesamt schmeckt es uns richtig gut. Wir kriegen bei Brosterhues genau das Essen, was man in einer alt eingesessenen Gaststätte auf dem Dorf erwartet.

Die Preise:

Auch die Preise sind absolut im Rahmen, für die großen Portionen sogar echt günstig. Das Krüstchen kostet mit allem drum und dran 12,50 Euro, der Salat 7,90 Euro. Da kann man sich nicht beklagen. Zusammen mit zwei Bier und zwei Cola und der Zwiebelsuppe haben wir am Ende eine Rechnung in Höhe von 30 Euro auf dem Tisch - in Form eines Bierdeckels. Auch das wieder: typisch Kneipe.

Der Service:

Vida Kindereviciute, die unseren Tisch bedient und auch hinterm Tresen steht, ist sehr freundlich und aufmerksam. Die Essen und die Getränke kommen zügig an den Tisch: alles gut also. Gratis gibt es am Ende des Abends noch einen roten Ouzo.

Die Atmosphäre:

Die Holzmöbel bei Brosterhues, die vielen Bilder an der Wand, die Lampen und Gardinen: Alles hier schafft eine urige Atmosphäre. Das muss man mögen. Das tun aber viele Südkirchener - und ich tue es auch. Es gibt bei Brosterhues außerdem hinterm Haus einen Biergarten, in dem man bei schönem Wetter gut sitzen kann.

Restaurant-Infos:

  • Adresse: Gaststätte Brosterhues, Hauptstraße 8
  • Telefon: (02596) 2140
  • Öffnungszeiten: Täglich von 17 bis 24 Uhr geöffnet. Montags und dienstags ist Ruhetag.
Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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