Kreisel-Skulptur könnte an Finanzierung scheitern

Kunst in Nordkirchen

Regine Rostalski hat einen Traum: Am 1. Mai 2017 möchte die Nordkirchener Künstlerin ihre Skulptur auf dem Kreisverkehr Ermener Straße / Lüdinghauser Straße einweihen. Die Gemeinde steht hinter dem Projekt. Allerdings ist die Finanzierung völlig ungesichert. Regine Rostalski hat sich selbst eine Frist gesetzt.

NORDKIRCHEN

, 17.09.2016, 06:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Entweder kann die Skulptur am 1. Mai 2017 eingeweiht werden oder es bleibt bei der Idee.“ Gut leben könnte die Nordkirchener Künstlerin mit der zweiten Variante nicht wirklich. „Ich glaube, dass es eine gute Arbeit ist“, sagt Regine Rostalski beim Werkstattbesuch. Sie verweist auf die Nachbarstädte Selm und Lüdinghausen: „Hier ist viel passiert.“

In Castrop-Rauxel geboren, seit 28 Jahren in Nordkirchen

Nicht der einzige Grund, warum Regine Rostalski viel Herzblut in das Projekt steckt. Rostalski, in Castrop-Rauxel geboren, wohnt seit mittlerweile 28 Jahren in Nordkirchen. In Altendorf hat sie auf einem Bauernhof die perfekten Rahmenbedingungen, künstlerisch tätig zu werden. Ihr Arbeiten sind auch im öffentlichen Raum wie etwa in Dülmen zu sehen. Nicht jedoch in Nordkirchen. Dies zu ändern, ist Regine Rostalski schon wichtig.

Aus drei plastischen rund fünf Meter hohen Stelen soll die Skulptur bestehen. Sie halten eine Kugel mit einem Durchmesser von 1,30 Meter.
Die Künstlerin schätzt die Kosten für die Skulptur auf rund 50.000 bis 60.000 Euro. Regine Rostalski will bis Ende Oktober auch Förderanträge stellen. Gleichzeitig hofft sie auf Spenden aus der Gemeinde.
Die Arbeiten sollen an Unternehmen in der Gemeinde vergeben werden. Die Skulptur soll möglichst am 1. Mai 2017 aufgestellt und eingeweiht werden.
Wer das Projekt unterstützen will, kann sich bei Regine Rostalski unter Tel. (02596) 3469 melden.

Etwas Modernes vor historischer Kulisse

Richtig Fahrt aufgenommen hat das Projekt jetzt mit Besuchen in einer örtlichen Metallwerkstatt sowie den Grundschulen in Nordkirchen, Südkichen und Capelle.

„Ich bekomme sehr positive Rückmeldungen“, sagt die Künstlerin. Der Metallbauer habe von einem „spannenden Projekt“ gesprochen. Besonders nah sind ihr jedoch die Aussagen und Bilder der Grundschüler gegangen. Obwohl es niemand den Kindern gesagt habe, hätten sie das Modell gezeichnet. Besonders berührt hat sie die Aussagen der Kinder. Auf den Zetteln stehen Aussagen wie: „Es gefällt mir sehr gut.“ – „Die Welt in Gottes Händen.“ Oder: „Vergoldeter Ball.“

Ganz oft geht es um das Thema Erde und um die drei Ortsteile Nordkirchen, Südkirchen und Capelle. Damit sind die Kinder gar nicht so weit von der Künstlerin weg. Sie hat bei ihrer Arbeit aber noch einen anderen Ansatz. Sie möchte der Situation am Kreisverkehr Schloßstraße mit dem historischen Ambiente etwas „Modernes entgegensetzen.“ Bei der Umsetzung hofft sie auf große Unterstützung vieler Bürger. Sie wünscht sich ein großes Gemeinschaftsgefühl mit dem Tenor: „Wir stemmen das.“

Finanzierung? Offen

Damit reagiert die Künstlerin auf ein Gespräch mit der Gemeindeverwaltung vor geraumer Zeit. Sie habe viel Wohlwollen für das Projekt gespürt. Dem gegenüber stand allerdings die klare Aussage, dass die Gemeinde das Projekt finanziell nicht stemmen könne. Deshalb hat sich Regine Rostalski auf die Suche nach Sponsoren gemacht.

Ein Argument in den Gesprächen ist, dass sie bei der Umsetzung des Projektes inklusive der geplanten Dokumentation auf Betriebe in der Gemeinde setzt. Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass alle Unterstützer ihr Geld zurückbekommen, wenn die Skulptur nicht auf dem Kreisverkehr errichtet werden kann. Daran will sie aber aktuell absolut nicht denken. Regine Rostalski strahlt viel Optimismus auf. Das passt zur Skulptur, die die Stärke der Gemeinde symbolisieren soll. 

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