Landwirte vehement für Venneker-Umsiedlung

Von Südkirchen nach Nordkirchen

Die Gegner haben sich längst formiert. Nun äußert sich nach langem Schweigen ein Verband, der für die Umsiedlung des Viehhändlers Venneker von Südkirchen nach Nordkirchen plädiert. Und zwar vehement. Der Landwirtschaftliche Ortsverein sagt: "Die Gemeinde muss alles versuchen, um Venneker zu halten."

NORDKIRCHEN

, 25.02.2015, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landwirte vehement für Venneker-Umsiedlung

An diesem Kreisel im Norden von Nordkirchen plant der Viehhändler Venneker einen neuen Standort.

Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die die beiden Vorsitzenden Alfred Stattmann und Berthold Schulze Pals unterschrieben haben. Als Landwirte seien sie enttäuscht darüber, dass es so viele negative Schlagzeilen über die Haltung der Tiere und den Einsatz von Medikamenten und den daraus erwachsenen Folgen gebe. „In der heutigen Landwirtschaft wird keine vorbeugende Antibiotikabehandlung durchgeführt“, heißt es. 

Die Verabreichung jedes Medikamentes müsse vom zuständigen Tierarzt verordnet werden, heißt es in der Stellungnahme. „Jedes Antibiotikum muss an die staatliche Antibiotikadatenbank gemeldet werden“, so die Bauern. Das Veterinäramt übe dann die Kontrolle aus. „Wir Landwirte tragen eine hohe Verantwortung für die Gesundheit aller Mitbürger – diese nehmen wir sehr ernst!“

Angst vor multiresistenten Keimen

Gegner der Umsiedlung befürchten, dass aus Massentierhaltung herrührende gefährlich multiresistente Keime, kurz MRSA-Keine genannt, für die Gesundheit der Anwohner gefährlich werden könnten. Durch den Massentransport von Tieren von unterschiedlichen Höfen könnten sie sich vermischen, so die Ängste, und in der Umgebung des Betriebes nördlich der Ermener Straße verteilt werden. 

Der MRSA-Keim sei nicht nur in der Landwirtschaft verbreitet, meint der Ortsverein – nur ein geringer Prozentsatz werde überhaupt von Tieren übertragen, heißt es im Schreiben. Dagegen legen Anwohner, die der Umsiedlung kritisch gegenüber stehen, Studien vor, aus denen hervorgeht, dass Tiere sehr wohl oftmals Überträger seien. Ihr Fazit: Das Hauptinteresse der Gemeindeverwaltung habe dem Wohl der Bürger und damit auch ihrer Gesundheit zu dienen. 

Mehr Arbeitsplätze, hohe Investitionen

Unternehmer Albert Venneker hat Expansionspläne. Es geht auch um eine große zweistellige Zahl an neuen Arbeitsplätzen und Investitionen in Millionenhöhe. Eine Erweiterung wird er an seinem Stammsitz in Südkirchen nicht umsetzen können. Da er aber einer der größten Unternehmer auf Nordkirchener Gemeindegebiet ist und somit wirtschaftlich von zentraler Bedeutung für die Kommune, soll ihm die Aufstockung woanders ermöglicht werden. 

Das sehen auch die Landwirte als bedeutend an. In ihrer Stellungnahme heißt es: „Aus unserer Sicht muss die Gemeinde alles versuchen, ein Unternehmen wie die Firma Venneker zu halten, um so ihre wirtschaftliche Lage zu stärken.“ 

Politiker-Sitzung und Runder Tisch am Donnerstagabend

Am Donnerstag, 26. Februar, tagt der Nordkirchener Ausschuss für Wirtschaft und Umwelt (Beginn 17.30 Uhr, Bürgerhaus, Am Gorbach). Anschließend findet ab 19 Uhr ein Runder Tisch statt, zu dem die Bürgerinitiative „Lebenswertes Nordkirchen“ Verwaltung und Politiker eingeladen hat.

Eine Woche später, am Mittwoch, 4. März, referieren dann zwei Ärzte auf Einladung der BI über MRSA-Keime in Krankenhäusern. Beginn ist um 19 Uhr in der Aula der Gesamtschule.

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